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Andrea Lehwald im kma-Interview„An erster Stelle steht die persönliche Wertschätzung“

Wie schätzen Sie die Bemühung der Bundesregierung ein, Pflegekräfte aus aller Welt anzuwerben? 

Ich frage mich, ob diese ausländischen Pflegekräfte auf Dauer unter diesen Arbeitsbedingungen bei uns arbeiten möchten. Einerseits unterstützen uns bereits sehr viele ausländische Pflegekräfte erfolgreich. Andererseits dauert es Jahre, bis diese Menschen unsere Sprache beherrschen und sich an unsere Arbeitsbedingungen gewöhnt haben. Hinzu kommt, dass Pflegekräfte in Ländern wie Rumänien oder Spanien andere Kompetenzen haben und sehr viel mehr dürfen als ihre deutschen Kollegen, beispielsweise den Patienten auf einer Normalstation Blut abnehmen. Auch in der Schweiz verhält es sich so.

Sie waren lange auch in der Schweiz beruflich aktiv. Wodurch unterscheidet sich der Fachkräftemangel zwischen Deutschland und unserem Nachbarn? 

Der dortigen Fachkräftemangel hängt zum einen mit dem bereits erwähnten höheren Ausbildungsstandard zusammen. Zum anderen benötigt die Schweiz mehr Pflegekräfte, weil sie generell einen anderen Personalschlüssel hat. Eine Pflegekraft betreut dort weniger Patienten als bei uns. Auch die Schweiz versucht ihren Personalmangel mit ausländischen Pflegekräften zu kompensieren. Aufgrund der sehr viel höheren Gehälter und der besseren Arbeitsbedingungen ist es für ausländische Pflegekräfte wesentlich attraktiver, in die Schweiz zu gehen.

Wo sehen Sie aktuell die Hauptschwierigkeit im Personalmanagement? 

Die Herausforderung besteht darin, gutes Personal zu bekommen und zu halten. Das eine funktioniert nicht ohne das andere. Das Krankenhaus muss sich auf der einen Seite präsentieren und neue Leute ansprechen, und auf der anderen Seiten die Arbeitsplatzkultur so optimieren, dass die Mitarbeiter sich wohl fühlen und bleiben.

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