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ChancengleichheitInklusionsvereinbarung am Universitätsklinikum Jena

Eine Inklusionsvereinbarung mit der Absicht, Menschen mit Behinderung bei gleicher Qualifikation bevorzugt einzustellen und Barrieren im Bewerbungsprozess abzubauen, wurde am Universitätsklinikum Jena unterzeichnet.

Unterschrift
Racle Fotodesign/stock.adobe.com

Symbolfoto

Das Universitätsklinikum Jena (UKJ) hat eine Inklusionsvereinbarung abgeschlossen. Auf Basis der Vereinbarung wolle man verstärkt Menschen mit Behinderung ausbilden, beschäftigen und deren Arbeitsplätze sichern. Die gesetzlich vorgeschriebene Beschäftigungsquote von fünf Prozent hat das UKJ bereits erfüllt, will diese jedoch weiter auf mindestens sechs Prozent dauerhaft erhöhen. So wolle man neben einer gleichberechtigten und barrierefreien Teilhabe auch dem Fachkräftemangel begegegnen.

Barrieren im Voraus abbauen

Die seit 2012 für das geltende Integrationsvereinbarung zielte darauf ab, Barrieren zu beseitigen beziehungsweise auszugleichen. Mit der Novellierung des Sozialgesetzbuches IX ist nun eine Inklusionsvereinbarung gesetzlich vorgeschrieben, die das Ziel verfolgt, Barrieren gar nicht erst entstehen zu lassen. Neben der Gestaltung von Arbeitsplätzen und -prozessen, die es Menschen mit Behinderungen ermöglicht, möglichst gut und lange tätig sein können, sollen Menschen mit Behinderung bei gleicher Qualifikation bevorzugt eingestellt werden. Hier kommt vor allem der Reduktion von Barrrieren beim Bewerbungsprozess durch Audio-, Informations- und Orientierungssysteme eine wichtige Rolle zu.

Zur Inklusion gehört mehr als die Installation von Rampen

Außerdem soll am UKJ ein interdisziplinäres Inklusionsteam gebildet werden, das unter anderem den Arbeitgeber zu Fördermöglichkeiten schwerbehinderter Auszubildender und Beschäftigter berät, präventive Maßnahmen zur Vorbeugung von erneuten Arbeitsunfähigkeitszeiten entwickelt und überwacht, dass die in der Inklusionsvereinbarung benannten Ziele umgesetzt werden.

Jeder Mensch solle chancengleich und selbstbestimmt am Arbeitsleben teilhaben können und gerade in politisch instabilen Zeiten müsse der Fokus auf schutzbedürftigen Menschen liegen, betont Uwe Wiegand, Vertrauensperson der schwerbehinderten Menschen am UKJ. Mehr als 300 Menschen mit einer Schwerbehinderung beziehungsweise einer Gleichstellung seien derzeit am UKJ beschäftigt.

Mit welcher Art von Beeinträchtigung sie leben, sei dabei völlig unterschiedlich, so Wiegand. „Eine Schwerbehinderung kann 1000 Gesichter haben.“ So sei – entgegen häufiger Vorurteile – nur eine Minderheit beispielsweise auf einen Rollstuhl angewiesen. Barrierefreie Zugänge durch Rampen und Fahrstühle für Rollstuhlfahrer zu schaffen, sei daher lediglich ein Baustein in dem großen Gebäude der Inklusion.

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