Senatorin reagiert auf „Spiegel“-Artikel

Prüfer-Storcks lässt alle Hamburger Asklepios-Kliniken prüfen

Hamburgs Gesundheitssenatoren macht Ernst: Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) hat angesichts mehrere Berichte über mutmaßliche Hygiene-Mängel, Überlastungsanzeigen und Proteste von Mitarbeitern eine Sonderprüfung aller Asklepios-Kliniken in Hamburg veranlasst. Auch der Konzern äußert sich gegenüber kma zu den Vorwürfen.

Prüfer-Storcks sagte dem „Hamburger Abendblatt“, Asklepios habe für die medizinische Versorgung in Hamburg und darüber hinaus eine zentrale Bedeutung. "Die in der Öffentlichkeit erhobenen Vorwürfe besorgen die Hamburger. Deshalb führe ich Gespräche mit der Unternehmensspitze über geeignete Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitssituation." Das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ hatte zuvor eine Titelgeschichte über die Zustände in den Hamburger Asklepios-Kliniken herausgebracht. Die Gesundheitssenatoren entscheidet über Krankenhausplanung und Investitionsgelder. Sie formulierte im „Hamburger Abendblatt“ auch eine Forderung an den mit rund 14.000 Mitarbeitern größten Arbeitgeber Hamburgs: "Ich wünsche mir eine Transparenzoffensive von Asklepios, damit das Vertrauen in die Arbeit der Asklepios-Häuser wieder gefestigt werden kann." Die Gesundheitssenatorin unterstrich, dass sie den damaligen Verkauf des Landesbetriebs Krankenhäuser (LBK) an Asklepios für einen Fehler hält.

Hamburg ist mit einer Sperrminorität von 25,1 Prozent Mitgesellschafter der Asklepios Hamburg GmbH, die aus den ehemaligen Landeskrankenhäusern (LBK) der Stadt besteht. Im "Abendblatt" heißt es, nach einer bislang geheim gehaltenen Absprache solle Hamburg trotz der Sperrminorität bei entscheidenden Personal- und Finanzfragen im Asklepios-Aufsichtsrat faktisch nichts zu sagen haben.

 

Asklepios: "Wir haben 2.500 Arbeitsplätze in Hamburg geschaffen"

Auch der Asklepios äußerte sich heute zu den Vorwürfen im „Spiegel“. Die Kritik an privaten Krankenhausbetreibern gehe an der Realität vorbei, so der Hamburger Krankenhauskonzern. „Gerade bei privaten Krankenhausbetreibern ist der gesellschaftliche Nutzen besonders hoch, da sie hochwertige Versorgung leisten, die Länder und Kommunen nicht mit Steuergeldern subventionieren“, schreibt das Unternehmen. In Hamburg habe Asklepios seit der Privatisierung mehr als 1,25 Milliarden Euro in die Krankenhäuser investiert, davon mehr als 600 Millionen Euro aus Eigenmitteln. „In den im ‚Spiegel‘-Artikel hervorgehobenen Hamburger Kliniken haben wir seit der Übernahme rund 2.500 neue Arbeitsplätze geschaffen.“

 

„Spiegel“: Der Verkauf war ein finanzielles Debakel für Hamburg

Der „Spiegel“ hatte den Verkauf der Kliniken an Asklepios als finanzielles Debakel für Hamburg bezeichnet. Die Stadt habe die Hälfte der LBK-Schulden übernommen, zudem musste Asklepios laut „Spiegel“ 75 Millionen Euro vom ursprünglichen Kaufpreis (318 Millionen Euro) erst gar nicht überweisen. „Sie wären nur fällig gewesen, wenn die Kliniken in den ersten fünf Jahren in Summe gut 408 Millionen Euro operativen Gewinn (Ebitda) abgeworfen hätten, ein Ding der Unmöglichkeit“, so das Magazin.

 

Der politische Druck auf Asklepios wächst

Angesichts der Forderungen von Politikern, die Verträge zwischen Hamburg und Asklepios offenzulegen, wächst der Druck auf den amtierenden Senat. Die Linken in der Bürgerschaft möchten mit der SPD und den Grünen Gespräche über eine gemeinsame Aktenvorlage führen.

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