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KopftuchverbotRUB fordert Diversität und Inklusion

Die Ruhr-Universität Bochum distanziert sich vom Kopftuchverbot am Marien Hospital Herne und arbeitet mit dem Träger St. Elisabeth Gruppe an einer Lösung zur Umsetzung von Diversität und Inklusion.

Diversität
Thaut Images/stock.adobe.com

Symbolfoto

Die Ruhr-Universität Bochum (RUB) unterstützt seine Studierenden beim Kampf gegen Diskriminierung und ein allgemeines Kopftuchverbot an den Krankenhäusern der St. Elisabeth Gruppe (SEG), zu der auch das Marien Hospital Herne als Universitätsklinikum der Universität gehört. Die Position der St. Elisabeth Gruppe – Katholische Kliniken Rhein-Ruhr in Bezug auf das Kopftuchverbot stehe „nicht im Einklang mit den Werten der RUB“, schrieben RUB-Rektor Prof. Martin Paul und die Prorektorin für Diversität, Prof. Isolde Karle, in einer gemeinsamen Stellungnahme auf der Website der Universität. Man distanziere sich „ausdrücklich“ von der Haltung der Klinik-Gruppe. Über die Vorgänge dort sei man „irritiert“, hieß es weiter.

Die Ruhr-Uni Bochum habe sich mit der Charta der Vielfalt verpflichtet, „einer Vielfalt von wissenschaftlichen Diskursen und weltanschaulichen Perspektiven Ausdruck zu verleihen. Sie betrachtet diese Diversität als Gewinn für die Universität und ihre akademische Gemeinschaft“. Unmissverständlich droht das Rektorat damit, die Zusammenarbeit mit dem Marien Hospital Herne als Teil des Universitätsklinikums zu beenden, sollte keine Lösung gefunden werden. „Die RUB ist bestrebt, Diskriminierung zu reduzieren und nach Möglichkeit zu verhindern – sowohl im Verhalten der Studierenden und Bediensteten als auch in der Kommunikation in Forschung und Lehre; sie erwartet dies auch von den mit der Universität durch Kooperationsverträge verbundenen Institutionen.“

Praktikantin musste Praktikum abbrechen

Auslöser der harschen Reaktion der Universitätsleitung waren Medienberichte über Klagen von Medizin-Studierenden. Sie hatten in einem Schreiben an die Chefärztinnen und Chefärzte moniert, dass an den SEG-Einrichtungen Frauen, die ein Kopftuch tragen wollen, diskriminiert würden. Das beträfe auch Studentinnen, Praktikantinnen oder angehende Ärztinnen im Praktischen Jahr, die nach ihrem Studium an den Klinken keine Berufsperspektive sähen. In einem Fall hatte eine 24-Jährige, die nicht an der Uni studiert, ein Ergotherapie-Praktikum an einem der Krankenhäuser abbrechen müssen, weil sie während der Dienstzeit ein Kopftuch getragen hatte.

Auf dpa-Anfrage hatte der Geschäftsführer der Klinik-Gruppe, Theo Freitag, von einem „bedauerlichen Missverständnis“ gesprochen und „Fehler in der Kommunikation“ eingeräumt. In Gesprächen sei man nun bestrebt, das Problem aus der Welt zu schaffen, hieß es von beiden Seiten. Klare Forderung der Uni: Es müsse von der SEG sichergestellt werden, „dass dort eine Unternehmenspolitik hinsichtlich Diversität und Inklusion umgesetzt wird, die mit den Werten und Regularien der RUB im Einklang ist“. Man sei zuversichtlich, dass in Kürze eine Lösung angeboten werden, so Rektor Prof. Paul.

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