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Geschäftsjahr 2019Uniklinikum Leipzig schreibt Minus von 22 Millionen

Zwar zeigt der Jahresabschluss 2019 des Uniklinikums Leipzig weiteren Wachstum, das Endergebnis fällt aber negativ aus. Erstmals seit Jahren verzeichnet das UKL ein Minus. Es beträgt 22 Millionen Euro.

Universitätsklinikum Leipzig
UKL / Stefan Schraube

Universitätsklinikum Leipzig

Das Universitätsklinikum Leipzig hat 2019 so viele Patienten behandelt wie noch nie. Mit zusätzlichen 228 Vollkräften wurden entsprechend vor allem die patientennahen Bereiche personell gestärkt. Trotz Wachstum fiel jedoch das wirtschaftliche Jahresergebnis für das zurückliegende Jahr durch Sondereffekte und gestiegene Personalkosten negativ aus. Das UKL verzeichnet nach Jahren erstmals ein Minus in Höhe von 22 Millionen Euro. Im Jahr 2018 lag das Jahresergebnis mit 3,4 Millionen im Plus. „2019 stellte uns vor eine ganze Reihe von Herausforderungen, in deren Folge ein Jahresergebnis im negativen Bereich unvermeidlich war“, beschreibt Dr. Robert Jacob, seit August 2019 Kaufmännischer Vorstand des UKL. „Da tröstet es nur wenig, dass viele andere Krankenhäuser und zahlreiche Universitätsklinika aufgrund der schwierigen Rahmenbedingungen ebenfalls Verluste schreiben.“ 

Minus trotz Wachstum bei Leistungen und Personal

Hintergrund der Entwicklung ist zum einen die allen Universitätsklinika gemeinsame Situation, in der Mehrkosten der universitären Medizin durch das DRG-System nicht ausreichend finanziert werden. Hinzu kamen steigende Personalkosten. Diese konnten vom Anstieg des sächsischen Basisfallwerts, mit dem die Leistungen des Universitätsklinikums von den Krankenkassen bewertet werden, nicht ausreichend refinanziert werden. „Ein Einflussfaktor für die Ergebnisentwicklung war daher die Umsetzung unseres wegweisenden, aber auch finanziell herausfordernden Tarifabschlusses 2019 für die nichtärztlichen Mitarbeiter“, erläutert Dr. Jacob. Ebenfalls relevant waren erforderliche Rückstellungen, insbesondere für Risiken aus möglichen Rechnungskürzungen der Krankenkassen im Rahmen von MDK-Prüfverfahren, die in den letzten Jahren stetig zugenommen haben.

Dem gegenüber steht eine sehr positive Leistungsentwicklung: 58 300 Fälle wurden im vergangenen Jahr am UKL stationär und teilstationär versorgt. Das sind drei Prozent mehr als im Vorjahr. Der Case-Mix-Index, der die Schwere der behandelten Erkrankungen angibt, lag mit 1,5 im Durchschnitt der Universitätsklinika. Auch in den Ambulanzen des UKL ist die Zahl der Patienten weiterhin hoch. Für personelle Verstärkung sorgten allein in 2019 insgesamt neun Neuberufungen, darunter fünf Neubesetzungen wichtiger Chefarztpositionen. Insgesamt schlug sich die Leistungserweiterung auch in der Zahl der am UKL Beschäftigten nieder. 2019 kamen 228 Vollkräfte mehr an Bord, ganz überwiegend in patientennahen Bereichen, zum Beispiel allein zusätzliche 70 Vollkräfte in der Pflege.

Anstieg an Landes- und Drittmitteln an der Medizinischen Fakultät

Die Medizinische Fakultät Leipzig verfügte 2019 über 123,7 Millionen Euro Gesamteinnahmen, die sich auf 73,7 Millionen Landeszuschuss (Vorjahr 68,4 Millionen) und 50,271 Millionen Drittmittel (Vorjahr 48,23 Millionen) verteilten. In der Ethikkommission wurden 2019 rund 2500 Forschungsprojekte bearbeitet und davon knapp 600 neue Anträge begutachtet. Das medizinische Leistungsspektrum wurde in der Chirurgie mit der Inbetriebnahme eines zweiten „da Vinci“-Operationsroboters erweitert. Einen wichtigen Meilenstein markierte im Juni 2019 der erste Einsatz der Gentherapie mit Kymriah bei einem Krebspatienten, 14 Therapien folgten seitdem.

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