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GroßeinsatzKlinikbrand in Ludwigslust – zwei Patienten sterben

Das Feuer brach nach ersten Erkenntnissen in einem Patientenzimmer aus. Zwei Menschen starben, ein Mensch erlitt eine Rauchgasvergiftung. Die einzige Akutklinik der Stadt wurde evakuiert – ein Überblick über die aktuelle Lage.

Feuerwehr und Polizei im Einsatz auf einer Straße
s-motive/stock.adobe.com
Symbolfoto

Der Dachstuhl eines Krankenhauses in Ludwigslust nahe Schwerin hat gebrannt. Zwei Menschen starben. Ein Überblick zum aktuellen Stand.

Was bisher bekannt ist

Es gebe zwei Tote und einen Verletzten mit Rauchgasvergiftung, teilte der Landkreis Ludwigslust-Parchim mit. Bei den Todesopfern handelt es sich um Patienten. Sie lagen in zwei nebeneinander liegenden Zimmern.

Frühere Angabe zur Anzahl der Verletzten: Am frühen Morgen hatte die Einsatzleitstelle der Polizei zunächst von 34 Verletzten gesprochen. Dass die Zahlen so stark voneinander abweichen, hat mit den Erstmeldungen vom Brandort an die Einsatzleitstelle zu tun. Dort wurden zunächst mehrere Dutzend Menschen gemeldet, die medizinisch untersucht werden sollten und dann im Laufe der Untersuchung als unverletzt eingestuft wurden, wie eine Polizeisprecherin sagte.

Der Dachstuhl des Krankenhauses hatte den Angaben zufolge gegen 4:20 Uhr Feuer gefangen. Die Lage vor Ort sei aktuell höchst dynamisch, hieß es am Morgen. Ersten Erkenntnissen zufolge war es in einem Patientenzimmer der Station D1 zu dem Feuer gekommen. Das ist die Gefäßchirurgie.

Patienten und Krankenhaus-Beschäftigte wurden aus dem Gebäude evakuiert. Zwischenzeitlich war das gesamte Krankenhaus geräumt worden, wie Klinikleiter Alexander Gross der dpa sagte. Den Angaben zufolge lagen zum Zeitpunkt des Feuers knapp 60 Patientinnen und Patienten im Krankenhaus. Vor dem Haus saßen Menschen auf der Wiese, die in Rettungsdecken gewickelt waren. Klinikbeschäftigte schoben Patienten aus dem Haus über das Krankenhausgelände. Einige Patienten konnten langsam selbst laufen, andere warteten in Rollstühlen und auf Bänken vor der Klinik auf das Ende des Einsatzes. Viele hatten Handtücher um ihre Schultern gelegt.

Patienten auf andere Stationen und andere Kliniken verteilt

Alexander Gross ist Geschäftsführer der LUP-Kliniken.
Landkreis Ludwigslust-Parchim
Alexander Gross ist Geschäftsführer der LUP-Kliniken.

Aufgrund des guten Brandschutzes habe die Feuerwehr nicht betroffene Stationen aber wieder freigeben können. Dort würden viele Patientinnen und Patienten auch versorgt. Fünf Patienten wurden auf umliegende Krankenhäuser verteilt.

Die Evakuierung habe sehr gut funktioniert, sagte der Klinikleiter weiter. Es sei alles extrem ruhig und kontrolliert gelaufen. „Alle Patienten sind jetzt versorgt.“ Angehörige müssten sich keine Sorgen machen. Es seien alle Ärzte des Hauses im Dienst – auch die, die keine Schichten haben, so Gross. Den Angaben zufolge gibt es auch eine Angehörigen-Hotline. Sie ist unter +49 3874 433 502 zu erreichen.

Einsatzkräfte suchen mit Drohnen nach Glutnestern

Das Feuer konnte bereits gelöscht werden. Am Vormittag sollten noch Drohnen über dem Gebäude fliegen, um zu prüfen, ob es Glutnester gibt, die von außen nicht zu sehen sind. Den Angaben der Landkreis-Sprecherin zufolge haben in der Spitze etwa 90 Einsatzkräfte der Feuerwehr die Flammen bekämpft. Zudem waren etwa 40 Beamtinnen und Beamte der Polizei im Einsatz.

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Christian Pegel (SPD) hat den zahlreichen Kräften für ihren Einsatz gedankt. „Die Feuerwehr, der Rettungsdienst, die Polizei und die Beschäftigten des Krankenhauses leisten derzeit Außergewöhnliches“, sagte Pegel laut einer Mitteilung. 

Der Minister sprach den Angehörigen sein tiefes Mitgefühl aus. Weiter teilte das Ministerium mit: „Die zuständigen Behörden arbeiten mit Hochdruck daran, den Hergang des Brandes aufzuklären. Die Unterstützung der Betroffenen hat jetzt höchste Priorität.“

Es ist noch unklar, wie es zu dem Brand kam. 

Das Krankenhaus Ludwigslust hat seiner Internetseite zufolge 160 Betten und gehört zu den LUP-Kliniken, einem kommunalen Klinikverbund. Es ist das einzige Krankenhaus in der Stadt, und es stellt als Akutklinik unter anderem die Grund- und Regelversorgung in der Region sicher.

Die Klinik soll nun innerhalb von 24 Stunden ein Notdach bekommen. Die Arbeiten sollten noch am Mittag beginnen, sagte Stefan Sternberg, Landrat des Kreises Ludwigslust-Parchim, bei einer Pressekonferenz.

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