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Zwischenbilanz 2021Covid-19 strapaziert Geschäftsentwicklung der Maternus-Kliniken

Die Corona-Pandemie belastet auch noch 2021 die Geschäftsentwicklung der Maternus-Kliniken AG. Die Zwischenbilanz zeigt, dass der Konzernjahresfehlbetrag gegenüber zum Vorjahr zwar um 2,4 Millionen verbessert werden konnte, er sich jedoch noch immer im Minus befindet.

Sparschwein
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Auch im Geschäftsjahr 2021 beeinträchtigt die Corona-Pandemie die Geschäftsentwicklung der Maternus-Kliniken AG. Die im Konzern auf 67,2 Prozent (Vorjahr: 75 Prozent) gesunkene Kapazitätsauslastung hatte entsprechende Umsatzeinbußen zur Folge, welche jedoch durch Pflegesatzverhandlungen und Erstattungen im Rahmen des Pflege-Rettungsschirms (Covid-19-Krankenhausentlastungsgesetz) kompensiert werden konnten.

Vor diesem Hintergrund stieg der Konzernumsatz im ersten Halbjahr 2021 auf 56,5 Millionen Euro (Vorjahr: 55,2 Millionen Euro). Bei auf Vorjahresniveau liegenden Gesamtkosten konnte das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 5,6 Millionen Euro im Vorjahr auf 7 Millionen Euro erhöht werden, womit die EBITDA-Marge auf 12,4 Prozent (Vorjahr: 10,1 Prozent) anstieg. Der Konzernjahresfehlbetrag konnte gegenüber dem Vorjahr (-3,9 Millionen Euro) auf -1,5 Millionen Euro verbessert werden.

Rückläufige Kapazität und Auslastung

Zum 30. Juni 2021 nahm die Gesamtkapazität im Maternus-Konzern auf 3108 Betten in 20 Einrichtungen (Vorjahr: 3248 Betten in 21 Einrichtungen) ab. Die Kapazitätsreduktion um 140 Betten ist zum einen auf die Rückgabe des St. Josef-Hauses in Hillesheim (30 Betten, Mietvertragsende Oktober 2020) und auf den Umbau der Einrichtung in Pelm (50 Betten) in eine Tagespflege sowie auf Kapazitätsanpassungen zur Erfüllung von Einzelzimmervorgaben zurückzuführen.

Ursächlich für die deutlich rückläufige Auslastung auf Konzernebene waren Quarantänevorschriften, unterdurchschnittliche Fallzahlen der Hauptzuweiser in der vollstationären Pflege sowie die Verschiebung nicht zwingend notwendiger Operationen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie - speziell in der dritten Infektionswelle zu Jahresbeginn 2021. Hierbei sank die Auslastung im Segment Rehabilitation besonders stark auf 39 Prozent (Vorjahr: 57,2 Prozent) ab, im Segment Pflege verringerte sich die Auslastung auf 76,7 Prozent (Vorjahr: 80,7 Prozent).

Jahresprognose 2021 wegen der Flutkatastrophe abgesenkt

Die Gesamtkosten Konzerns lagen in etwa auf dem Vorjahresniveau, wobei sich die einzelnen Kostenpositionen unterschiedlich entwickelten. Die weitere Erhöhung des Pflegemindestlohnes zum 1. April 2021, individuelle Gehaltssteigerungen sowie höhere Personalvorgaben im Rahmen der Neuverhandlungen der Pflegesätze hatten eine Zunahme des Personalaufwands auf 35 Millionen Euro (Vorjahr: 34,3 Millionen Euro) zur Folge.

Der Vorstand hat die Jahresprognose wegen der Flutkatastrophe in Westdeutschland für 2021 abgesenkt. Vor diesem Hintergrund wird davon ausgegangen, in 2021 einen Konzernumsatz in einer Spanne von 108 bis 116 Millionen Euro zu erzielen. Zudem erwartet der Vorstand nun, in 2021 ein Konzern-EBITDA von 11 bis 15 Millionen Euro auszuweisen. Diese Bandbreiten berücksichtigen die schwer prognostizierbaren Annahmen zum weiteren Verlauf der Pandemie, der möglichen Verlängerung der Corona-Hilfen sowie der Auswirkungen der Flutkatastrophe.

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