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DGKK-ÜbernahmeAlexianer auf Wachstumskurs – aber „nicht extra verschulden“

Mit der Übernahme der Dernbacher Gruppe Katharina Kasper (DGKK) stehen die Alexianer vor ihrem nächsten großen Coup. Er ist Teil einer klaren Strategie des katholischen Gesundheitskonzerns.

Treppe
Daniel von Appen/unsplash.com

Symbolfoto

In Zeiten, in denen mehrere konfessionelle Krankenhausträger in wirtschaftlicher Schieflage sind, setzt die Alexianer GmbH auf Wachstum. Stimmt das Bundeskartellamt der Mitte August verkündeten Übernahme zu, gehören mehr als 130 Einrichtungen sowie gut 6 300 Mitarbeiter der DGKK rückwirkend zum 1. Januar 2020 zu den Alexianern – auch die fünf verbliebenen Krankenhäuser. Die Mitarbeiterzahl würde auf rund 25 000 wachsen. „Auf Dauer bleiben wir nur mit einer gewissen Größe wettbewerbsfähig“, erklärte Dr. Hartmut Beiker die Entscheidung im Gespräch mit kma. Beiker sitzt dem Kuratorium der Stiftung der Alexianerbrüder vor, dem Träger und Gesellschafter der GmbH. Die DGKK sei „unkompliziert anschlussfähig“, sagt er – die Regionen, das Angebot, die Firmenkultur, alles passe.

Die Alexianer, die ohne die DGKK 22 Krankenhäuser betreiben, setzen neben der Somatik auf die drei Geschäftsfelder Psychiatrie, Eingliederungs- und Jugendhilfe sowie den Bereich Senioren und Pflege. Auf allen Feldern ist auch die DGKK aktiv. Strategisch seien die Bereiche für die Alexianer gleichwertig, keiner stehe im besonderen Fokus. „Sie bereichern sich gegenseitig“, betont Beiker: „Mit dieser Mischung fühlen wir uns wohl, und wenn es passt, sind wir bereit, weiter zu wachsen.“ Dafür gebe es keine konkreten Zielmarken, „nur werden wir uns für das Wachstum nicht extra verschulden“.

Übernahme-Anfragen gehen in Münster regelmäßig ein – von der Senioreneinrichtung bis zum größeren Sozialträger. Auch derzeit laufen Gespräche, sagt Hauptgeschäftsführer Andreas Barthold, ohne konkreter zu werden: „In der Regel werden wir angesprochen, hauptsächlich von konfessionellen Trägern.“ Dabei sei auch ein Engagement in einem nichtkonfessionellen Haus „durchaus denkbar“.

In Münster haben sie das Regionen-Denken zum Prinzip erklärt. Dabei genießen die Einrichtungen in künftig elf Regionen in sechs Bundesländern und acht Bistümern diverse Freiheiten sowie dezentrale Verantwortung und dürfen an ihrer eigenen Kultur festhalten, versichert Beiker. Das erhöhe die Motivation und solle auch helfen, die neuen DGKK-Kollegen zu integrieren. Die bestehende Geschäftsführung soll die Einrichtungen weiter unter der bekannten Marke lenken. In den letzten Jahren haben die Alexianer bei einigen Unternehmen das Ruder übernommen, etwa im Klinikum Hochsauerland, im Evangelischen Zentrum für Altersmedizin in Potsdam und im Martinistift in Nottuln, das Kindern und Jugendlichen hilft. Ihre neueste Kooperation konnten sie seit 2019 genau prüfen. Damals waren sie bereits mit zehn Prozent bei der insolventen DGKK-Tochter Katharina Kasper ViaSalus GmbH eingestiegen, deren größter Problemfall, das Frankfurter St. Elisabethen-Krankenhaus, an die Artemed-Gruppe ging.

Erschienen in kma 9/20  Jetzt kaufen!

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