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HeidelbergUniklinik und Ex-Justiziar einigen sich in Bluttest-Affäre

Die Uniklinik Heidelberg und ihr Ex-Justiziar Markus Jones streiten seit Monaten. Nun scheinen sie zu Einverständnis zu gelangen. Im Zuge der Bluttest-Affäre wurde Jones gekündigt.

Onkologisches Zentrum der Uniklinik Heidelberg
Uniklinik Heidelberg

Universitätsklinikum Heidelberg

Die Heidelberger Uniklinik und ihr ehemaliger Justiziar haben nun ihren Rechtsstreit wegen der Bluttest-Affäre beigelegt. Die Parteien hätten sich Ende Januar in einem Güterichterverfahren geeinigt, teilte das Arbeitsgericht Mannheim am Donnerstag mit.

Erfolgreiche Vergleichsgespräche

Nach der Einigung erhebe das Universitätsklinikum Heidelberg keine Vorwürfe mehr gegen den früheren Leiter der Rechtsabteilung, Markus Jones, wegen der Veröffentlichungen des umstrittenen Bluttests. Über die weiteren Inhalte der vor Gericht geschlossenen Vereinbarung haben sich beide Seiten zum Stillschweigen verpflichtet.

Jones war im Sommer vergangenen Jahres mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben freigestellt worden. Er erhielt überdies Hausverbot. Grund: Vorstand und Aufsichtsrat der Uniklinik bekundeten, kein Vertrauen mehr in ihn zu haben. Dagegen zog Jones vor Gericht - erfolglos. Ende Oktober wurde eine außerordentliche Kündigung ausgesprochen, gegen die Jones ebenfalls gerichtlich vorging. Eine Einigung bei einem Gütetermin im Dezember scheiterte. Die Rechtsanwälte der Parteien vereinbarten jedoch, Vergleichsgespräche aufzunehmen, die jetzt offenbar erfolgreich abgeschlossen wurden.

„Machtmissbrauch und Eitelkeit“ im forschungsstarken Heidelberg

Hintergrund ist die verfrühte Präsentation eines Bluttests für Brustkrebs durch den Chef der Frauenklinik, Christof Sohn, der ihm herbe Kritik der Fachwelt eingebracht hatte. Kritiker hatten ihm vorgeworfen, viel zu früh und entgegen wissenschaftlichen Standards an die Öffentlichkeit gegangen zu sein und bei Frauen womöglich falsche Hoffnungen geweckt zu haben. Sohn hält ebenfalls Anteile an der Heiscreen GmbH.

Eine externe Kommission zur verfrühten Veröffentlichung hatte Mitte Juli in einem Zwischenbericht „Führungsversagen, Machtmissbrauch und Eitelkeit“ in der Klinik festgestellt. Jones hatte eine Fülle von Aufgaben: Er war ehemaliger Geschäftsführer von der Vermarktungsfirma für den Bluttest Heiscreen sowie Geschäftsführer der Technology Transfer Heidelberg (TTH) für Klinik-Ausgründungen. Er leitete überdies den Geschäftsbereich Recht und Drittmittelmanagement der Klinik. In letzterer Funktion war er auch für Erfindungen und Lizenzen zuständig - ein Punkt, der in der Affäre eine gewisse Rolle spielt. Er sei in die aktuelle Aufklärung der Sachverhalte verwoben und daher könnten Interessenskonflikte bestehen, betonte das Ministerium.

Er gehört zu dem Kreis der Personen, die wegen der Bluttest-Affäre ihren Job aufgaben oder aufgeben mussten. Sowohl die Vorstandsvorsitzende des Universitätsklinikums, Annette Grüters-Kieslich, als auch die Kaufmännische Direktorin, Irmtraut Gürkan, legten ihre Ämter vorzeitig nieder. Der Dekan der Medizinischen Fakultät trat außerdem zurück.

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