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6000 Proben täglichRichtfest für zukünftiges Laborzentrum am UKSH

Im Oktober 2021 ist der Rohbau des neuen Laborzentrums des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) am Campus Kiel fertiggestellt worden. Der Umzug in den Neubau ist für Dezember 2022 geplant.

Richtfest Laborzentrum UKSH
UKSH

Finanzministerin Monika Heinold beim Richtfest im Oktober 2021

Nach einem Jahr Bauzeit ist der Rohbau des neuen Laborzentrums des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) am Campus Kiel fertiggestellt, was am 4. Oktober 2021 mit dem Richtfest gefeiert wurde. Begrüßt wurden die Anwesenden von Monika Heinold, Finanzministerin des Landes Schleswig-Holstein, Prof. Dr. Jens Scholz, Vorstandsvorsitzender des UKSH, und Prof. Dr. Ralf Junker, Ärztlicher Direktor des campusübergreifenden Diagnostikzentrums; sowie von Dr. Daniel Häußermann, Vorstandsvorsitzender BAM Deutschland, und Ing. Walter Troger, Geschäftsführer Vamed, Immobilienpartner des UKSH, denen die bauliche Umsetzung des Hauses obliegt. Die Baumaßnahme ist Teil des Baulichen Masterplans des UKSH und zentralisiert die diagnostischen Labore der einzelnen Fachbereiche, die derzeit in verschiedenen Gebäuden untergebracht sind.

Den finanziellen Rahmen für Sanierungen und Modernisieren hätte das Land mit dem Zukunftspakt UKSH gesteckt, sagte Finanzministerin Monika Heinold. Die Entstehung des Neubaus im Rahmen des Baulichen Masterplans hätte die parteiübergreifende Unterstützung des Landtages 2011 möglich gemacht

6000 Proben sollen täglich befundet werden

Das neue sechsgeschossige Laborzentrum vereint auf einer Fläche von über 6000 Quadratmetern nahezu die gesamte Labordiagnostik beider Campi. Es steht für die Zentralisierungsstrategie des UKSH, nach der Leistungen - soweit medizinisch möglich und sinnvoll - an einem Campus gebündelt werden. Zusammengeführt wird im Gebäude künftig die Labordiagnostik der Institute für Klinische Chemie und für Infektionsmedizin, der Klinik für Infektiologie und Mikrobiologie, der Krankenhaushygiene und des Medizinaluntersuchungsamts, der Transfusionsmedizin und der Humangenetik sowie spezialisierter Bereiche der Kinderklinik. Am Campus Lübeck werden jedoch weiterhin jene diagnostischen Leistungen vorgehalten, die sehr kurzfristig und in Notfällen für die Versorgung der Patientinnen und Patienten erforderlich sind.

Künftig werden im Laborzentrum täglich rund 6000 Proben für die Patientinnen und Patienten des UKSH - und für Erkrankte aus 29 anderen Krankenhäusern - befundet und bis zu 40 000 Messergebnisse freigegeben. Untersucht werden unter anderem die Zellen des Blutes und anderer Körperflüssigkeiten, der Hormonstatus, die Funktion des Gerinnungssystems und des Immunsystems und sämtliche Organfunktionen. Hinzu kommen Notfallanalysen, zum Beispiel bei akuten Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems. Es werden bakterielle und virale Infektionen, auch sehr seltene Erreger nachgewiesen, Blutkonserven und andere Blutprodukte für die Transfusion vorbereitet, genetische Marker bestimmt und Untersuchungen für die Krankenhaushygiene durchgeführt, um Krankenhausinfektionen zu vermeiden. Dabei kommen alle modernen Verfahren der Labordiagnostik zum Einsatz. Dies umfasst die Routinediagnostik bei der stationären Aufnahme der Patientinnen und Patienten bis hin zur hochspezialisierten Diagnostik bei seltenen Erkrankungen.

Probentransport direkt von den Stationen durch Rohrpostanlage

Funktionelle Betriebsabläufe werden unter medizinischen, organisatorischen und wirtschaftlichen Aspekten bestmöglich im neuen Gebäude gestaltet. Im Erdgeschoss und in den zwei folgenden Geschossen entstehen vorwiegend Laborbereiche. Dazu gehört ein Speziallabor der Schutzstufe L3 nach Biostoffverordnung, in dem hochansteckende und Krankheitserreger höherer Gefahrstufen nachgewiesen werden können. Im 3. Obergeschoss sind Fortbildungs- und Konferenzräume, Umkleideräume, Büros, ein Aufenthaltsraum sowie ein Ambulanzbereich vorgesehen. Die Technikzentrale des Gebäudes befindet sich ebenfalls im 3. Oberschoss und im darüber gelegenen Staffelgeschoss. Lagerflächen sind hauptsächlich im Kellergeschoss untergebracht.

Prozesse werden zur Sicherheit der Patientinnen und Patienten optimiert. Dies gelingt unter anderem durch die Installation einer an andere Klinikgebäude angeschlossenen Rohrpostanlage, die den Probentransport direkt von den Stationen ermöglicht - und dies mit zwei Geschwindigkeiten, da Blut des sanften und schonenden Transportes bedarf. Eingeführt wird der derzeit höchstmögliche Automatisierungsgrad bei der Laboranalytik. Auch werden IT-Systeme betrieben, die ein sehr genaues Nachverfolgen jeder einzelnen Probe erlauben.

Baukosten liegen bei circa 26 Millionen Euro

Im neuen Zentrum wird außerdem die gesamte Spezialdiagnostik für die Dialog Diagnostiklabor GmbH durchgeführt werden, ein Tochterunternehmen des UKSH und der Helios Kliniken, das sich auf die labormedizinische Versorgung von Krankenhäusern außerhalb des UKSH spezialisiert hat.

Der Umzug der Institute und Einrichtungen in das neue Laborzentrum ist im Dezember 2022 geplant. Baukosten der kreditfinanzierten Maßnahme belaufen sich auf rund 26 Millionen Euro.

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