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PlattformlösungSiemens Healthineers und IBM rollen E-Health-Markt auf

Der Medizintechnikhersteller Siemens Healthineers und der IT-Konzern IBM Deutschland bieten eine offene digitale Plattform, um die Vernetzung des deutschen Gesundheitssystems voranzutreiben. 

E-Health
Tippapatt/stock.adobe.com

Symbolfoto

Die deutsche Bundesregierung will die Digitalisierung des Gesundheitswesens in dieser Legislaturperiode vorantreiben. Der Koalitionsvertrag sieht vor, dass jeder gesetzlich Versicherte ab 2021 über eine digitale Patientenakte verfügen können soll, die wichtigen Dokumente wie Arztbriefe, Medikationsplan, Notfalldaten und den Impfausweis enthält. Eine auf internationalen Standards beruhende Plattform für die Vernetzung der verschiedenen Akteure des Gesundheitswesens gebe es bisher in dieser Form jedoch nicht. Die neue offene, digitale Plattform „teamplay digital health platform connect“ soll hier einen maßgeblichen und zugleich komplementären Beitrag zur Digitalisierungsinitiative der Bundesregierung leisten.

Die Plattform von Siemens Healthineers und IBM nutzt internationale Standards wie Integrating the Healthcare Enterprise (IHE), um den sicheren Austausch von Patientendaten unter Leistungserbringern zu vereinfachen. Die dafür eingesetzte Technologie wird bereits in der Schweiz (EPD) und Österreich (ELGA) genutzt. Zudem soll die Lösung auch für Angebote von Drittanbietern ausgelegt sein. Diese können in Zukunft neue, innovative Apps und digitale Lösungen auf die Plattform bringen und auf dem Gesundheitsmarkt anbieten. 

Sicherheit durch zwei getrennte Rechenzentren

Aus Sicherheitsgründen soll der Betrieb der „teamplay digital health platform connect“ auf zwei in Deutschland befindliche Rechenzentren aufgeteilt werden. Dabei betreibt Siemens Healthineers das Patientenregister und IBM den Dokumentenindex. Das Patientenregister verwaltet Identitäten (demographische Daten wie Namen oder Kontaktdaten) von Patienten, die von den Teilnehmern der Plattform angemeldet wurden. Grundlage für eine solche Anmeldung ist immer das Einverständnis der betroffenen Person. Die Hauptaufgabe des Patientenregisters besteht darin, die unterschiedlichen Daten einer Person teilnehmerübergreifend korrekt zu einer Identität zusammenzuführen.

Demgegenüber verwaltet der Dokumentenindex administrative Angaben zu den Dokumenten, welche die Teilnehmer der Plattform bekannt geben. Auch hier ist die Bereitstellung von neuen Dokumenten nur auf Basis einer gültige Einwilligungserklärung der betroffenen Person möglich. Hierbei werden die Dokumente beziehungsweise Daten selbst nicht zentral, sondern bei dem jeweils bereitstellenden Teilnehmer, zum Beispiel dem Krankenhaus, gespeichert. Es wird also keine weitere digitale Aktenlösung etabliert. Jedes Rechenzentrum ist nach anerkannten Security-Standards abgesichert. Durch die Aufteilung auf zwei Zentren sind selbst im Fall eines Hackerangriffs nur ein Teil der Daten kompromittiert. Eventuell erbeutete Daten seien ohne das jeweils passende „Gegenstück“ für den Angreifer wertlos.

Digitale Transformation im Gesundheitswesen

„Digitalisierung steht bei uns an der Charité weit oben auf der Agenda. Dabei spielt der Datenaustausch regional oder – zum Beispiel im Rahmen der Forschung – auch überregional eine ganz zentrale Rolle. Dazu nutzen oder testen wir verschiedene Plattformtechnologien, auch die digitale Plattform von Siemens Healthineers. Damit die digitale Transformation im Gesundheitswesen gelingen kann, bedarf es solcher Angebote, insbesondere wenn sie in den Kontext der Digitalisierungsbestrebungen der Bundesregierung passen“, sagte Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité - Universitätsmedizin Berlin.

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