Im Interview

Rhein-Maas-Klinikum erstellt Konzept zum Einsatz von Physician Assistants

Der Einsatz von Physician Assistants (PA) wirkt sich positiv auf die Kommunikation und Abläufe in einer Klinik aus, meinen René A. Bostelaar, Geschäftsführer des Rhein-Maas Klinikums und sein wissenschaftlicher Mitarbeiter Dr. Guido Grasekamp. Sie haben ein Konzept zum Einsatz der PAs entwickelt. 

Rhein-Maas Klinikum

Für René A. Bostelaar, Geschäftsführer des Rhein-Maas Klinikums (links) und seinen wissenschaftlichen Mitarbeiter Dr. Guido Grasekamp ist der Einsatz von Physician Assistants ein voller Erfolg.

Herr Bostelaar, Herr Dr. Grasekamp, Sie haben ein eigenes Konzept für PAs an Ihrer Klinik aufgelegt. Was beinhaltet es?

Bostelaar: Zum einen haben wir die Aufgaben unserer PA mit denen des Curriculums der BÄK und KBV abgestimmt, um uns rechtlich abzusichern. Kern des Konzepts ist aber eine Methode zur Lernstandsrückmeldung, die jetzt Teil unseres QM-Systems ist.

Damit können wir die Qualität der Prozesse, in denen die PA eingebunden ist, ständig beobachten und so neben der sichtbaren Qualitätsentwicklung auch rechtlich nachweisen, wie sich das Aufgabenprofil mit der Zeit entwickelt – ob es zum Beispiel ausgeweitet wird. Derzeit arbeitet an unserer Klinik eine PA in der Gefäß- und Thoraxchirurgie, langfristig wollen wir noch weitere einstellen.

Was gehört zu den Aufgaben der PA?

Grasekamp: Unsere PA erhebt beispielsweise die Anamnese und nimmt erste körperliche Untersuchungen vor. Aber: Alles nur „vorbereitend“, das heißt, sie muss sich immer rückversichern und darf keine eigenen Diagnosen stellen. Sie assistiert auch bei chirurgischen Eingriffen und – das ist ein ganz wichtiger Punkt – sie bildet eine Schnittstelle zwischen Arzt und Patient. Dabei geht es darum, mit Patienten und Angehörigen Gespräche zu führen oder noch offene Fragen zu Diagnosen und Behandlungsplänen zu klären. Das alles ist für die Ärzte eine enorme Entlastung. Einfach auch, weil es einen zusätzlichen Ansprechpartner gibt.

Schafft das keine Probleme, wenn PAs ähnliche Aufgaben wie Assistenzärzte übernehmen?

Bostelaar: Hier haben wir ehrlich gesagt tatsächlich mit Gegenwind auf Seiten der Assistenzärzte gerechnet. Fest steht aber, dass sie die PA inzwischen nicht mehr missen möchten, auch weil Assistenzärzte jetzt strukturiert im OP eingesetzt werden können. Denn während die Ärzte im OP stehen, ist die PA auf Station der feste Ansprechpartner für Pflege und Patienten. Sie ist über jeden Patienten informiert und kann viele Dinge selbstständig regeln und entscheiden, was den Ärzten auch Zeit für ihre Weiterbildung verschafft.

Stichwort „entscheiden“ – gibt es da Grauzonen?

Bostelaar: Das Problem ist, dass derzeit weder die Ausbildung noch das Einsatzprofil der PAs gesetzlich geregelt sind. Und ohne klare Rechtsgrundlage agiert man natürlich in einer Art juristischen Grauzone. Positiv ist, dass die BÄK und KBV nun dieses Konzept vorgelegt haben, das die Aufgaben der PA klar umreißt und bundesweit einheitliche Ausbildungsstandards etablieren soll.

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