Georg Thieme Verlag KG
kma Online

Kommunale KlinikenTausende bei bundesweitem Ärztestreik

Ärztinnen und Ärzte haben am 31. März in Frankfurt für bessere Arbeitsbedingungen demonstriert. Nach Angaben des Marburger Bundes waren 4000 Teilnehmende aus dem gesamten Bundesgebiet gekommen.

Ärztestreik 31. März 2022
Marburger Bund

Laut Marburger Bund kamen rund 4000 Streikende am 31. März 2022 zur Kundgebung in Frankfurt.

Bundesweit haben beim sogenannten „Ärztestreik“ am 31. März Ärztinnen und Ärzte ihre Arbeit niedergelegt. Bei der zentralen Kundgebung in Frankfurt waren laut Marburger Bund rund 4000 Streikende.

Mit dem Aktionstag habe man „ein starkes Signal der Entschlossenheit“ an die Arbeitgeber gesendet, hieß es vom Marburger Bund. Deutschlandweit hätten sich „mehrere hundert Kliniken“ beteiligt. In Hessen waren es laut Landesverband „mehrere hundert Teilnehmer“, dort waren rund 50 Kliniken in kommunaler Trägerschaft zu dem Warnstreik aufgerufen.

Die Ärzteschaft am Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam sowie am Städtischen Klinikum Brandenburg trat ebenfalls in einen ganztätigen Warnstreik. Gut 100 Ärztinnen und Ärzte davon waren sogar zur offiziellen Kundgebung nach Frankfurt am Main gefahren.

Die Streikbereitschaft an mehreren Krankenhausstandorten in Niedersachsen sei ebenfalls grundsätzlich hoch gewesen, doch sei die Situation durch krankheitsbedingte Ausfälle infolge von Omikron-Infektionen oftmals so angespannt, dass niemand mehr da sei, der streiken könne, hieß es in der Mitteilung des Marburger Bundes Niedersachsen.

Susanne Johna kritisiert Verweigerungshaltung der VKA

Die Bundesvorsitzende Susanne Johna kritisierte die „Verweigerungshaltung“ der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände. Wer die Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen als unrealistisch oder überzogen bezeichne, ignoriere die hohe Arbeitsbelastung der Mediziner. „Die Ärztinnen und Ärzte arbeiten seit Beginn der Corona-Pandemie bis zum Anschlag und haben mehr Respekt verdient“, sagte der zweite Vorsitzende, Andreas Botzlar.

Der Marburger Bund fordert eine Erhöhung der Gehälter um 5,5 Prozent, klare Grenzen für Bereitschaftsdienste, eine Limitierung der Rufbereitschaft, einen gesicherten Anspruch auf freie Wochenenden sowie mehr Planungssicherheit bei den Diensten.

Wolfgang Heyl fordert Rücktritt von unrealistischen Forderungen

Die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) verurteilt die Arbeitskampfmaßnahmen und fordert den Marburger Bund dazu auf, die Verhandlungen für die rund 60 000 Ärztinnen und Ärzte an den kommunalen Krankenhäusern wiederaufzunehmen.

Seit über fünf Monaten versuche die VKA eine Tarifeinigung herbeizuführen. Bereits Mitte Dezember 2021 habe sie ein Angebot abgegeben und im Zuge der letzten Gespräche weitere Vorschläge zu den komplexen Themen Ruf- und Bereitschaftsdienste sowie freie Wochenenden vorgelegt. „Allerdings ist es nun am Marburger Bund, sich endlich auch einen Schritt auf uns zuzubewegen und von den völlig unrealistischen Forderungen abzurücken“, zeigt sich Wolfgang Heyl, Verhandlungsführer der VKA und Vorsitzender des Gruppenausschusses der VKA für Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, verärgert. „Die Forderungen der Gewerkschaft würden die kommunalen Kliniken maßlos überfordern – nicht nur in finanzieller Hinsicht. An kleinen Häusern und in einzelnen Abteilungen droht die Gefahr, die Daseinsvorsorge nicht mehr sicherstellen zu können. Dies ist auch nicht im Sinne der Ärztinnen und Ärzte. Auch der aktuelle Arbeitskampf geht zu Lasten der gesamten Bevölkerung.“

Bitte loggen Sie sich ein, um einen neuen Kommentar zu verfassen oder einen bestehenden Kommentar zu melden.

Jetzt einloggen

  • Derzeit sind noch keine Kommentare vorhanden. Schreiben Sie den ersten Kommentar!