kma Online
Videobrille und Magnesiumimplantate

cdgw-Zukunftspreis für HappyMed und Syntellix

Eine Videobrille, mit der Patienten während einer OP (lokalnarkotisiert) oder einer Chemotherapie Filme sehen können, und Schrauben und Pins, die im Körper vollständig abgebaut werden ­– diese beiden Innovationen sind in Berlin mit dem Zukunftspreis des Clubs der Gesundheitswirtschaft (cdgw) ausgezeichnet worden.

Die beiden Preisträger mit Ihrer Trophäe

Foto: Teich

Die Preisträger (v.l.): Philipp Albrecht, CEO der HappyMed GmbH und Martin Kirschner, CMO/CTO der Syntellix AG.

Publikum applaudiert

Foto: Teich

Das Publikum im gediegenen Berlin International Club applaudiert den Preisträgern.

Gäste auf der cdgw Zukunftsparty

Foto: Teich

Alenka Scholz, Medical Director von OneLife Health GmbH im Gespräch mit Matthias Keilen, Leiter Medizinmanagement der Bezirkskliniken Mittelfranken.

Präsidium Club der Gesundheitswirtschaft

Foto: Teich

Das Präsidium des cdgw (v.l.n.r.): Holger Dettmann (eptima GmbH), kma Herausgeber Axel Ekkernkamp, Peter Herrmann (i-Solutions Health GmbH) sowie Alois Steidel (KMS Vertrieb und Services AG).

Insgesamt waren 13 Projekte nominiert. Rund 100 Clubmitglieder und Gäste stimmten im Berlin International Club mit jeweils einer Stimme ab, wer den mit 10.000 Euro dotierten Preis erhalten sollte. Das erste Mal in der zehnjährigen Geschichte des Preises gab es keinen klaren Sieger: Das Wiener Start-up HappyMed und das Unternehmen Syntellix erhielten gleich viele Stimmen und teilen sich das Preisgeld.

 

Uniklinik Greifswald will Videobrillen einsetzen

HappyMed Gründer Philipp Albrecht knüpfte schon vor der Preisübergabe beim Essen wertvolle Kontakte. So kündigte etwa der Medizinische Vorstand der Uniklinik Greifswald, Thorsten Wygold, an, sein Haus komplett mit den Videobrillen auszustatten. In den Helios Kliniken in Berlin-Buch und in Erfurt, im Universitätsspital Zürich, in der Privatklinik Confraternität und im Hospital für Special Surgery sind die Brillen bereits im Einsatz.

„Die Videobrille, zu der auch Kopfhörer gehören, hilft Patienten, Operationen und andere unangenehme Prozeduren entspannter, abgelenkter und schmerzfreier zu erleben“, sagt der 28-jährige Gründer, dessen Mentor der Angstforscher Holger Sauer ist. Die Idee für die Videobrille kam Albrecht vor vier Jahren, als er selbst eine Wurzelbehandlung über sich ergehen lassen musste. Zu dem Zeitpunkt hatte er bereits eine eigene Web-Software-Firma. „Aber ich ging doch recht blauäugig in die Entwicklung rein – es war doch mehr zu berücksichtigen, als ich anfangs gedacht hatte, etwa die elektromagnetische Verträglichkeit, die Hygienevorschriften, Fragen der Optik und die Bedienung. Wir hatten ja zuvor kaum mit Hardware zu tun. Überhaupt musste ich erst einmal die ganze Infrastruktur eines Krankenhauses verstehen.“   

 

Abbaubare Implantate reduzieren Operationen

Ein Kenner der Krankenhausinfrastruktur ist dagegen der Unfallchirurg Martin H. Kirschner, der als Vorstand für Syntellix den Preis entgegengenommen hat. Die Hannoveraner AG, an der zum größten Teilen die beiden prominenten Unternehmer Utz Claasen und Carsten Maschmeyer Anteile halten, hat Implantate (Schrauben und Pins) aus Magnesium entwickelt, die vom Körper vollständig abgebaut werden. Normalerweise bestehen Schrauben und Pins aus Titan und müssen nach vorsichtigen Schätzungen in rund acht Prozent der Fälle später wieder entfernt werden. Das bedeutet: eine erneute Operation, ein abermaliges Operations- und Narkoserisiko, Unannehmlichkeiten für den Patienten und hohe Kosten. „Wir haben hochgerechnet, dass man durch unsere Innovation in Deutschland jährlich eine Milliarde Euro sparen könnte“, sagt Kirschner. Die Pins und Schrauben von Syntellix sind für viele orthopädische Standard-OPs geeignet, beispielsweise bei Hallux Valgus, Kahnbeinfraktur der Hand, Radiusköpfchenfraktur und bei der Umstellung von Fußfehlbildungen bei Kindern.

Die Implantate von der 2008 gegründeten Syntellix AG sind seit 2013 auf dem Markt. In 50 Ländern hat die Innovation eine Zulassung, in der Hälfte davon gibt es die Implantate bereits zu kaufen, etwa in Deutschland, Großbritannien, Irland, Dänemark, Spanien, Türkei, Singapur, vereinigte Arabische Emirate und Iran. HappyMed wurde 2014 gegründet und ist ebenfalls noch auf Venture Capital angewiesen.

 

Über den cdgw

Der Club der Gesundheitswirtschaft (cdgw) versteht sich als Netzwerk für Führungskräfte in der Gesundheitswirtschaft. Der cdgw will außerdem die Belange der Gesundheitswirtschaft mit einer starken Stimme zu Gehör bringen. Dem Club gehören zurzeit mehr als 80 Kliniken, Klinikgruppen und Unternehmen mit insgesamt rund 150 Entscheidern an. Der Club ist überparteilich und unabhängig. Seine Aktivitäten werden ausschließlich aus den Beiträgen der Mitglieder finanziert. Im Präsidium sitzen kma Herausgeber Axel Ekkernkamp (Ärztlicher Direktor und Geschäftsführer des Unfallkrankenhauses Berlin), Peter Herrmann, (Managing Director i-Solutions Health GmbH), Holger Dettmann (Geschäftsführender Gesellschafter eptima GmbH) sowie Alois Steidel (CEO der KMS Vertrieb und Services AG).

  • Schlagwörter:
  • cdgw
  • cdgw-Zukunftspreis
  • HappyMed
  • Syntellix
Ähnliche Artikel

Kommentare (0)

Kommentar hinzufügen

Um einen Kommentar hinzuzufügen melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich.

Jetzt anmelden/registrieren