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Ohne Sana KlinikenRKU komplett vom Universitätsklinikum Ulm übernommen

Seit dem 1. Dezember 2021 ist das Universitätsklinikum Ulm (UKU) alleiniger Gesellschafter der Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm gGmbH und der RKU Invest GmbH (gemeinsam: RKU). Die Sana Kliniken scheiden damit aus.

Universitätsklinikum Ulm
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Mit dem Abschluss der laufenden Prüfverfahren und erfolgter Zustimmung der zuständigen Behörden ist das Universitätsklinikum Ulm (UKU) seit Anfang Dezember 2021  alleiniger Gesellschafter der Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm gGmbH und der RKU Invest GmbH (gemeinsam: RKU). Die Sana Kliniken AG scheidet damit aus der Gesellschafterrolle aus.

Das UKU und die Sana Kliniken AG hatten sich bereits im März 2021 darauf verständigt, dass die Gesellschaftsanteile der Sana Kliniken AG am RKU auf das UKU übergehen, sobald alle formalen Voraussetzungen für die Anteilsübernahme erfüllt sind. Wie bereits kommuniziert, soll das RKU als 100 prozentige Tochter des UKU zunächst fortgeführt werden. Die Sana Kliniken AG wird das RKU im Rahmen eines Managementvertrags in dieser Phase begleiten und unter dem bisherigen Geschäftsführer des RKU, Matthias Gruber, fortsetzen.

Für die RKU- Mitarbeiter*innen ergeben sich durch den Wechsel der Trägerschaft keinerlei Nachteile. Die Arbeitsverhältnisse bleiben unangetastet, ein Abbau von Arbeitsplätzen ist nicht geplant. Die Summe der Zahlungen des Universitätsklinikums beläuft sich auf einen Betrag von insgesamt 86 Millionen Euro und setzt sich zusammen aus einem Zuschuss des Landes Baden-Württemberg, aus Eigenmitteln des UKU sowie einer Unterstützung der Medizinischen Fakultät der Universität Ulm im Kontext der Etablierung von Forschungsflächen für das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE).

Gestaltung der Medizinstrategie jetzt möglich

Vor der Übernahme hielt das UKU zwar bereits 50 Prozent der Gesellschaftsanteile des RKU, infolge der bestehenden Governance hatte das Klinikum aber faktisch keine Möglichkeit zur Einflussnahme auf wichtige strategische und wirtschaftliche Entscheidungen des RKU. Durch die Anteilsübernahme der restlichen 50 Prozent gewinnen Klinikum, Medizinische Fakultät und Universität nun erstmalig die Möglichkeit, die Medizinstrategie für den Universitätsmedizinstandort Ulm gesamthaft zu gestalten.

„Durch die künftig viel engere Koordination und Zusammenarbeit zwischen RKU und UKU ergeben sich zahlreiche Vorteile und Verbesserungen für die Gesundheits- und Notfallversorgung in Ulm und Umgebung, von denen unsere Patientinnen und Patienten sowie die Beschäftigten beider Standorte dauerhaft profitieren werden“, erklärt Prof. Dr. Udo X. Kaisers, Vorstandsvorsitzender und Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Ulm. „Mit der jetzt vorliegenden Zustimmung der Behörden wird die Zukunftsfähigkeit der Universitätsmedizin Ulm unter Vermeidung der Vorhaltung von Doppelstrukturen langfristig gesichert.“

Die Verbesserung der interdisziplinären Notfallversorgung am Oberen Eselsberg werde es ermöglichen, den Patient*innen in der Region eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung aus einer Hand anzubieten. Mit der Konsolidierung und der damit einhergehenden Komplettierung des Fächerspektrums ergeben sich für das UKU überdies wichtige Entwicklungsperspektiven, welche die hohe Forschungsleistung der Universitätsmedizin Ulm auch zukünftig sichern und stärken sollen.

Künftig eigene neurologische Klinik

Gerade als Medizinische Fakultät sei die Etablierung und Förderung des Ulmer Standorts ein großes Anliegen, denn das UKU verfügte bisher als einziges deutsches Universitätsklinikum über keine eigene neurologische Klinik. Durch den Erwerb des RKU werde dieses Manko nun behoben und das Fächerspektrum des UKU durch die Fachgebiete Neurologie, Orthopädie und Rehabilitation vervollständigt.

 „Damit sichern wir die hohe Versorgungsqualität sowie die starke Forschungsleistung und festigen die Position des UKU in der Hochschulmedizin-Landschaft“, so Ministerialdirigent Clemens Benz, Vorsitzender des Aufsichtsrats des UKU. Auch vor diesem Hintergrund habe alles dafürgesprochen, dass das Land die Übernahme unterstütze.

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