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Medizinische Klinik BorstelUKSH plant in Kiel neuen Bereich für Lungenkrankheiten

Das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) will seine Lungenheilkunde ausbauen und dafür Fachkräfte der Medizinischen Klinik Borstel übernehmen, die zum Jahresende geschlossen wird. Das Angebot gelte für das gesamte Personal, sagte ein UKSH-Sprecher.

Medizinische Klinik Borstel
FZB

Die Medizinische Klinik Borstel wird zum Jahresende 2021 geschlossen.

Die Medizinische Klinik mit 81 Planbetten gehört zum Forschungszentrum Borstel (FZB), dem Lungenforschungszentrum der Leibniz-Gemeinschaft. Dessen Kuratorium hatte Ende Juni beschlossen, die Klinik Ende des Jahres zu schließen. Sie könne aufgrund ihrer Größe und der gesundheitspolitischen und -ökonomischen Rahmenbedingungen nicht ohne erhebliche wirtschaftliche Verluste betrieben werden, hieß es damals. Die Klinik ist eines von zwei Krankenhäusern zur Entwöhnung von Beatmungsmaschinen in Schleswig-Holstein, Zentrum für Infektiologie und Zentrum für seltene Lungenerkrankungen.

UKSH-Chef Jens Scholz warb jetzt im Hörsaal in Borstel für die neuen Pläne. „Uns ist klar, dass Sie in einer schwierigen Situation sind, weil die Rahmenbedingungen aus Berlin zur Abwicklung Ihrer Klinik keine andere Möglichkeit als die Schließung lassen”, sagte Scholz vor den Beschäftigten. Es gehe um Zukunftsperspektiven für die Patienten und die 183 Mitarbeiter. Scholz versprach, dass die Türen des von Borstel knapp 70 Kilometer entfernten UKSH weit offen seien, und informierte über die Arbeitsmöglichkeiten am UKSH. Dem „einzigartigen Teamgeist Borstels für die Patientenversorgung und die klinische Forschung” werde das Universitätsklinikum eine neue und sichere Zukunft geben, sagte er.

In Kiel wird die Klinik für Innere Medizin I umgebaut

Für die Pläne – Projektname „Leibniz-Lungenklinik” – wird die Klinik für Innere Medizin I am Campus Kiel umgebaut. Dafür habe das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein grünes Licht gegeben, hieß es. Damit ist der Weg für das UKSH, das FZB und die Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU) frei, ihre Kooperation in der pneumologischen Forschung und Patientenversorgung zu vertiefen. „Dass die Leistungsfähigkeit der Medizinischen Klinik Borstel an die Universitätsmedizin Anbindung findet, ist eine gute und zukunftsweisende Entscheidung”, sagte FZB-Direktor Ulrich Schaible.

Nach der Vorstellung des Dekans der Medizinischen Fakultät der CAU, Joachim Thiery, soll die neue Lungenklinik „zu einem weit ausstrahlenden Leuchtturm exzellenter infektiologischer Lungenforschung und modernster Diagnostik und Therapie mit Signalwirkung für viele Projekte” werden. In Kiel werde dafür ein klinisch und wissenschaftlich eigenständiger Bereich eingerichtet.

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