
Der EVV beabsichtigt, das St. Joseph Krankenhaus Berlin Tempelhof baulich zu erweitern und die bisher im Franziskus-Krankenhaus Berlin angesiedelten Abteilungen für Urologie und Gefäßmedizin anschließend dort zu integrieren. Dazu ist jedoch die Unterstützung durch das Land Berlin sowie durch den Bund im Rahmen des Krankenhausstrukturgesetzes notwendig.
Die Überlegungen zu dieser notwendigen Veränderung wurden nicht leichtfertig getroffen – sie sind jedoch im Interesse der Berliner Patienten: Durch diese Bündelung können die akutmedizinische Versorgung gestärkt und komplexe gesundheitliche Probleme besser diagnostiziert und behandelt werden. Am Standort des Franziskus-Krankenhauses in der Budapester Straße soll zukünftig die ambulante Behandlung in einem Medizinischen Versorgungszentrum mit Arztpraxen und mit Rehabilitationsangeboten erfolgen. Eine wohnortnahe notfallmedizinische Basisversorgung für das bisherige Einzugsgebiet wird ebenfalls gewährleistet sein.
Arbeitsplätze bleiben erhalten
Die Bau- und Übergangsphase dauert ab Genehmigung des Förderantrages mindestens vier Jahre. In dieser Zeit sollen alle medizinischen Leistungen am Franziskus-Krankenhaus in gleichem Umfang und mit gleicher medizinischer und pflegerischer Personalstärke weitergeführt werden. Alle Arbeitsplätze des Franziskus-Krankenhauses bleiben an den beiden Standorten erhalten. Auch die Rettungsstelle bleibt bis zum Umzug bestehen. Mit rund 15.000 Fällen pro Jahr gehört sie zu den kleineren der 39 Notaufnahmen in Berlin und wird nahezu ausschließlich bei urologischen oder gefäßmedizinischen Notlagen genutzt. Nach ihrer Schließung können die verbleibenden unfallchirurgischen Fälle von den umliegenden Notaufnahmen in Tiergarten, Charlottenburg-Wilmersdorf und Mitte sowie von der Notaufnahme im St. Joseph Krankenhaus mit der Spezialisierung auf kinder- und jugendmedizinische Notfälle abgedeckt werden.
Sanierungs- und Invesitionsstau
Die vom Aufsichtsrat des EVV beschlossenen Planungen stehen jedoch unter Vorbehalt. Zur Umsetzung des neuen Konzeptes mit Gesamtkosten in Höhe von voraussichtlich 39 Millionen Euro hat der EVV Fördermittel aus dem Krankenhausstrukturfonds des Bundes beantragt und die entsprechenden Vorplanungsunterlagen bei der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung eingereicht. Sollten das Land und das Bundesversicherungsamt die Genehmigung erteilen wird der Bund die Hälfte der Kosten tragen, das Land Berlin und der Krankenhausträger jeweils 25 Prozent. Die Gespräche mit den beteiligten Behörden und den Krankenversicherungen sind noch nicht abgeschlossen. Notwendig wird diese Umstrukturierung insbesondere aufgrund eines Sanierungs- und Investitionsstaus im Franziskus Krankenhaus in Höhe von über 40 Millionen Euro.



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