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Schnittstellen schaffenUngenutztes Potenzial – Patientendaten für KI-Entwicklung

Auch Mediziner erhoffen sich einiges von KI. Damit sie gut funktioniert, braucht sie sehr viele Daten. Die liegen zwar vor, könnten aber besser genutzt werden, sagt nun Prof. Karlhans Endlich von der Unimedizin Greifswald.

Digitales Netz
thodonal/stock.adobe.com
Symbolfoto

Aus der Medizin kommt der Ruf nach einer besseren Nutzung landesweiter Gesundheitsdaten zur Entwicklung Künstlicher Intelligenz (KI). „Wir in Mecklenburg-Vorpommern haben Unmengen von Gesundheitsdaten in den Krankenhäusern, um die besten KIs für den Zweck der Patientenversorgung zu entwickeln, aber wir lassen dieses Potenzial bisher ungenutzt“, kritisierte Prof. Karlhans Endlich, Wissenschaftlicher Vorstand der Universitätsmedizin Greifswald (UMG). Auf der Digitalmesse Nørd in Rostock forderte er den Aufbau einer landesweiten Gesundheitsdatenplattform.

Je mehr gute Daten zur Verfügung stünden, desto präziser funktioniere eine daraus entwickelte KI, hieß es in einer Mitteilung der UMG. In Greifswald gibt es bereits mehrere Projekte zur KI-Entwicklung mittels Patientendaten. Dabei geht es etwa darum, anhand von Netzhautaufnahmen Hinweise auf Krankheiten und gesundheitliche Risiken zu liefern. Ein anderes Projekt unter Beteiligung auch der Universitätsmedizin Rostock (UMR) zielt auf eine bessere Früherkennung von Sepsis ab. 

Forschung profitiert von Gesetzesänderung

Die Forschung in Mecklenburg-Vorpommern profitiert inzwischen von einer 2024 vorgenommenen Überarbeitung des Landeskrankenhausgesetzes. Die Datenverarbeitung zu Forschungszwecken basiert nicht mehr auf aktiver Einwilligung, sondern auf einer Widerspruchslösung.

Ein erster Schritt wären Schnittstellen zu den anderen Krankenhäusern, um den Austausch zu ermöglichen.

„Das Gesundheitsforschungsstärkungsgesetz Mecklenburg-Vorpommern war ein riesiger Fortschritt“, lobte Endlich. Alleine an der UMG kämen jährlich Millionen neue Daten hinzu. „Die Menge der Daten aus ganz Mecklenburg-Vorpommern ist selbstverständlich noch sehr viel höher. Dafür müssen wir nun gemeinsam die Infrastruktur schaffen. Ein erster Schritt wären Schnittstellen zu den anderen Krankenhäusern, um den Austausch zu ermöglichen.“

Mehr zum Thema:

Planung eines Digital-Health-Campuses 

Ebenfalls anlässlich der diesjährigen Nørd stellten die beteiligten Einrichtungen Pläne für einen Digital-Health-Campus an der UMR vor. Dort soll zusammen mit der Universität Rostock und dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung (IGD) am Einsatz von KI und digitalen Hilfsmitteln gearbeitet werden. 

Ein Schwerpunkt liegt demnach auf der Verknüpfung medizinischer Daten aus Klinik, Alltag und digitalen Messsystemen. Ärztinnen und Ärzte sollen den Angaben zufolge so künftig besser dabei unterstützt werden, individuelle Krankheitsverläufe einzuschätzen und passende Behandlungen auszuwählen.

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