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ErmittlungenUniklinik Düsseldorf sabotiert?

Nach dem IT-Ausfall an der Uniklinik Düsseldorf dauern die Ermittlungen zu dem mutmaßlichen Hackerangriff an. Immer mehr Patienten sind von Terminausfällen betroffen, was neben dem IT-Ausfall auch zu wirtschaftlichen Einbußen führt.

Hacker
Pixabay

Symbolfoto

Das Ermittlungsverfahren werde gegen unbekannt geführt. Details will die Zentralstelle des Landes Nordrhein-Westfalen aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen. «Wir haben den Tatverdacht der Computersabotage», bekräftigte Staatsanwalt Christoph Hebbecker von der Zentralstelle für Cybercrime am Dienstag in Köln.

Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ist in den Fall des Uniklinikums Düsseldorf (UKD) eingebunden, das mit seiner Größe zur sogenannten kritischen Infrastruktur zählt. «Das BSI wurde zeitnah vom UKD informiert», sagte eine BSI-Sprecherin.

Fehlerbehebung noch nocht absehbar

Das IT-System des Universitätsklinikums war am Donnerstag gegen 3.00 Uhr nachts ausgefallen. Die Einrichtung hatte am Montag von ersten Erfolgen bei der Wiederherstellung des Systems berichtet. Man habe Hoffnung, die Fehler beheben zu können. Allerdings sei noch nicht absehbar, wie lange dies dauern werde. Zuvor war bereits wieder die Telefonanlage in Gang gesetzt worden.

Normalbetrieb nicht möglich

Mit dem anhaltenden Ausfall des IT-Systems wächst die Zahl der betroffenen Patienten von Tag zu Tag. Statt normalerweise etwa 1000 Patienten in einer stationären Behandlung seien es durch die üblichen Entlassungen inzwischen nur noch etwa 550, sagte ein Kliniksprecher am Dienstag der dpa. Die Zahl der Operationen am Uniklinikum Düsseldorf sei von normalerweise zwischen 70 und 120 pro Tag deutlich auf nur noch 10 bis maximal 15 gesunken. Der Sprecher appellierte, dass Patienten außerhalb des Klinikums zunächst einmal Kontakt aufnehmen und ihren Termin klären sollen.

Die einzelnen Geräte wie zum Beispiel das Röntgen funktionierten, es könnten allerdings keine Daten oder Untersuchungsergebnisse in das IT-Netz eingespeist und bearbeitet werden. «Ein Normalbetrieb ist weiterhin nicht möglich», schilderte der Sprecher. Nach dem seit Donnerstag aufgetretenen IT-Ausfall sei inzwischen ein kleines Computersystem ohne weitreichende Vernetzung aufgebaut worden, mit dem zumindest Patientendaten erfasst werden könnten. «Das ist ein Schritt besser, als mit dem Stift auf einem Zettel zu arbeiten.» In erster Linie gehe es um die Patienten, der IT-Ausfall habe mit den vielen Absagen aber auch wirtschaftliche Folgen für die Uniklinik.

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