Studie

Bauaktivitäten deutscher Kliniken nehmen trotz unsicherer Zukunft zu

Die Zahl der Krankenhäuser in Deutschland sinkt stetig. Wie steht es mit den Bauaktivitäten im Gesundheitswesen? Die Münchner Unternehmensberatung Schwab Marketing registriert in ihrer aktuellen Marktstudie für 2018 etwas mehr Baumaßnahmen als noch vor einem Jahr.

Bagger

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Ganze 1 075 Vorhaben von Neubauten, Umbauten oder Sanierung sind im deutschen Gesundheitswesen aktuell am Laufen – rund 7 Prozent mehr als vor einem Jahr (1 008): Dies ergibt sich aus der Marktstudie „Krankenhausbauprojekte in der Bundesrepublik Deutschland – 2018 und Folgejahre“ der Unternehmensberatung Schwab Marketing. Darin werden Bauaktivitäten deutscher Krankenhäuser, Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen erfasst.

Dass die Zahl der Projekte nach dem Rückgang im letzten Jahr wieder leicht gestiegen ist, hängt für Geschäftsführer Gerd Schifferdecker damit zusammen, dass vor allem in Westdeutschland derzeit mehr Investitionen in den Klinikbaubereich getätigt werden. Aber auch die vielen Klinikzusammenschlüsse spielten hier eine Rolle. „Durch die Zusammenschlüsse sind an den übriggebliebenen Standorten mehr Bauplanungen zu verzeichnen“, sagt Schifferdecker. Interessanter Weise ist für ihn das schleichende Kliniksterben nicht gleichbedeutend mit einem geringeren Investitionsvolumen: Durch Standortschließungen und das Zusammenlegen einzelner Häuser müsse andernorts aufgestockt werden, um der dort gewachsenen Anzahl der Patienten gerecht zu werden.

20 Milliarden Euro Investitionsvolumen

„Gleichzeitig wird aber auch in jenen Häuser, die etwa in drei Jahren zur Aufgabe anstehen, doch noch irgendetwas renoviert, weil zum Beispiel die Sterilgutabteilung ansonsten nicht arbeiten könnte“, ergänzt Schifferdecker. Das Investitionsvolumen aller hier dargestellten Bauprojekte schätzt der Marktforscher weiterhin auf „gut 20 Milliarden Euro“ (über mehrere Jahre). Die jährlich aufgelegte Studie gilt als fast seismografisches Register für Bauaktivitäten im Gesundheitswesen, weil sie neben den laufenden, sowie konkret geplanten Projekten auch solche erfasst, die sich erst im sehr frühen Stadium der Vorplanung befinden. Ergänzend werden auch gut 200 Kliniken benannt, deren Projekte gerade abgeschlossen wurden.

Nach Schifferdeckers Beobachtungen investieren Kliniken nach wie vor stark in Sanierungsmaßnahmen – insbesondere in eine Erneuerung von OPs. „Der Operationsbereich ist natürlich über die letzten Jahre auch durch die Abrechnungsart immer wichtiger geworden – daher wird auch versucht, den permanent zu optimieren.“ Auch die Prozessoptimierung spiele hier eine Rolle: „Früher hatte man OP-Säle in den unterschiedlichsten Abteilungen einer Klinik. Heute versucht man dagegen, sie an einem Standort zu konzentrieren“, so Schifferdecker. Zudem werde nach wie vor auch viel Geld in Energieeffizienz, Brandschutz-, Gebäude- oder Medizintechnik sowie in psychiatrische, neurologische, geriatrische und operative Abteilungen gesteckt.

Viele Planungen werden geschoben

Auffällig sei allerdings, dass weiterhin viele Planungen geschoben werden. „Vor dem Hintergrund all dieser Diskussionen darüber, dass es zu viele Kliniken in Deutschland gäbe, stehen viele Betreiber vor einer unsicheren Zukunft– man hält sich daher mit Investitionen zurück.“ Was die Bauaktivitäten der einzelnen Bundesländer betrifft, hat Bayern die Nase vorn. Das Gesamtvolumen im zweistelligen Milliardenbereich erklärt sich laut Schifferdecker durch die überdurchschnittlich starke Investitionsfreudigkeit privater Klinikketten.

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