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NiedersachsenLandkreis Aurich soll Zentralklinikum in Uthwerdum bekommen

Der Neubau des Zentralklinikums in Uthwerdum wird vom Land Niedersachen mit 460 Millionen Euro gefördert. Der Klinikverbund Trägergesellschaft Kliniken Aurich-Emden-Norden (Anevita) plant den Baubeginn für 2023, die Inbetriebnahme für 2028.

Visualisierung Zentralklinik Uthwerdum
gmp International GmbH, Aachen

Der Neubau des Zentralklinikums Uthwerdum wird vom Land Niedersachsen mit 460 Millionen Euro gefördert.

Visualisierung Patientenzimmer
gmp International GmbH, Aachen

Für das neue Zentralklinikum in Uthwerdum sind 814 Betten geplant.

Nach der Empfehlung des Niedersächsischen Krankenhausplanungsausschusses vom 15. Juni 2022 wird der Neubau des Zentralklinikums in Uthwerdum (Landkreis Aurich) vom Land Niedersachsen mit 460 Millionen Euro gefördert. Folgt die Landesregierung dieser Empfehlung, erhält der Klinikverbund Trägergesellschaft Kliniken Aurich-Emden-Norden (Anevita) für die Realisierung des Zukunftsprojektes eine 81-prozentige Förderung. Nach der Kosten­berechnung im Förder­antrag, der im Februar eingereicht wurde, belaufen sich die Kosten für den Klinikneubau auf 567 Millionen Euro.

Man erhoffe sich jetzt, dass der offizielle Förderbescheid noch vor dem Ende dieser Legislatur­periode übergeben werde. „Gemäß Konsortialvertrag werden dann Stadtrat und Kreistag über den finalen Beschluss zur Realisierung des Projektes entscheiden“, erläutert der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende, Oberbürgermeister Tim Kruithoff, das weitere Vorgehen. Zudem sei es gängige Praxis des Landes auch die im Rahmen der Projektumsetzung angesichts der allgemeinen Preissteigerung auflaufenden Zusatzkosten in entsprechender Höhe zu tragen. Das Land Niedersachsen hatte bereits an verschiedenen Stellen signalisiert, dass man sich auch an den Baukostensteigerungen beteiligen werde.

Disziplinen räumlich und inhaltlich verbinden

Die Basis für den geplanten Neubau der Zentralklinik in Uthwerdum ist das zukunftsorientierte medizinische Strukturkonzept der Trägergesellschaft. Darin sind strategische Überlegungen zum demographischen Wandel, zum medizinischen Fortschritt, zur Digitalisierung und zur Robotik im Gesundheitssektor sowie zum sich weiter verschärfenden Fachkräftemangel eingeflossen. Im Mittelpunkt der Medizinstrategie steht die konsequente Umsetzung einer über alle, nicht nur über medizinische Bereiche greifenden fachlichen Zusammenarbeit. Die Disziplinen, die für eine zukunftsgerechte Patientenversorgung zusammengehören, werden inhaltlich und räumlich in direkte Beziehung zueinander gesetzt. So können immer komplexere Erkrankungen effizient und umfassend diagnostiziert und therapiert werden. Alle betriebsorganisatorischen Abläufe sind patienten- und mitarbeiterzentriert ausgelegt, das Prinzip der kurzen Wege wurde konsequent umgesetzt. Ein hoher Automatisierungsgrad in der Logistik erleichtert die Arbeit und fokussiert auf die Pflege und Betreuung der anvertrauten Patienten.

Baubeginn für 2023 geplant

Mit der Zentralklinik entsteht ein modernes und zentral zwischen den Städten Aurich, Emden und Norden gelegenes 814-Betten-Haus mit 4000 Räumen auf einem 36 Hektar großen Areal in Uthwerdum. Die Bruttogeschossfläche (BGF) beträgt 115 000 Quadratmeter und die Nutzungsfläche (NUF) 44 000 Quadratmeter. Die Grundstücksfläche bietet ausreichend Potenzial für Erweiterungsbauten und die Ausbildung eines Medizincampus. Ein Beispiel hierfür ist das geplante Diagnostikum, in dem unter anderem das Kliniklabor untergebracht sein wird.  Zudem wurden vielfältige Aspekte der Nachhaltigkeit in den Planungen berücksichtigt. Das gilt grundsätzlich für die Bauweise, aber auch für das zukunftsweisende, klimaschonende Energiekonzept.

Der Rahmenterminplan sieht den Baubeginn, der mit der Umlegung der Gewässer (Uthwerdumer Vorfluter) startet, für 2023 und die Inbetriebnahme für 2028 vor. Mit dem Einzug werden die drei bestehenden Kliniken mit ihren 891 somatischen und psychiatrischen stationären Betten geschlossen werden. Gleichzeitig entstehen an den bisherigen Standorten regionale Gesundheitszentren für die ambulante Versorgung der Bevölkerung. Sie sind Bestandteil der Nachnutzungskonzepte, die derzeit vom Landkreis Aurich und der Stadt Emden erstellt werden.

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