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Personalisierte MedizinVerlängerung und Ausbau des Projekts „DigiMed Bayern“

Das Big Data-Projekt „DigiMed Bayern“ ermöglicht anhand von Datensätzen Vorhersagen für Koronare Herzerkrankung und Schlaganfall-Risiko. Das Projekt wurde nun bis Ende 2024 verlängert und erhält eine Förderung von rund 24,5 Millionen Euro.

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Symbolfoto

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek sagte am 9. September 2022, anlässlich der Verlängerung des Projekts „DigiMed Bayern“ im oberbayerischen Planegg, dass die Digitalisierung in der Medizin wesentlich dazu beiträgt, Patientinnen und Patienten eine individuellere und verbesserte Versorgung zu bieten. Weil das Projekt „DigiMed Bayern“ hierzu einen großen Beitrag leiste, wurde es bis November 2024 verlängert und ausgebaut. Weiterhin wird das Projekt über die nun verlängerte Laufzeit mit einem Gesamtvolumen von rund 24,5 Millionen Euro gefördert.

Dem Projektteam von „DigiMed Bayern – Pilotprojekt zur P4 Medizin in Bayern“ stehen weltweit führende kardiologische, herzchirurgische sowie angiologische Gewebedatenbanken zur Verfügung, die umfangreich analysiert und ausgewertet werden. Dadurch können Rückschlüsse auf den individuellen Krankheitsverlauf bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Ansatzpunkte für personalisierte therapeutische Strategien, insbesondere am Beispiel Atherosklerose, gezogen werden. 

Analyse von Gefäßänderungen durch Proben verstorbener Patienten

Die Datengrundlage für die Forschung wird nun durch die digitale Vernetzung mit weiteren Gewebedatenbanken mit Proben verstorbener Patienten erweitert und übergreifend zusammengeführt. Die Erweiterung des Projekts um diese sogenannte „Post-Mortem-Kohorte“ wird die wissenschaftliche und medizinische Aussagekraft bei der Analyse von Gefäßwandveränderungen deutlich steigern.

Holetschek erläuterte: „So wird nicht nur die wissenschaftliche Aussagekraft des Vorhabens noch einmal gesteigert, sondern auch der Ansatzpunkt für künftige hoch individualisierte Diagnostik- und Therapieverfahren verbessert.“

Außerdem wird künftig „DigiMed Bayern“, eine moderne Analysemethode für medizinische Big Data, also für Daten, die in großen Mengen anfallen, weiterentwickelt. Diese können mittels sogenannter klinischer Graph-Datenbanken ganzheitlich ausgewertet und interpretiert werden, ein Ansatz, der bereits verfolgt wurde, für dessen sinnvolle Umsetzung aber entsprechende Ressourcen gefehlt hatten.

App zur sofortigen Dateneingabe

Eine dritte Komponente der Projektverlängerung ist die inhaltliche Erweiterung der HerzFit-App. Hierbei werden bestimmte Faktoren wie Blutdruck, Herzfrequenz, LDL-Cholesterin, Gewicht und Langzeitblutzucker erfasst, wodurch die Nutzerinnen und Nutzer mögliche Risikofaktoren durch eine tagesaktuelle Darstellung jederzeit im Blick behalten können. In Form von Texten, Videos und Podcasts versorgt die App Nutzerinnen und Nutzer mit vielen Informationen rund um das Thema Herzgesundheit.

Nach heutigen Schätzungen können durch individuelle Lebensstilveränderungen bis zu 80 Prozent der kardiovaskulären Erkrankungen verhindert werden. Die App ermöglicht den Nutzerinnen und Nutzern daneben auch, anonymisiert ihre Daten für eine spätere wissenschaftliche Nutzung zur Verfügung zu stellen.

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