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kma im Interview„Wir werden an der Cloud nicht vorbeikommen“

Zur DMEA wird die Meierhofer AG die neue Generation des eigenen Krankenhausinformationssystems M-KIS Next vorstellen. Vorstandschef Matthias Meierhofer spricht über die Runderneuerung des KIS und dessen Zukunft im digitalen Krankenhaus.

Matthias Meierhofer
Meierhofer

Matthias Meierhofer

kma: Mit M-KIS Next stellt Meierhofer eine neue KIS-Produktstrategie vor. Warum haben Sie Ihr Krankenhausinformationssystem runderneuert?

Meierhofer: Der Ausgangspunkt war für uns die Frage, was erwartet die Krankenhäuser in den nächsten Jahren, um ein digitalisiertes Krankenhaus zu betreiben? Uns war klar, dass wir angesichts dieser Aufgabe das KIS neu denken müssen und haben dafür drei zentrale Aspekte in den Fokus genommen: 1. Nutzerfreundlichkeit, 2. Verbesserung der Versorgungsqualität und 3. Zukunftssicherheit der Technologie. Alle drei Aspekte sind in der neuen Produktstrategie abgebildet. Allerdings haben wir nicht alles aus unseren bisherigen Produkten ‚über Bord geschmissen‘ und komplett neu gemacht. Vielmehr haben wir quasi ‚am lebenden Herzen‘ operiert, um das Produkt sowohl technologisch wie auch inhaltlich auf neue Beine zu stellen.

kma: Ist das ohne größere Schwierigkeiten möglich?

Meierhofer: KIS sind aufgrund ihrer Historie traditionell sehr funktionsorientiert, also fokussiert auf die betriebliche Steuerung eines Krankenhauses. Die digitale Zukunft eines Krankenhauses wird sich aber mehr und mehr in Richtung Cloud bewegen. Ich gehe ganz fest davon aus, dass das gesamte KIS zukünftig in die Cloud wandern wird. Dafür benötigt ein KIS andere Technologien und andere Software-Architekturen. Heute ist ein cloudfähiges KIS jedoch noch nicht umsetzbar wegen der derzeitigen landesspezifischen Datenschutz-Richtlinien.  

kma: Hat Ihnen das nicht erhebliche Probleme bei der Entwicklung der Produktstrategie bereitet?

Meierhofer: Na ja, die DSGVO kennen wir - und Cloudfähigkeit wird derzeit eigentlich mehr durch die föderalen Strukturen in Deutschland behindert. Wir gehen das technologisch an, weil wir wissen, was wir in diesem Bereich brauchen. Die hohen Anforderungen, die inzwischen an die Krankenhäuser etwa in Puncto IT-Sicherheit gestellt werden, erfordern eine IT-Infrastruktur, die gerade kleinere und mittlere Häuser gar nicht mehr leisten können. Dafür braucht es die Cloud – und darum werden wir an der Cloud nicht vorbekommen.

kma: Sie sagten, die Voraussetzung dafür seien anderen Technologien und andere Software-Architekturen in KIS-Systemen. Welche wären das?

Meierhofer: Für einen Cloudbetrieb muss das KIS webfähig sein, weil nicht mehr die gesamte Struktur allein im Haus verbleibt. Webfähigkeit lässt zudem an der Frontendseite ganz andere Integrationsmöglichkeiten zu. Beispielsweise die Möglichkeit, fremde Informationen leichter Oberflächenprozessural zu integrieren. Die historisch gewachsene Integration von Systemen über Schnittstellen wird sich zu gestalteten User Interfaces wandeln, also zu Oberflächen, die dem Anwender aus verschiedensten Systemen Informationen orchestrieren. Es wird nicht mehr die eine KIS-Oberfläche geben, sondern es wird ganz viele verschiedene Informationen geben, so wie wir es heute im Alltag auch erleben.

kma: Das setzt eine weitgehende Unterstützung mobiler Anwendungen voraus. Sind KIS heute darauf schon vorbereitet?

Meierhofer: Nein, der Mobilitätscharakter von KIS-System muss noch viel stärker werden. Wir bauen deshalb jetzt eine technologische Plattform auf, die sowohl stationär als auch im klassischen Kleinbetrieb als auch im mobilen Betrieb möglich ist. Das ist eine wesentliche Änderung zu früher, wo man natürlich auch mobil unterstützt hat, aber viel stärker an den festen Arbeitsplatz gekoppelt war.

kma: KIS-Systeme unterstützen doch schon seit Jahren mobile Anwendungen. Was ist da wirklich der Schritt nach vorn?

Meierhofer: Es gibt zukünftig nicht mehr die eine App, nicht mehr den einen Client. Es kann sogar möglich sein, dass bestimmte Funktionalitäten unseres KIS-Systems in einer ganz anderen mobilen Plattform auftauchen, die mit dem KIS originär vielleicht gar nichts zu tun haben. Ein schönes Beispiel, wo wir das bereits heute erfolgreich anwenden, ist unsere Samedi-Plattform. Da gibt es Informationen, die in der Samedi-Plattform bereits aus dem M-KIS visualisiert werden und umgekehrt. Um solche Use Cases zu ermöglichen, brauchen sie eine serviceorientierte Software-Architektur und müssen weg von der historisch kleinen Serverarchitektur, die die meisten Systeme heute noch haben. Darauf haben wir in den letzten Jahren schon hingearbeitet und jetzt sind wir soweit und können sagen, die Grundlagen sind gesetzt. Auf der DMEA werden wir zeigen, wie so etwas aussehen kann.









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