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BetriebsübergangNachnutzungskonzept für Sana Klinik Bad Wildbad gesucht

Wie bereits berichtet, verschmilzt die Sana Klinik Bad Wildbad mit den Kreiskliniken Calw. Zum Ausgleich eventueller Nachteile für Mitarbeitende wurde zwischen der ehemaligen Sana Klinik und dem Sana Betriebsrat ein Interessenausgleich im Sozialplan verhandelt.

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Symbolfoto

Die Pforten der Sana Klinik Bad Wildbad schließen sich am 31. Juli. Der ambulante und stationäre Versorgungsbetrieb wird dann eingestellt und die verbliebenen Patienten an die Kreiskliniken Calw verlegt, mit der die Sana Kliniken Bad Wildbad GmbH sowie das Medizinischen Versorgungszentrum der Sana Bad Wildbad verschmelzen. Ins Handelsregister eingetragen ist der Betriebsübergang bereits.

„Grundsätzlich gehen alle Beschäftigungsverhältnisse der Sana Klinik Bad Wildbad mit der Verschmelzung im Rahmen eines Betriebsübergangs auf die Kreiskliniken Calw-Nagold über“, erläutert Regionaldirektorin Alexandra Freimuth den Prozess. „Formal sichert die Kreiskliniken Calw gGmbH (KK CW) also den Beschäftigten die nahtlose Weiterbeschäftigung an den Krankenhäusern Calw oder Nagold zu und tritt damit auch für die medizinische Versorgung der Patientinnen und Patienten aus der Region ein.“ Für den Betriebsübergang wurden auch die zustimmungspflichtigen Gremien und Einrichtungen – intern wie extern – wie z. B. die Regierungspräsidien oder Betriebsratsgremien eng eingebunden.

Mehrheit der Belegschaft geht zum Klinikverbund Südwest

Der Konzernbetriebsrat des Klinikverbundes Südwest (KVSW), der Gesamtbetriebsrat Calw-Nagold sowie der Standorte Calw und Nagold haben beispielsweise einem Fristverzicht und dem Erhalt der Unterlagen bezüglich des Betriebsübergangs der Klinik sowie dem MVZ zugestimmt. Auch das Go des Sana-Betriebsrates Bad Wildbad und des Konzerns lagen fristgerecht vor. Um potenzielle Nachteile zu kompensieren, wurde zudem zwischen der ehemaligen Sana Klinik und dem Sana Betriebsrat ein Interessenausgleich im Sozialplan verhandelt. Mitarbeitende, die beispielsweise mit dem Wechsel an den neuen Arbeitsort in Calw oder Nagold eine übermäßige Zusatzbelastung zu erwarten haben, erhalten u.a. Fahrkostenunterstützung.

Die KK CW gGmbH geht davon aus, dass von den knapp 90 Beschäftigten der ehemaligen Sana Klinik ca. 25 nicht zum Klinikverbund Südwest (KVSW) wechseln werden. Unabhängig vom regelhaften Betriebsübergang haben im Gegenzug 12 bereits vorzeitig aktiv Verträge mit dem KVSW abgeschlossen. „Grundsätzlich hat die Belegschaft im Zuge des Betriebsüberganges ein außerordentliches Kündigungsrecht. Wir erwarten aber am kommenden Montag rund 50 neue Kolleginnen und Kollegen im Rahmen eines Willkommens- und Einführungstages an den Kliniken Calw für beide Standorte“, so Regionaldirektorin Alexandra Freimuth.

Erweiterung des Leistungsspektrums

Zudem übernimmt der KVSW zum 1. August auch die Notarztstandorte in Bad Wildbad und Schömberg zusätzlich zu den bereits betriebenen in Calw, Nagold, Altensteig und neuerdings noch Wildberg. „In den nächsten Wochen und Monaten werden wir unser Leistungsangebot daher gezielt auch in der Region Bad Wildbad stärker vorstellen und diverse Informationsveranstaltungen auch mit den medizinischen Ansprechpartnern unserer Kliniken in Calw und Nagold anbieten“, verspricht die Regionaldirektorin.

Das bisherige Leistungsspektrum der Kliniken Calw wird ab 1. August durch die ambulante und stationäre Schmerztherapie ergänzt. Dr. Edgar Bauderer wird mit seinem Team zum KVSW wechseln und die KV-Ermächtigung in der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin Calw weiter fortführen. „Ziel ist es, das Medizinische Versorgungszentrum mit den Fachbereichen Rheumatologie und Chirurgie an den Kliniken Calw fortzuführen“, betont Freimuth. „Ein zeitlich nahtloser Übergang ist aufgrund rechtlicher Formalien zu unserem Bedauern aber nicht realisierbar. Hier stehen wir im engem konstruktiven Dialog mit der Kassenärztlichen Vereinigung und sind zuversichtlich, dass das MVZ in dieser Form ab 22. September 2022 an den Kliniken Calw wiedereröffnet werden kann.“

In den kommenden Wochen soll zusammen mit der Stadt Bad Wildbad ein nachhaltiges und gewinnbringendes Nachnutzungskonzepte für das Gebäude der ehemaligen Sana Klinik werden, dass auf einem tragfähigen Konzept fußt. Hierzu laufen bereits Gespräche zwischen Landkreis, Klinik und der Stadt Bad Wildbad. Diese Gespräche werden auch mit bisherigen Mieterinnen geführt, um Lösungen vor Ort zu finden. Ein genaues Datum bezüglich des Nachfolgebetriebs existiert noch nicht.

„Mit der Erweiterung der Klinik in Nagold und dem Bau eines neuen Klinikums in Calw auf dem Gesundheitscampus ist die medizinische Versorgung im Landkreis zukunftssicher aufgestellt“, so Landrat Helmut Riegger. Damit geht die Notfallversorgung mit den Notarztstandorten in Bad Wildbad und Schömberg einher, deren Betrieb zukünftig über die Kreiskliniken Calw gGmbH sichergestellt wird. Einen dritten akut-stationären Klinikstrandort neben Calw und Nagold wird es nicht geben.

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