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MissbrauchsverdachtErmittlungen gegen Kinderarzt der Havelland Kliniken

Ein Kinderarzt der Havelland Kliniken steht unter Verdacht, mehrere Kinder missbraucht zu haben. Eine Anzeige brachte die Ermittlungen ins Rollen. Die Klinikgruppe will erklären, wie sie den Fall aufarbeitet und welche Konsequenzen folgen.

Kind
Aron M Austria/stock.adobe.com
Symbolfoto

Ein Kinderarzt soll während des Dienstes in einer Klink im brandenburgischen Rathenow westlich von Berlin ein Kind sexuell missbraucht haben. Es gibt Anzeichen dafür, dass der Mann noch mehr Kinder missbraucht hat, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Potsdam am 13. Januar sagte. Der 45 Jahre alte Kinderarzt sitzt seit November in Untersuchungshaft. 

In einer Mitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft heißt es: „Dem Beschuldigten wird zur Last gelegt, am 2. November 2025 im Rahmen der Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit ein Kind in den Räumen des Klinikstandorts Rathenow sexuell missbraucht zu haben.“ Das Krankenhaus gehört zu den Havelland Kliniken, die tief betroffen reagierte. Am heutigen Mittwoch will das Unternehmen erklären, wie es mit den Vorwürfen gegen den Arzt umgeht.

Nach der Anzeige der Mutter des Kindes kam es zu Durchsuchungen der Polizei. Die Ermittler stellten eine Vielzahl von Datenträgern sicher. Die Auswertung und weitere Beweismittel führten zu einem dringenden Tatverdacht gegen den Arzt, wie es hieß. 

Haftbefehl wegen Wiederholungsgefahr

Der Mann wurde am 24. November festgenommen. Einen Tag darauf erließ eine Ermittlungsrichterin Haftbefehl. Als Haftgrund wird Wiederholungsgefahr angeführt. Die Polizei hat auch ein Hinweistelefon eingerichtet. 

Die Auswertung der sichergestellten Datenträger habe Anhaltspunkte für das Vorliegen weiterer Missbrauchshandlungen ergeben, so die Staatsanwaltschaft Potsdam. Um wie viele mutmaßliche Opfer es geht, sagte die Sprecherin der Behörde, Oberstaatsanwältin Hanna Urban, jedoch nicht. 

Klinikgesellschaft will Fall aufarbeiten

Die betroffene Unternehmensgruppe, die Klinikstandorte in Nauen und Rathenow hat, startete nach eigenen Angaben eine interne Aufarbeitung. Auch eine Überprüfung des Kinderschutzkonzepts sei angestoßen, hieß es. Zudem teilten die Havelland Kliniken mit: „Unsere Gedanken sind bei den betroffenen Kindern und ihren Familien.“

Anhaltende Ermittlungen, wenig Antworten 

Die Staatsanwaltschaft Potsdam hielt sich mit weiteren Auskünften bedeckt. Zur Auswertung von Datenträgern und ob es sich um ein Handy und einen Computer handelte, machte die Behörde mit Verweis auf die andauernden Ermittlungen keine Angaben. Zur Frage, warum die Staatsanwaltschaft rund eineinhalb Monate nach der Festnahme an die Öffentlichkeit geht, sagte die Sprecherin: „Wir haben Ermittlungen durchgeführt. Nun schien ein geeigneter Zeitpunkt.“

Update

Die Havelland Kliniken haben einen externen Experten und eine Sonderbeauftragte zur Aufarbeitung des Falls am Krankenhaus eingesetzt. Sie sollen die bestehenden Schutzmechanismen an den Kliniken überprüfen, wie das Unternehmen am 14. Januar mitteilte. Eine seit langem geltende Regel im Klinik-Alltag soll der verdächtige Arzt nicht eingehalten haben.

Gegen Vier-Augen-Prinzip verstoßen

Bei dem Verdachtsfall auf sexuellen Missbrauch bei einer medizinischen Untersuchung an der Klinik in Rathenow sei gegen Standards des Kinderschutzkonzeptes verstoßen worden, so der Ärztliche Direktor, Mike Lehsnau. Das geltende Vier-Augen-Prinzip sei verletzt worden. Danach müssen laut KIinik zwei Mitarbeitende oder ein Mitarbeitender und ein Angehöriger bei der Untersuchung dabei sein. Um was für eine Behandlung es konkret ging und wie alt das Kind war, wollte das Unternehmen nicht sagen.

Elterntelefon eingerichtet

Der Verdachtsfall verunsichere Eltern, Patienten, Mitarbeitende und Öffentlichkeit, sagte der Geschäftsführer der Unternehmensgruppe, Thilo Spychalski. Alle Mitarbeiter seien zutiefst schockiert. Laut Klinikgruppe wurde auch ein Elterntelefon eingerichtet.

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