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Wie Hersteller die Möglichkeiten von Mobility in Krankenhäusern nutzen

Mobility ist in Krankenhäusern ein Wort der Stunde. Mit dem Siegeszug mobiler Endgeräte sowie dem Ausbau der WLAN-Infrastrukturen ist der Bedarf an mobilen Anwendungen gestiegen. Damit ergeben sich auch für die Hersteller neue Möglichkeiten. Die kma hat bei vier Anbietern nachgefragt.

Gerrit Schick

Philips

Gerrit Schick ist Business Group Manager bei Healthcare Informatics Solutions Services (HISS) Philips.

Woran arbeiten Ihre Entwickler gerade?

PHILIPS: Viele klinische Softwarelösungen sind inzwischen für mobile Endgeräte optimiert oder speziell für die Nutzung auf Smartphones und Tablets konzipiert. Philips setzt bei derzeitigen Entwicklungen, wie zum Beispiel dem neuen Krankenhausinformationssystem Tasy, auf HTML5-basierte Anwendungen, da diese ohne weitere Anpassungen mobil eingesetzt werden können. Besonders spannend sind natürlich neue Ansätze in Sachen elektronische Gesundheitsakte (eGA). Die eGA ist ein Schlüsselfaktor für eine zukunftsfähige digitale Strategie, denn sie macht Leistungen über alle Phasen der Versorgung hinweg nachvollziehbar. Und mehr Transparenz bedeutet mehr Qualität, Patientensicherheit und Wirtschaftlichkeit. Die von Philips für den deutschen Markt entwickelte patientenzentrierte eGA steht kurz vor der Fertigstellung. Sie wird sowohl unsere eigenen Anwendungen als auch die Anwendungen von Drittanbietern unterstützen.

Was blockiert(e) die Entwicklung?

PHILIPS: Ältere Entwicklungsumgebungen und Benutzeroberflächen sind nicht für den kompakten Formfaktor mobiler Endgeräte gemacht. Schnelle und stabile WLAN-Netzwerke, zu denen auch die Patienten Zugang haben, sind in deutschen Kliniken und Krankenhäusern immer noch nicht die Regel. Ein weiteres Hindernis für die erfolgreiche Diffusion von E-Health-Lösungen ist die fehlende Interoperabilität zwischen den Systemen der unterschiedlichen Anbieter. Interoperable Strukturen sind die Voraussetzung für einen uneingeschränkten Datenaustausch – innerhalb der Sektoren genauso wie sektorenübergreifend. Im Sinne einer vernetzten Versorgung ist die Umsetzung offener und standardisierter Schnittstellen dringend erforderlich.

Was ist aus Ihrer Sicht die größte Veränderung, die dem deutschen Gesundheitswesen durch die Digitalisierung in den nächsten drei Jahren bevorsteht?

PHILIPS: Der Gesetzgeber ist aufgefordert, weiter an der Schaffung geeigneter Rahmenbedingungen für den Ausbau von E-Health zu arbeiten. Dazu gehört zum Beispiel die Verständigung auf Schnittstellen zur systemneutralen Archivierung und Übertragung von Patientendaten. Die Sektorengrenzen weichen zusehends auf. Aus dem traditionellen Nebeneinander wird – zumindest was den Austausch relevanter Daten betrifft – ein Miteinander. Durch die Förderung zukunftsweisender Versorgungsformen aus Mitteln des Innovationsfonds entstehen frische Impulse und Erkenntnisse für die Entwicklung neuer, sektorenübergreifender Vergütungsmodelle. A.I.-basierte Entscheidungsunterstützungssysteme werden Eingang in die klinische Routine finden. Nicht zuletzt wird sich die elektronische Gesundheitsakte auch in Deutschland durchsetzen.

Neben PHILIPS haben auch die VISUS Health IT GmbH, die Nexus AG und die InterSystems GmbH an den Interviews teilgenommen. Die vollständigen Beiträge lesen sie ab dem 20. Dezember hier.

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