Einigung

Rhön-Klinikum rettet insolventes Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum

Neue Hoffnung für die Marburger Ionenstrahl-Therapie: Wenn alles glatt geht, übernimmt das Rhön-Klinikum ab dem nächsten Jahr die insolvente Marburger Ionenstrahltherapie-Zentrums GmbH als Alleingesellschafterin.

Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum (MIT)

MIT Marburg

Marburger Ionenstrahl-Therapiezentrum (MIT)

Bisher hält das Universitätsklinikum Heidelberg 75,1 Prozent der Anteile, die Rhön-Klinikum AG 24,9 Prozent. Der Krankenhauskonzern mit Sitz in Bad Neustadt an der Saale und das baden-württembergische Klinikum haben sich auf die Übernahme der Gesellschafteranteile geeinigt, wie beide Partner am Freitag mitteilten. Der Vollzug steht allerdings "unter dem Vorbehalt der üblichen aufschiebenden Bedingungen", unter anderem muss das Kartellamt zustimmen.

Über die Höhe des Kaufpreises haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Der Erwerb der Anteile soll zum 1. Januar 2019 erfolgen. Damit würde der Klinik-Konzern zur Alleingesellschafterin.

Arbeitsplätze in Marburg blieben erhalten

Das Universitätsklinikum kündigte bereits am Freitag an, den im September 2018 eingereichten Insolvenzantrag zurückzunehmen. Die Arbeitsplätze in Marburg blieben erhalten; Patienten könnten ohne Unterbrechung weiterbehandelt werden, hieß es aus Heidelberg.

"Mit der erzielten Einigung, die einen erfolgreichen Neustart des MIT unter der medizinischen wie wirtschaftlichen Führung der Rhön-Klinikum AG ermöglichen wird, können wir die weitere Versorgung der Patienten mit einer innovativen Behandlungstherapie sicherstellen", sagte Stephan Holzinger, Vorstandsvorsitzender der Rhön-Klinikum AG laut Mitteilung.

Zuletzt fehlten vier Millionen Euro im Jahr

Die Marburger Ionenstrahl-Therapie wurde 2014 als gemeinsame Tochter beider Partner gegründet. Die Anlage wurde von Siemens gebaut. Das Bestrahlen mit Protonen und Schwerionen wird zur punktgenauen Behandlung von Tumoren eingesetzt. Nach Angaben der Geschäftsleitung fehlten zuletzt pro Jahr vier Millionen Euro, unter anderem weil weniger Patienten kamen als erwartet.

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