
In der besonders dünn besiedelten Altmark in Sachsen-Anhalt ist es schwierig, Krankenhäuser wirtschaftlich zu betreiben. Trotzdem sollen die Standorte des Altmark-Klinikums in Gardelegen und Salzwedel, die mit Liquiditätsproblemen kämpfen, erhalten bleiben. Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) ist Gerüchten zu Schließungen entgegengetreten. Das Land werde für Liquidität sorgen und einen Engpass überbrücken, sagte sie. Um wie viel Geld es genau geht, ließ sie offen.
Konkret geht es um Extra-Geld von Krankenkassen, auf das das Klinikum, das zur Salus Altmark Holding gehört, derzeit wartet. Laut der Ministerin steht das Geld den Kliniken zu, weil sie für die Region die Versorgung in den Bereichen Chirurgie, Geburtshilfe, Inneres und Pädiatrie sicherstellen.
Im Moment sind alle Kassen leer.
Dafür erhielten sie bereits einen sogenannten Sicherstellungszuschlag. Der habe aber nicht ausgereicht, um wirtschaftlich arbeiten zu können. „Wir haben immer zugezahlt“, sagte Grimm-Benne. Das Ministerium habe festgestellt, dass ein zusätzlicher Zuschlag fällig ist. „Die Höhe muss dann mit den jeweiligen Kassen verhandelt werden.“ Für die Jahre 2023 und 2024 sei das per Gutachten festgelegt worden.
„Im Moment sind alle Kassen leer“, sagte Grimm-Benne weiter. Die Verhandlungen mit den Krankenkassen zögen sich, die Höhe der nötigen Gelder werde angezweifelt. An der Stelle springe das Land nun vorübergehend ein.
Zuletzt waren in den beiden Häusern knapp 16.000 Patienten stationär behandelt worden, die Zahl der Beschäftigten liegt den Angaben zufolge bei rund 870. Das Defizit hat 2024 laut dem Geschäftsführer der Salus Altmark Holding 7,5 Millionen Euro erreicht.
Der Landrat des Altmarkkreises, Steve Kanitz (SPD), betonte: „Wir sind der am dünnsten besiedelte Landkreis in Deutschland. So eine Fläche ist eine Herausforderung.“ Die Menschen in der Altmark bräuchten kurze Wege ins nächste Krankenhaus, die Häuser in Gardelegen und Salzwedel machten das möglich. Kanitz sagte, er hoffe auf zügige und faire Verhandlungen zum hausindividuellen Sicherstellungszuschlag.
Es gibt keine Debatte um Schließungen oder Leistungsreduktionen aktuell.
Der Kreistag werde ebenfalls Unterstützung leisten und in seiner nächsten Sitzung über eine weitere Verschiebung der Rückzahlung eines Liquiditätsdarlehens von drei Millionen Euro an das Altmark-Klinikum entscheiden.
Jürgen Richter, der Geschäftsführer der Salus Altmark Holding, sagte, man wolle die Liquiditätskrise überwinden und die Handlungsspielräume nutzen, um die Versorgung sicherzustellen. Notwendig sei aber eine systematische Leistungs- und Kostenoptimierung. Ziel sei ein Maßnahmenpaket, das sowohl kurzfristig wirke, als auch den Grundstein für eine zukunftsfähige Versorgung lege. Strukturen zu überprüfen, Prozesse zu straffen und strategisch neu auszurichten, stehe weiter auf der Agenda, erklärte Richter. Aktuell gebe es „keine Debatte um Schließungen oder Leistungsreduktionen“.







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