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Krankenhaus JohanneumTon im Streit um beantragten Investitionszuschuss verschärft sich

Das Krankenhaus Johanneum und die Stadt Wildeshausen (Niedersachsen) streiten sich um die Höhe des Zuschusses für das Bauprojekt der Klinik. Statt den beantragten zwei Millionen Euro soll die Unterstützung nur noch eine Million Euro betragen.

Fördermittel
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Symbolfoto

Rund um den für die Modernisierung des Krankenhauses Johanneum nötigen und beantragten Investitionszuschusses entspinnt sich zwischen dem aktuellen Bürgermeister, der Klinik und einigen Stadtsratspolitikern ein Diskurs. Im Mittelpunkt: das standortsichernde Bauprojekt zur Erweiterung und Umstrukturierung des Krankenhauses Johanneum. Es sollte ursprünglich mit zwei Millionen Euro unterstützt werden. Die CDW-Fraktion (Christlich Demokratische Wählergemeinschaft für Wildeshausen) hatte diesen Zuschuss für das Erweiterungsvorhaben beantragt.

Der Finanzausschuss der Stadt Wildeshausen hat nun jedoch empfohlen, das Krankenhaus ab 2023 mit lediglich einer Million Euro zu unterstützen. Zur Überraschung des Klinikum trug hier insbesondere die Meinungsänderung der SPD-Fraktion bei, die ursprünglich ebenfalls den Zuschuss in Höhe von zwei Millionen beantragt hatte. Im Finanzausschuss hätten sie dann jedoch nur für die Unterstützung von einer Million Euro abgestimmt, berichtet die Kreiszeitung. Aufgrund dieser Entwicklung haben sich die Ärzte und die Pflegedienstleitung des Johanneum mit einer Stellungnahme in Form eines Offenen Briefes an die Stadt Wildeshausen gewandt.

Appell der Ärzteschaft

Die Ärzteschaft des Krankenhauses zeigt sich enttäuscht über das Ergebnis des Finanzausschusses zur Förderung der Baumaßnahmen. Die Erweiterung und Umstrukturierung des Krankenhauses Johanneum sei eine dringende Notwendigkeit. Man hoffe außerdem, „dass der jetzige Stadtrat in seiner Sitzung am 15. Juli 2021 mit der Zusage über eine Förderung von zwei Millionen Euro diesem wichtigen Bauvorhaben seine klare und eindeutige Rückendeckung gibt“, heißt es in dem öffentlichen Brief. Das Krankenhaus hat dringenden Bedarf an einer Aufstockung der Bettenzahl und des Fachpersonals und auch die Intensiv-, Notfall und OP-Kapazitäten befänden sich am Limit. Auch die OP-Kapazitäten müssten ihrer Meinung nach ausgebaut werden. Um die medizinische Versorgung in entsprechender Qualität am Standort zu sichern, ist eine solide Finanzierungszusage nötig.

Die Stadt Wildeshausen äußerte sich zu dem öffentlichen Brief in Form einer Stellungnahme, die von Herbert Weitz, Vorsitzender des Kuratoriums der Stiftung Johanneum, und Hubert Bartelt, Verwaltungsdirektor des Krankenhauses, als „empfindliche Presseerklärung“ bezeichnet wird, die sie „kein Stück weitergebracht“ hat.

„Natürlich geht es um eine freiwillige Leistung der Stadt, genauso wie die Stadt auch andere freiwilligen Leistungen vornimmt“, betont Weitz. Das Argument, dass die Stadt über die Kreisumlage schon zur Krankenhausfinanzierung beitrage, lässt er nicht gelten: „Diese Umlagen würden auch dann anfallen, wenn Wildeshausen kein Krankenhaus hätte.“ In anderen Kommunen würden ortsansässige Krankenhäuser oft mit nennenswerten Beträgen unterstützt. Das Johanneum hingegen habe „in den zurückliegenden 15 Jahren keine kommunale Unterstützung erfahren.“

Weitz ergänzt wie wichtig die Verbesserung der gesundheitlichen Infrastruktur durch das Bauvorhaben des Johanneums sei und welchen großen Nutzen es für die Patientinnen und Patienten hätte. „Das Johanneum braucht die beantrage Unterstützung der Stadt von zwei Millionen Euro“, appellieren Weitz und Bartels. Das Bauprojekt erstreckt sich über einen Zeitrahmen von etwa vier bis fünf Jahren und für dieses wünscht sich das Krankenhaus eine „verbindliche Zusage über eine Gesamtförderung durch die Stadt Wildeshausen.“

Unterstützung erhält das Krankenhaus durch die Alt-Bürgermeister Manfred Rollié und Franz Duin. Beide setzen sich sich für das Anliegen des Johanneum ein und baten den Stadtrat, sich ihre Entscheidung zum bisher zugesagten Finanzierungszuschuss in Höhe von einer Million Euro ab 2023 noch mal durch den Kopf gehen zu lassen, um die örtliche Daseinsvorsorge sicherzustellen.

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