Konsequenzen

Uniklinik Heidelberg entschuldigt sich für Umstrittene PR-Kampagne

Die Uniklinik Heidelberg zieht Konsequenzen aus einer umstrittenen PR-Kampagne zu einem neuen Bluttest für die Früherkennung von Brustkrebs.

Foto: Uniklinik Heidelberg

Kliniksprecherin Doris Rübsam-Brodkorb

So sollen neue Regeln in Bezug auf «wirtschaftliche, wissenschaftliche, ethische und publizistische Fragen» erstellt werden, die Firmenausgründungen der Universität künftig zu beachten hätten, sagte Kliniksprecherin Doris Rübsam-Brodkorb am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatte die «Rhein-Neckar-Zeitung» berichtet, dass sich die Uniklinik intensiv mit der Aufklärung des Falls auseinandersetzen möchte.

Das Unternehmen Heiscreen, eine Ausgründung der Uniklinik, hatte Mitte Februar einen neuen Brustkrebs-Bluttest vorgestellt. In einer Pressemitteilung war dabei von «einem Meilenstein in der Brustkrebsdiagnostik» die Rede. Die Markteinführung sei «noch in diesem Jahr geplant». Auf der Pressemitteilung prangte sowohl das Logo von Heiscreen als auch der Uniklinik.

Entschuldigung für falsche Hoffnung

Am Vorgehen von Heiscreen gab es daraufhin deutliche Kritik von Fachgesellschaften, Medizinern und Statistikern. Unter anderem sind die Ergebnisse von Tests an Frauen laut Uniklinik bis heute nicht in einem begutachteten Fachjournal publiziert - wie es in der wissenschaftlichen Praxis üblich ist. Zudem wurde bemängelt, dass die Wirksamkeit des Tests nur unzureichend beschrieben wurde.

Die Uniklinik entschuldige sich bei Frauen, die sich womöglich falsche Hoffnungen auf eine rasche Nutzung des Tests gemacht hätten, sagte Rübsam-Brodkorb. «Das bedauern wir sehr.»

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