Georg Thieme Verlag KG

BG KlinikenBergmannstrost auf dem Weg zum Magnet-Krankenhaus

Gemeinsam mit 19 anderen deutschen Kliniken beteiligt sich das BG Klinikum Bergmannstrost Halle am Projekt Magnet4Europe. Ziel ist die Implementierung des U.S.-amerikanischen Magnetkonzepts.

BG Klinikum Bergmannstrost Halle
BMT

BG Klinikum Bergmannstrost Halle.

Das BG Klinikum Bergmannstrost Halle möchte noch anziehender für Patienten und Mitarbeitende werden. Mit diesem Ziel beteiligt sich das Haus gemeinsam mit 19 anderen deutschen Kliniken am europaweiten Projekt Magnet4Europe.

Das Konzept der Magnet-Krankenhäuser aus den USA nach Europa tragen

Die Magnet4Europe Studie hat zum Ziel, das U.S.-amerikanische Magnetkonzept in 60 Krankenhäusern in 5 europäischen Ländern zu implementieren und zu evaluieren. Das Magnet-Konzept wird folgendermaßen implementiert: u.a. individuelle Patenschaften von U.S. Magnet-Krankenhäusern mit deutschen Krankenhäusern ("twinning"), partizipatorische Maßnahmen der Mitarbeitereinbindung in den Krankenhäusern, europäische Lernkooperationen, Anwendung des Magnet-Manuals und der Gap Analyse.

Ziel ist es, die Implementierung der Prinzipien des Magnetkonzepts in Europa zu fördern, Barrieren und fördernde Faktoren zu identifizieren und eine kritische Masse von Krankenhäusern zu erreichen, die die Implementierung vornehmen. Magnet4Europe verwendet ein Mixed-Methods Forschungsdesign (RCT mit qualitativer Begleitevaluation) um die Auswirkungen von Veränderungen im Arbeitsumfeld direkt und indirekt auf die psychische Gesundheit und Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiter*innen im Krankenhaus zu untersuchen sowie Auswirkungen auf die Produktivität und Kosteneffektivität zu untersuchen.

Bergmannstrost arbeitet für drei Jahre mit US-Partnerklinik zusammen

Die teilnehmenden Kliniken in den USA haben mit hochqualifizierten Pflegekräften für einen Kulturwandel gesorgt: ein kollegialer Umgang miteinander und auf Augenhöhe mit den Ärzten, zufriedenes und gesundes Personal und Patienten, die sich gut aufgehoben fühlen. Ein solches Krankenhaus möchte auch das Bergmannstrost sein. Um dieses Ziel zu erreichen, wurde jedem Projektteilnehmer eine US-Partnerklinik zur Seite gestellt. Für das Bergmannstrost ist das das Anne Arundel Medical Center in Annapolis im US-Bundesstaat Maryland, etwa 40 Kilometer von Washington entfernt. In Deutschland fungiert der Fachbereich Management im Gesundheitswesen der Technischen Universität Berlin als  die koordinierende Stelle.

Als die Entscheidung zur Teilnahme getroffen wurde, konnte niemand absehen, dass dieses Projekt in sehr unruhigen Zeiten starten würde. Daher erfolgt die Kommunikation mit dem amerikanischen Partner bisher ausschließlich in Videokonferenzen. Wenn die Möglichkeit wieder besteht, sind auch gegenseitige Besuche geplant, um die Abläufe im jeweils anderen Haus kennenzulernen. Das Projekt ist auf drei Jahre angelegt.

Grundlage für Umstrukturierungen sind die Erfahrungen der Mitarbeitenden

Durch die unterschiedlichen Gesundheitssysteme in den beiden Ländern ist es nur bedingt möglich, Strukturen und Arbeitsweisen zu übernehmen. Henry Rafler, Pflegedirektor und Projektleiter, berichtet: „Am Anfang haben wir einige Zeit gebraucht, um zu verstehen, wie unser Partnerkrankenhaus arbeitet und welche Zuständigkeiten es gibt. Da haben wir große Unterschiede festgestellt. Aber es ist ohnehin nicht Sinn der Sache, Dinge einfach eins zu eins zu übernehmen. Wir müssen für das Bergmannstrost die richtigen Maßnahmen erarbeiten und so umsetzen, dass unser Haus interessant für Arbeitskräfte bleibt und Patienten von unserer medizinischen, pflegerischen und therapeutischen Qualität überzeugt sind. Dabei haben wir festgestellt, dass wir schon vieles richtig machen.“

Grundlage für die Erarbeitung der richtigen Maßnahmen sind die Erfahrungen der Mitarbeitenden. Wie erleben sie den Arbeitsalltag am Bergmannstrost? Wie funktioniert die Zusammenarbeit der einzelnen Berufsgruppen? Fühlen sie sich psychisch gesund oder ist die Belastung manchmal einfach zu hoch? Eine erste Mitarbeiterbefragung zu diesen Themen hat stattgefunden, die Ergebnisse werden derzeit erwartet. Die Befragungen werden jährlich wiederholt, um – möglichst positive – Veränderungen zu erkennen.

Anhand der Befragungsergebnisse werden Baustellen sichtbar, denen sich einzelne Arbeitsgruppen widmen werden. Dabei geht es um viele Themen aus dem Qualitätsmanagement, die Weiterentwicklung von Standards zur Verbesserung der Pflegequalität, die Begleitung von neuen Mitarbeitenden durch erfahrene Kollegen oder die Übertragung von Ergebnissen aus der Pflegeforschung in die Praxis, um Erkenntnisse aus wissenschaftlichen Arbeiten noch besser nutzen zu können.

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