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KatastrophenvorsorgeVivantes macht den Blackout-Check mit Ex-THW-Chef Broemme

Der Berliner Klinikkonzern Vivantes stellt seine Krisen- und Katastrophenplanung auf den Prüfstand und hat dafür den Krisenexperten Albrecht Broemme engagiert. Der Ex-THW-Präsident soll das Unternehmen auch für einen Blackout wappnen.

Albrecht Broemme
Vivantes
Ex-THW-Präsident Albrecht Broemme berät Vivantes bei der Krisenplanung – und dreht, wie hier zu sehen ist, auch kurze Erklärvideos für die Beschäftigten.

Ruhestand ist Albrecht Broemmes Sache ganz offensichtlich nicht. Seit Herbst ist der ehemalige Präsident des Technischen Hilfswerks (THW) und Ex-Feuerwehrchef von Berlin für den Klinikkonzern Vivantes als Berater tätig. Sein Auftrag: ein kritischer Blick auf die Energieversorgung aller Vivantes-Einrichtungen. Broemme überprüfe bei allen Strukturen und Routinen, ob sie noch aktuell und zeitgemäß seien, erklärte ein Vivantes-Sprecher auf Anfrage von kma. Hintergrund sei die momentane Gemengelage. Sie sorge für Szenarien, mit denen für die bisherige Krisenvorsorge nicht unbedingt gerechnet worden sei. Der Berliner „Tagesspiegel“ hatte zuerst berichtet.

Im Rahmen seiner Tätigkeit soll Broemme, der eigentlich seit Anfang 2020 im Ruhestand ist, alle Vivantes-Standorte besuchen und die jeweiligen Strukturen auf den neuesten Stand bringen. Unter anderem sind dabei auch Workshops mit Verantwortlichen geplant, von denen die ersten bereits stattgefunden haben. Zudem definiert Broemme auch Ausweichquartiere mit stabiler Notstromversorgung, in die beispielsweise der Krisenstab umziehen könnte. Ebenso hat er insbesondere ein Auge auf die Wärmeversorgung in den Vivantes-Pflegeheimen sowie auf die zentralisierten Versorgungsstrukturen. Dazu zählen etwa die Speisenlogistik, über die stadtweit täglich viele Tausend Mahlzeiten organisiert werden, sowie die Zentralsterilisation.

Videoreihe „Broemme erklärt“ im Intranet

Der landeseigene Vivantes-Konzern betreibt in Berlin an acht Standorten neun Krankenhäuser sowie 17 Pflegeheime, mehrere MVZ und eine ambulante Reha. Das Unternehmen zählt rund 6000 Betten und beschäftigt mehr als 18 000 Mitarbeitende. An diese richtet sich Broemme auch in kurzen Filmen: Die Videoreihe „Broemme erklärt“ mit Tipps des Experten stellt Vivantes in seinem Intranet ein.

In der Premierenfolge, die am 8. Dezember veröffentlicht wurde, erklärt Broemme, was und wie realistisch ein Blackout ist und wie man sich dafür daheim wappnen sollte. Zudem können die Vivantes-Beschäftigten eine Checkliste mit zwölf Tipps für einen Stromausfall herunterladen. Die Videoreihe soll in regelmäßigen Abständen fortgesetzt werden.

Broemme kennt Vivantes schon gut

Für die Hilfe des erfahrenen Krisenmanagers habe Vivantes mit ihm einen Honorarvertrag auf Stundenbasis abgeschlossen, der mindestens noch bis ins kommende Frühjahr reiche, erklärte der Sprecher weiter. Das Honorar liege „im Rahmen“. Broemme kennt das Unternehmen mittlerweile gut. Im Jahr 2020 baute er zusammen mit dem Klinikkonzern für den Berliner Senat das Corona-Notfall-Krankenhaus auf dem Messegelände auf. Die Einrichtung war als Backup gedacht. Dort sollten Corona-Patienten behandelt werden, wenn die Kliniken der Stadt dafür keine Kapazitäten mehr gehabt hätten. Wirklich zum Einsatz kam sie nicht.

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