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Nächste Klinik-PleiteAuch das Krankenhaus in Prüm plant ein Insolvenzverfahren

Es geht Schlag auf Schlag: Auch das St. Joseph-Krankenhaus in Prüm strauchelt. Politik und Kreis reagieren betroffen auf die angekündigte Insolvenz und planen einen Runden Tisch zur Zukunft des Standorts.

Insolvenz
K. Oborny/Thieme
Symbolfoto

Ein weiteres Krankenhaus ist in die Insolvenz gerutscht, diesmal in Rheinland-Pfalz. Wie das St. Joseph-Krankenhaus Prüm am 19. November mitteilt, will es „noch im Laufe dieser Woche“ einen Antrag auf Durchführung eines Insolvenzverfahrens beim Amtsgericht Bitburg stellen. Mit der Sanierung in Eigenverwaltung soll eine dauerhafte und nachhaltige Lösung für die Gesundheitsversorgung der Region gefunden werden, so Geschäftsführer Michael Wilke.

Als Gründe nannte das Krankenhaus, das zur Josefs-Gesellschaft (JG-Gruppe) gehört, wirtschaftliche Herausforderungen in Zeiten steigender Personal-, Energie- und Sachkosten. Hinzu kämen die strukturbedingten Herausforderungen.

Zur Unterstützung für die Geschäftsführung bei der Neuausrichtung wurden die Sanierungsexperten Dr. Christoph Niering, André Dobiey und Kristina Wessing von der Kanzlei Niering Stock Tömp aus Köln als Generalbevollmächtigte hinzugezogen. 

Die Auszahlung der Löhne ist durch die Agentur für Arbeit bis Ende Januar gesichert. Und auch die Versorgung der Patienten und der Betrieb der örtlichen und rund um die Uhr erreichbaren zentralen Notaufnahme läuft ohne Einschränkung weiter, heißt es in der Mitteilung.

Erste Reaktionen

Mit Bedauern hat der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch auf die Ankündigung des St. Joseph-Krankenhauses reagiert. Der Standort sei als medizinischer Grundversorger „eine wichtige Anlaufstelle für die Patientinnen und Patienten in der Eifelregion“, teilte der SPD-Politiker mit.

Gemeinsam mit dem Marienhaus Klinikum in Bitburg sichere das Krankenhaus die stationäre Versorgung im Eifelkreis, sagte Hoch – und dies solle auch während des Insolvenzverfahrens gewährleistet bleiben.

Runder Tisch in Mainz geplant

Auch Landrat Andreas Kruppert zeigte sich tief betroffen. Die Mitteilung habe ihn „völlig überraschend“ erreicht, teilte er mit. Das Krankenhaus sei unentbehrlich für den Eifelkreis Bitburg-Prüm und übernehme mit Notaufnahme, Fachbereichen und ambulanten Angeboten eine tragende Rolle in der westlichen Eifel.

Er erwarte von allen Verantwortlichen, den Standort zu sichern, so Kruppert. Der Kreis stehe in engem Austausch mit dem Gesundheitsministerium. Die Beschäftigten bräuchten „Verlässlichkeit, Klarheit und eine Perspektive“.

Minister Hoch kündigte an, mit der Insolvenzverwaltung, dem bisherigen Träger sowie Vertreterinnen und Vertretern des Eifelkreises Konzepte zu entwickeln, um die Versorgung in gleicher Qualität fortzuführen und weiterzuentwickeln. Der Kreis werde dabei eng eingebunden. Für das weitere Vorgehen wolle das Ministerium kurzfristig zu einem Runden Tisch nach Mainz einladen.

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