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Beschäftigung trotz Corona-InfektionEs kommt erneut zu Warnstreiks am UKGM

Für den 2. und 3. August 2022 ruft Verdi das nicht-ärztliche Personal des Universitätsklinikums Gießen und Marburg (UKGM) wieder zu Arbeitsniederlegungen auf. Wut ruft u.a. hervor, dass auch Corona-positive Mitarbeitende zum Dienst eingesetzt werden sollen.

Pflegepersonal
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Symbolfoto

Erneut ruft Verdi Mitarbeitende am UKGM zu Arbeitsniederlegungen auf. Wie das Universitätsklinikum Gießen und Marburg bekannt gab, soll auch symptomfreies Personal freiwillig und nur als Notlösung zum Einsatz kommen, da die Personaldecke aktuell stark ausgedünnt ist.

Der Betriebsrat und die Gewerkschaft Verdi zeigen sich laut Hessenschau entsetzt. Ihnen zufolge führt das zu weiteren Ausfällen, da viele Mitarbeitende nicht mit positiv getesteten Kolleg*innen arbeiten wollten. Verdi-Gewerkschaftssekretär Fabian Dzewas-Rehm befürchtet eine mögliche Signalwirkung der „Notlösung“ am UKGM, denn andere Kliniken könnten sich womöglich ein Beispiel daran nehmen.

Deshalb ruft die Gewerkschaft ab 2. August das nicht-ärztliche Personal bis Ende der Spätschicht am 3. August zu Arbeitsniederlegungen auf, um gegen die Personalnot aufzubegehren. Verdi setzt sich für die Übernahme von Auszubildenden und den Ausschluss von Kündigungen im Rahmen eines Tarifvertrags Beschäftigungssicherung ein. Dem widerspricht die UKGM-Geschäftsführung mit Verweis auf die laufenden Verhandlungen mit dem Land Hessen zu einem neuen „Zukunftsvertrag” der Klinik, die noch keine konkreten Ergebnisse hervorgebracht hätten.

Wie die Hessenschau Dzewas-Rehm zitiert, sei in den zwei Tagen die Versorgung deutlich eingeschränkt. Es wird auch zu Behandlungs- und Operationsausfällen kommen. Die Patientenversorgung wird dennoch sichergestellt, so der Vorsitzende der UKGM-Geschäftsführung, Dr. Gunther K. Weiß. Dies soll eine Notdienstvereinbarung gewährleisten. Erst am 13. Juli kam es zu den letzten Arbeitsniederlegungen.

Personalnot bekämpfen

Die UKGM-Leitung sieht sich zum Einsatz corona-positiven Personals ohne Symptome „genötigt”, da sich die Zahl der Krankheitsausfälle in allen Bereichen des Klinikums derzeit auf einem Höchststand befindet. Wer eine FFP2-Maske trägt und keinen direkten Patientenkontakt hat, soll daher auf freiwilliger Basis arbeiten dürfen.

Am 27. Juli 2022 habe man aufgrund eines Mitarbeiterausfalls von 60 Prozent das gesamte OP-Programm stoppen müssen. Da ein Funktionsverlust des Sterilisationsbereiches unausweichlich mit einer Patientengefährdung verbunden sei und dringend behoben werden müsse, habe man das Risiko abgewogen. Hierbei sei man zu dem Entschluss gekommen, dass symptomfreie Mitarbeitende unter Wahrung aller Schutzmaßnahmen ein weitaus geringeres Risiko darstellten, als dass auf jene Maßnahme verzichtet und eine Unterversorgung kritischer Patient*innen in Kauf genommen würde, so der Ärztliche Geschäftsführer am UKGM in Gießen, Prof. Werner Seeger.

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