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BerlinCharité verschiebt alle planbaren Operationen

Die Charité – Universitätsmedizin Berlin verschiebt aufgrund der steigenden Anzahl an Neuinfektionen und Covid-19-Erkrankten vorerst alle planbaren Eingriffe. Auch an Kliniken in Sachsen-Anhalt gibt es diese Überlegungen.

Charité – Universitätsmedizin Berlin
Wiebke Peitz/Charité

Charité – Universitätsmedizin Berlin

Die Berliner Charité sagt seit heute, 9.11.2021, alle planbaren Eingriffe ab. Die steigende Zahl von Covid-19-Patientinnen und Patienten mache diesen Schritt nötig, teilte ein Sprecher mit. Ziel sei es, Mitarbeitende wieder vermehrt auf Covid-19-Stationen einzusetzen. Notfälle werden demnach aber weiter behandelt und auch dringliche Eingriffe sowie die Behandlung von Tumorpatientinnen und -patienten seien nicht betroffen.

Dem Sprecher zufolge werden derzeit mehr als 120 an Corona erkrankten Patient*innen in der Charité behandelt. Wie viele von ihnen auf Intensivstationen liegen, gab die Einrichtung nicht bekannt. Die Charité behandelt häufig die besonders schweren Fälle. Sie hat im Laufe der Pandemie bereits mehrfach ein Notprogramm gefahren, um die Zahl der Covid-19-Patienten zu bewältigen.

Auch in Sachsen-Anhalt gibt es Überlegungen

In Krankenhäusern in Sachsen-Anhalt gibt es nach Angaben der Krankenhausgesellschaft ebenfalls Überlegungen, planbare Operationen komplett abzusagen. Grund sei die angespannte Corona-Lage. „Die Überlegungen sind nah dran, alles, was sich halbwegs schieben lässt, abzusagen“, sagte ein Sprecher der Krankenhausgesellschaft am Dienstag. „Alles, was ein Notfall und dringlich ist, muss und wird behandelt werden“, betonte er. Wer einen Schlaganfall, Herzinfarkt, Unfall oder andere schwere Erkrankungen habe, werde selbstverständlich weiterhin versorgt. Dies gelte ebenso für die Behandlung von Krebspatienten.

Der stellvertretende Ärztliche Direktor des Universitätsklinikums Magdeburg, Prof. Thomas Hachenberg, erklärte, bislang mussten planbare Operationen an der Universitätsmedizin Magdeburg nicht verschoben werden. „Es gibt zwar immer wieder Engpässe auf den Intensivstationen im Nicht-Covid-19-Bereich, aber wir können insbesondere Operationen bei Krebserkrankungen oder Herzoperationen weiterhin durchführen. Wenn sich natürlich die Situation bei Covid-19-Patienten in Sachsen-Anhalt verschärft, wird man neu entscheiden müssen.“

Im Land gibt es nach Angaben der Krankenhausgesellschaft 48 Krankenhäuser. Das Problem seien nicht die Betten, sondern das entsprechende intensivmedizinische Personal und das Pflegepersonal für die Behandlung vorzuhalten, sagte der Sprecher der Gesellschaft. Die Corona-Pandemie belaste die Beschäftigten nun schon zwei Jahre.

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