Georg Thieme Verlag KG
kma Online

Millionen-DefizitMain-Kinzig-Kliniken treiben Spezialisierung voran

Das Konzern-Jahresergebnis 2021 der Main-Kinzig-Kliniken offenbart ein Defizit von rund 7,8 Millionen Euro. Nun arbeiten die Verantwortlichen an einer Zukunftsperspektive für die Standorte Gelnhausen und Schlüchtern.

Krise Chance
bluedesign/stock.adobe.com

Symbolfoto

Nach ausgeglichenen Jahresergebnissen in den Jahren 2019 und 2020 erwirtschafteten die Main-Kinzig-Kliniken im Jahr 2021 bei leicht gesteigertem Umsatz ein Defizit von rund 7,8 Millionen Euro. Der Main-Kinzig-Kreis als alleiniger Eigentümer der Kliniken hat das Minus bereits im Laufe des Geschäftsjahres ausgeglichen.

Strategische Entwicklungen

Das Defizit sei bereits ab dem Moment erwartbar gewesen, als bekannt wurde, dass die coronabedingten Ausgleichszahlungen Mitte des Jahres 2021 auslaufen, erklärte Kliniken-Geschäftsführer Dieter Bartsch. Deutlich gestiegene Mehrkosten für Sachaufwendungen, Material und auch Personal hätten zu einem großen Teil zum Defizit beigetragen. Hinzu kämen hohe Kosten durch die Notwendigkeit, täglich rund um die Uhr Notfallleistungen vorzuhalten, welche jedoch nicht vollständig refinanziert würden. Das Jahresergebnis mache damit ein Handeln in zwei Richtungen notwendig: Einerseits sollen Maßnahmen zur Wiederherstellung der wirtschaftlichen Balance umgesetzt werden. Andererseits gibt es strategische Überlegungen zur Entwicklung der beiden Standorte.

Schwerpunktbildung im Fokus

Hierbei setzen die Kliniken insbesondere darauf, Schwerpunkte zu bilden und die Versorgung in Gelnhausen und Schlüchtern weiter zu spezialisieren. Die Möglichkeiten der ambulanten Versorgung sollen stärker genutzt, Prozesse optimiert und die Zusammenarbeit der Standorte weiter verbessert werden. Potenziale, die Versorgung zu intensivieren und den Mitarbeitenden weiter ein attraktives Arbeitsumfeld zu bieten, seien eindeutig ersichtlich.

So sei Gelnhausen ein umfassender Notfallstandort, an welchem komplexe Krankheitsbilder behandelt würden – dies solle zukünftig weiter vertieft werden. In Schlüchtern hingegen finde eine Basis-Notfallversorgung statt – in starker Vernetzung mit dem Standort Gelnhausen. Die Zusammenarbeit im fachklinischen Bereich soll künftig weiter gestärkt werden. Den Aufbau einer neuen Klinik für Prothetik und arthroskopische Chirurgie nennt Bartsch hier als Beispiel: So solle die endoprothetische Versorgung zukünftig an einem Standort zusammengeführt werden. Daher würden die Standorte eng miteinander verzahnt, und der gemeinsame Aufbau eines zertifizierten Prothesenzentrums werde angestrebt.

Wirksame Schritte der Politik gefordert

Die Umsetzung der Maßnahmen zur Zukunftsentwicklung und der Weg in Richtung wirtschaftliche Balance stünden in den nächsten Monaten und im nächsten Jahr im Mittelpunkt, sagt Landrat Thorsten Stolz. Auch ließen laufende und angestrebte Maßnahmen für das laufende Geschäftsjahr ein besseres Jahresergebnis im Vergleich zu 2021 erwarten. Jedoch sei nun die Bundespolitik gefordert: Sowohl kurzfristige Maßnahmen zur Sicherstellung der Liquidität und hinsichtlich eines Inflations- bzw. Energieausgleichs seien nötig, aber es müsse auch eine grundsätzliche Strukturreform und ausreichende Finanzierung der Vorhaltevorgaben geben.

Bitte loggen Sie sich ein, um einen neuen Kommentar zu verfassen oder einen bestehenden Kommentar zu melden.

Jetzt einloggen

  • Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!