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Erstes Hygieneradar

Kliniken wollen Hygienemaßnahmen ausbauen

In einer Onlinestudie hat sich die WISAG Facility Service Holding GmbH dem Thema Hygiene in medizinischen Einrichtungen angenommen. Rund 500 Verantwortliche aus Kliniken haben an der Befragung teilgenommen.

Hygiene

WISAG, 2017

Die Vermeidung nosokomialer Infektionen ist das vorrangige Ziel der Hygienebemühungen an Kliniken.

Die Vermeidung nosokomialer Infektionen ist das vorrangige Ziel der Hygienebemühungen an Kliniken. Das ist das zentrale Ergebnis der durchgeführten Befragung. 57 Prozent der Studienteilnehmer gaben dieses Ziel als Hintergrund ihrer Bemühungen an, während die Ausbreitung von Krankheiten mit großem Abstand nur bei 26 Prozent der Befragten an oberster Stelle stand.

Durchschnittlich 30 Prozent der Teilnehmer gaben an, ihre Hygienemaßnahmen in organisatorischen Bereichen wie Aufnahme, OP oder Stationen überdurchschnittlich intensivieren zu wollen. Im technischen Bereich ist der durchschnittliche Wert vergleichbar – wobei es einen deutlichen Ausreißer gibt: 45 Prozent der Teilnehmer planen, ihre Hygienemaßnahmen in der Instrumentenaufbereitung überdurchschnittlich auszubauen. „Angesichts der jüngsten Hygieneskandale und der zunehmenden Regulierung in diesem Bereich empfinden die Teilnehmer die Instrumentenaufbereitung als neuralgischen Punkt und legen hier einen Schwerpunkt. Das birgt allerdings die Gefahr, dass andere sensible Bereiche aus dem Blickfeld geraten“, so Ralf Hempel, Vorsitzender der Geschäftsführung der WISAG Facility Service Holding.

Kliniken im Spannungsfeld

Insgesamt zeigen sich die Befragungsteilnehmer angesichts ihrer Hygieneaktivitäten optimistisch: 67 Prozent sind überzeugt, dass effiziente Hygienemaßnahmen auch unter Kostendruck möglich sind. „Rund ein Drittel sehen das anders: Sie stimmen der Aussage, dass effektive Hygiene unter Kostendruck möglich ist, nicht oder nur teilweise zu. Das zeigt, dass hier ein Bedarf besteht, vorhandene Maßnahmen zu intensivieren und die Mittel zu erhöhen“, erläutert Ralf Hempel. Dr. Frank Wille, Geschäftsführer des Hygieneinstituts HYBETA, hat die Studie fachlich begleitet. Seine Erkenntnis lautet: „Das Hygieneradar offenbart, dass sich die Verantwortlichen in medizinischen Einrichtungen in einem Spannungsfeld befinden: Sie sind hin- und hergerissen zwischen Angst, Lösungssuche und Zuversicht. Ein einfacher Ausweg ist nicht in Sicht. Es bedarf der Initiative und neuer Ansätze, um das Dilemma aufzulösen.“ 

Für das erste Hygieneradar waren Verantwortliche von medizinischen Einrichtungen eingeladen, Stellung zu zehn Fragen rund um das Thema Hygiene in Krankenhäusern zu beziehen. Über 500 der Experten ergriffen die Chance und ließen ihre Erfahrungen in die Studie einfließen.

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