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BauprojektGrundstein für zwei Forschungsbauten der Universitätsmedizin Münster gelegt

Die Medizinische Fakultät der Universität Münster und das Universitätsklinikum Münster (UKM) haben am vergangenen Freitag den Grundstein für zwei neue Forschungsgebäude gelegt. 2025 soll das Bauvorhaben abgeschlossen sein.

Forschungsgebäude Universitätsmedizin Münster
Nickl & Partner Architekten

So sollen MedForCe und BBIM nach Fertigstellung aussehen.

Mit dem „Medizinischen Forschungscentrum“ (MedForCe) und dem „Body & Brain Institut Münster“ (BBIM) werden zwei Großprojekte der münsterischen Universitätsmedizin realisiert. Die neuen Forschungsgebäude sollen künftig rund 900 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern modernste Arbeitsplätze bieten. Aktuell ist die Fertigstellung für das Jahr 2025 geplant. 

Insgesamt werden die beiden Bauprojekte inklusive der Ersteinrichtung sowie der wissenschaftlichen Großgeräte und Ausstattungsgegenstände rund 240 Millionen Euro kosten. Das Land Nordrhein-Westfalen fördert zur Stärkung der Universitätsmedizin das MedForCe und das BBIM mit rund 205 Millionen Euro.

Mehr Laborflächen und interne Auswahlverfahren

Mit den neuen Gebäuden werden grundlegende Entwicklungsblockaden des Standortes angepackt. Eine dezentrale Gebäudestruktur, Folge einer fast hundert Jahre währenden Baugeschichte, sowie Raumknappheit sind große Herausforderungen für das Universitätsklinikum Münster und die Medizinische Fakultät – aber nicht die einzige. In vielen Bereichen mangelt es an modernen Laborflächen.

Das MedForCe mit seinen knapp 32 000 Quadratmetern Fläche auf sieben Geschossen (zwei davon unter der Erde) wird daher nicht nur Institute, sondern vor allem Laboreinheiten beherbergen. Diese sollen nicht fest an bestimmte Nutzer vergeben, sondern auf Zeit und in internen Auswahlverwahren, abhängig vom Thema und von der wissenschaftlichen Exzellenz der Anträge. Durch diese Flexibilität will die Universität in Sachen medizinischer Forschung stets „am Puls der Zeit“ sein.

Fokus sind Neurologische und Psychiatrische Erkrankungen

Wo das MedForCe baulich endet, schließt sich nahtlos das BBIM an. Beide Bauvorhaben sind unter einem Dach vereint und bilden einen durchgehenden, aus modular konzipierten und versetzt gruppierten Gebäudeteilen bestehenden Komplex. Beim BBIM stehen die späteren Nutzer bereits fest: Es handelt sich um die zehn Arbeitsgruppen, die sich 2019 für die Beantragung des „Body & Brain Institute Münster“ zusammengefunden haben. Ihm liegt ein hoch innovatives und interdisziplinäres Konzept zugrunde. Im BBIM wollen Forscherinnen und Forscher aus Neurologie, Psychiatrie, Physiologie, Anästhesiologie, Dermatologie, Onkologie und Hygiene die Interaktion zwischen Körper und Gehirn untersuchen.

Anhand der gewonnenen Erkenntnisse sollen dann neue Behandlungs- und Versorgungsstrategien für neurologische und psychiatrische Erkrankungen entwickelt werden. Multiple Sklerose, Entzündungen des zentralen Nervensystems sowie Angststörungen dienen hierbei als Modellerkrankungen, um typische Ursachen und Prozesse zu erkunden.

Ausweitung zum Forschungscampus Ost

Von der Arbeit im BBIM soll auch die Krankenversorgung profitieren: „Fragestellungen, die im klinischen Bereich auftauchen, werden unmittelbar in die Forschung einfließen und erarbeitete Lösungen dem Patienten ohne Umwege zugutekommen“, erläutert Prof. Hugo Van Aken, Ärztlicher Direktor des UKM. Der Ansatz des BBIM fand auch in den überregionalen Gremien der deutschen Forschungslandschaft Anklang. Erst der Wissenschaftsrat und dann die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern gaben dem BBIM ihr Votum, weshalb Anja Karliczek, Bundesministerin für Bildung und Forschung, und Annette Storsberg, Staatssekretärin im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, den symbolischen Akt der Grundsteinlegung gemeinsam vornahmen.

Zur Zufriedenheit in Düsseldorf und Berlin dürfte auch beitragen, was Dr. Christoph Hoppenheit bei der Grundsteinlegung mitteilte: „Die Arbeiten sind voll im Zeitplan, wir liegen sogar etwas davor“, so der Kaufmännische Direktor des UKM. Trotz der immensen Logistikleistung – zu der beispielsweise der Abtransport von 170 000 Tonnen Bodenhaushub gehörte – habe es bislang keine Anwohnerbeschwerde gegeben. Während die UKM IM GmbH, ein Tochterunternehmen des UKM, die Baustelle MedForCe und BBIM weiter vorantreibt, blickt Hoppenheit bereits nach vorn: MedForCe und BBIM sind der Einstieg in den künftigen „Forschungscampus Ost“; gemäß dem „Masterplan 2028“ der münsterschen Universitätsmedizin sollen weitere Gebäude in direkter Nachbarschaft entstehen.

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