Millionendefizit

Zukunftskonzept für angeschlagenes Klinikum Stuttgart

Die Landeshauptstadt möchte, dass das Klinikum Stuttgart auskömmliche Jahresergebnisse erwirtschaftet und zugleich die medizinische und pflegerische Versorgung auf hohem Niveau hält und sogar ausbaut. Dies unterstrich der Erste Bürgermeister Michael Föll bei der Vorstellung des Gutachtens zur wirtschaftlichen Sicherung des Klinikums am vergangenen Freitag. 

Foto: Klinikum Stuttgart

"Ich bin überzeugt davon, dass es eine wesentliche Voraussetzung für den wirtschaftlichen Erfolg ist, ein exzellentes Leistungsangebot mit hoher Qualität zu erbringen und dass dieses von den Patienteninnen und Patienten auch so wahrgenommen wird", so Föll im Krankenhausausschuss.

Das Gutachten wurde von der Stadt Ende 2015 beauftragt. Die Ausgangssituation war, dass das Klinikum seit Jahren Defizite erwirtschaftete. Die Stadt hat in den letzten Jahren grundlegende Weichenstellungen vorgenommen und die Standorte des Klinikums konzentriert. Damit verbunden war die Erwartung des Gemeinderats auf eine verbesserte Versorgung der Bürgerinnen und Bürger sowie die Erwirtschaftung ausgeglichener Ergebnisse.

Zukunftskonzept mit neuen Szenarien

Erster Bürgermeister Föll dankte den Gutachtern von Ernst &Young und BAB (Institut für betriebswirtschaftliche und arbeitsorientierte Beratung GmbH) sowie allen Beteiligten im Klinikum. Er hob hervor, dass hier kein "Hochglanzpapier aus dem stillen Kämmerlein" vorgelegt werde, sondern eine solide Arbeitsgrundlage, die Leitplanken aufzeigt für eine zukunftsfähige Weiterentwicklung des Klinikums.

Das von Ernst & Young und BAB vorgestellte Zukunftskonzept zeigt unterschiedliche Szenarien auf, wie die medizinischen Angebote des Klinikums an den beiden Standorten Katharinenhospital und Klinikum Bad Cannstatt optimiert werden könnten. Beide Standorte halten derzeit Angebote für die Fachgebiete Innere Medizin, Orthopädie und Allgemeine Chirurgie vor und nehmen an der Notfallversorgung teil.

Maßnahmen für bessere wirtschaftliche Situation

Die Gremien des Gemeinderates werden sich nun mit den Einzelheiten des vorgelegten Gutachtens intensiv befassen, um die notwendigen Strukturentscheidungen zu treffen. Erfreulich aus Sicht der Stadt ist, dass Maßnahmen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation bereits im Jahr der Gutachtenerstellung spürbar waren. Die Gutachter hatten zusammen mit Führungskräften und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Klinikums Maßnahmen entwickelt, deren Umsetzung bereits 2016 begann und die bei ihrer weiteren Umsetzung eine deutliche Verbesserung der wirtschaftlichen Ergebnisse erwarten lassen.

Chefärzte bei Gutachten eingebunden

Die beiden neuen Geschäftsführer, die im April ihren Dienst antreten, waren bei der Gutachtenvorstellung im Krankenhausausschuss ebenfalls anwesend. Der Kaufmännische Geschäftsführer, Alexander Hewer, hob hervor: "Das Gutachten adressiert an vielen Stellen wichtige Themen, um die Zukunftsfähigkeit des Klinikums Stuttgart herzustellen. Besonders positiv ist dabei, dass nahezu alle Chefärzte in die Projektarbeit eingebunden waren und konstruktiv am Entstehungsprozess mitgewirkt haben."

Der Geschäftsführende Ärztliche Direktor, Jan Steffen Jürgensen, sieht die Neuordnung des medizinischen Angebots im Rahmen der großen Bauprojekte als Chance: "Die Möglichkeit, die vorhandenen Stärken des Klinikums Stuttgarts in neuen Strukturen auszubauen und Schwerpunkte klarer zu profilieren, ist großartig. Die Bündelung der Expertise kann die Behandlungsqualität für unsere Patienten weiter erhöhen, aber auch die Attraktivität des Klinikums als Arbeitgeber."

 

Unterdessen laufen weiterhin Ermittlungen der Staatsanwaltschaft und der Steuerfahndung im Fall des Fehlverhaltens der International Unit am Klinikum.

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