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Medizinstrategie vorgestelltFünf Szenarien für Zukunft der Imland Kliniken

Die Imland Klinik hat Aufsichtsrat und Hauptausschuss des Kreises eine Medizinstrategie mit fünf möglichen Szenarien vorgestellt. Sie beschreiben, wie die aktuellen Herausforderungen gemeistert werden könnten. Die Geschäftsführung plädiert für den Standorterhalt.

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Symbolfoto

Schon im letzten Jahr standen die Imland Kliniken vor der nahenden Insolvenz. Um diese abzuwenden, wurde die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG mit der Erarbeitung von Restrukturierungsoptionen beauftragt. Darauf basierend stellt die Klinik nun seine neue Medizinstrategie vor. Sie zeigt fünf Szenarien auf, wie die Zukunft der Imland Klinik gesichert werden könnte. Die Geschäftsführung empfiehlt die Beibehaltung beider Standorte, die sich jedoch aufstellen müssten.

Zentrale Grundlage für die Entwicklung und Erarbeitung der Medizinstrategie waren Gutachten der Wirtschaftsprüfungsgesellschaften KPMG und Curacon, die die Aufstellung der Klinik und den Versorgungsbedarf im Kreis Rendsburg-Eckernförde analysierten. Alle strategischen Überlegungen wurden mit den Erkenntnissen über die bauliche Struktur beider Standorte aus den Baugutachten von Unity 2020 abgeglichen.

Einige der möglichen Szenarien sind der Öffentlichkeit bereits bekannt:

  1. Beibehaltung der aktuellen Klinikstruktur
  2. Ein-Standort-Strategie in Rendsburg
  3. Neubau der Klinik an einem neuen Standort

Ihnen alle ist eins gemeinsam: Es bräuchte Investitionen. Gleichzeitig müsste Personal abgebaut werden. Dies wäre allerdings in unterschiedlichem Umfang nötig. Bewertet wurden die Szenarien anhand:

  • medizinischer Qualität
  • personeller Besetzbarkeit
  • Nachhaltigkeit
  • möglicher Patientenwanderungen
  • Ressourcenbedarf
  • Wirtschaftlichkeit/Investitionsbedarf.

Neues Szenario zur Zukunftssicherung

Im Prozess zur Strategieentwicklung haben die internen Experten und die externen Berater ein neues, bisher unbekanntes Szenario entwickelt. Es sieht die Beibehaltung beider Standorte mit einer Zusammenlegung von Abteilungen am Standort Rendsburg und einer neuen medizinischen Ausrichtung für den Standort Eckernförde vor. Hier soll eine Klinik mit internistisch-altersmedizinischem und psychiatrischem Angebot inklusive Schmerztherapie entstehen.

Überdies würde eine Notfallambulanz unter Einbindung der KV-Anlaufpraxis und der MVZ-Strukturen die ambulante Notfallversorgung am Standort Eckernförde sicherstellen. Dies entspräche dem bundesweiten Trend zur Spezialisierung und würde den Ergebnissen der Versorgungsbedarfsanalyse Rechnung tragen. Beide Standorte – Rendsburg und Eckernförde – könnten sich so auf ihre Stärken konzentrieren und sie ausbauen. Doppelstrukturen und interne Konkurrenz hätten ein Ende, auch die notwendigen Betriebsgrößen der Abteilungen wären durch die Bündelung der Leistungen gewährleistet.

Dieses neue Szenario wird von der Imland-Geschäftsführung und von Curacon empfohlen. Durch die Bündelung der bestehenden Angebote am Standort Rendsburg und die neue Ausrichtung des Standorts Eckernförde wäre das Szenario langfristig tragbar, weil sowohl internistisch-geriatrische als auch psychische Erkrankungen laut Versorgungsbedarfsanalyse zukünftig vermehrt behandelt werden müssen.

Imland Geschäftsführer Markus Funk erklärte: „Dieses neue Szenario wurde gemeinsam von Imland und Curacon entwickelt. Es wird vom Mediacal Board und der großen Mehrheit der Chefärzte unterstützt. Es erhält den Standort Eckernförde und sichert Arbeitsplätze. Natürlich haben auch die anderen Szenarien Vorteile, die in der Abwägung zu berücksichtigen sind. Bei Szenario 1 wären keine gravierenden Eingriffe erforderlich. Zweifelhaft ist nur, ob es auf Dauer tragfähig wäre. Die Ein-Standort-Strategie wäre wirtschaftlicher, aber mit Härten für die Beschäftigten und für Eckernförde verbunden. Selbstverständlich bietet ein Neubau spannende Potenziale, aber erst in über zehn Jahren und mit enormen Investitionskosten. In der Gesamtbetrachtung, unter Berücksichtigung aller Kriterien, überzeugt uns das neue Szenario mit einer Bündelung der operativen Leistungen in Rendsburg und einer Klinik mit internistisch-altersmedizinischem und psychiatrischem Angebot inklusive Schmerztherapie in Eckernförde.“

Ein weiterer Vorteil aus Sicht der Befürworter dieses neuen Szenarios: Es könnte zeitnah in die Umsetzung gehen und benötigt nicht einen jahrelangen Vorlauf in Bezug auf Infrastrukturveränderungen.

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