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VerleihungEnno Spillner und Nina Beikert mit „Thieme Management Award 2019“ ausgezeichnet

Enno Spillner, Chief Financial Officer (CFO) des Biotechnologieunternehmens Evotec SE, wurde mit dem „Thieme Management Award 2019“ in der Kategorie „Manager des Jahres“ ausgezeichnet. Unter den nominierten „Senkrechtstartern“ setzte sich Nina Beikert durch. Als Geschäftsführerin leitet sie seit 2013 die Labor Berlin – Charité Vivantes GmbH.

Thieme Management Award 2019
Leo Seidel

Nina Beikert (Labor Berlin) und Enno Spillner (Evotec SE) sind die beiden Preisträger des Thieme Management Awards 2019.

Die Verleihung des „Thieme Management Award 2019“ fand am 22. Januar 2020 im Rahmen der Gala des Clubs der Gesundheitswirtschaft (cdgw) in Berlin statt. Bereits seit 2004 vergibt die kma gemeinsam mit dem cdgw die Auszeichnung zum „Manager des Jahres. Für junge Führungskräfte, die eine außergewöhnliche Karriere vorweisen können, wird seit 2017 der Preis „Senkrechtstarter“ vergeben. Die Porträts der Preisträger sowie eine Begründung der Jury werden in der kommenden Ausgabe der kma (1-2/2020) veröffentlicht, die am 5. Februar 2020 erscheint.

„Manager des Jahres 2019“: Enno Spillner

Seit 2016 verantwortet Enno Spillner als CFO die Finanzen des Biotechnologieunternehmens Evotec. Rund 3000 Mitarbeiter an weltweit 13 Standorten arbeiten daran, neue Wirkstoffe für Medikamente zu entwickeln. Dabei forscht das Unternehmen mit Hauptsitz in Hamburg zu einem Drittel auf eigene Kosten, zu zwei Dritteln im Auftrag von Pharma- und Biotechnologieunternehmen sowie Stiftungen und akademischen Einrichtungen. Wissenschaftler der Evotec untersuchen, wie Zellen oder Substanzen auf andere chemische Stoffe, sogenannte Compounds, reagieren, immer auf der Suche nach innovativen Wirkstoffen für die Arzneimittelentwicklung. Die Forschungsarbeit endet für Evotec spätestens beim Eintritt in die klinische Forschung. Dann übernehmen zuvor akquirierte Partner oder die Auftraggeber die Weiterentwicklung. In ihrer Verantwortung liegen dann in der Folge auch die kostenintensiven und risikobehafteten klinischen Tests. Evotec profitiert von Abschlags- und erfolgsabhängigen Meilensteinzahlungen sowie potenziellen Umsatzbeteiligungen.

„Unsere Strategie ist es, die Wertschöpfungskette innerhalb der frühen Pharmaforschung vollständig abzudecken und an den Stellen, an denen nicht genügend Kapazitäten vorhanden sind, nachzurüsten“, erklärt Spillner. Der Diplomkaufmann ist deshalb immer auf der Suche nach erfolgversprechenden Forschungs- und Entwicklungskooperationen und investiert in den Zukauf von Unternehmen, mit denen Evotec sein Leistungs- und Technologiespektrum erweitern kann. Wie erfolgreich er gemeinsam mit dem Evotec-Team dabei ist, zeigt die Bilanz: Seit Spillners Eintritt hat sich der Umsatz nahezu verdreifacht und lag 2018 bei 375 Millionen Euro.

Die siebenköpfige Jury des „Thieme Management Awards“ würdigt mit der Vergabe des Preises Enno Spillners herausragende Leistung als Finanzvorstand der Evotec: „Als Wertschöpfer und Stratege hat er einen wesentlichen Anteil an der Finanzstrategie und am Aufbau eines global wettbewerbsfähigen Unternehmens für innovative Wirkstoffe am Standort Deutschland.“

„Senkrechtstarterin 2019“: Nina Beikert

Darüber hinaus zeichnet die kma mit Nina Beikert die „Senkrechtstarterin 2019“ aus. Der Preis geht seit 2017 an junge, engagierte Menschen, die sich durch kreative und erfolgreiche Lösungsansätze im Bereich der Gesundheitswirtschaft hervorgetan haben.

Beikert studierte Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt interkultureller Qualifikation in Mannheim und startete dort auch ihre Karriere: Bei Roche Diagnostics übernahm sie nach einem zweijährigen Traineeprogramm bereits mit 26 Jahren die regionale Vertriebsleitung für Norddeutschland. Seit 2013 ist sie als Geschäftsführerin für Labor Berlin tätig.

Das Unternehmen ist ein Zusammenschluss der Labore der Charité und des Krankenhausbetreibers Vivantes. Heute werden dort klinische Routineuntersuchungen wie Blutbilder durchgeführt, aber auch sehr viel Spezialdiagnostik wie toxikologische oder humangenetische Laboruntersuchungen. In insgesamt neun medizinischen Fachbereichen bietet Labor Berlin seine umfangreichen Leistungen an. Diese nehmen nicht nur die Eigner, sondern auch zunehmend externe Kunden in Anspruch.

Als Beikert dort beginnt, sind die Fachbereiche von Labor Berlin gerade unter ein gemeinsames Dach in einem eigenen Zentrallabor gezogen. Eine Zeit des Umbruchs: Neue Teams und Abteilungen müssen gebildet und die IT umgestellt werden. Eine Herausforderung, die Nina Beikert sucht: „Es treibt mich an, gute Leute zu finden und diese zu einem Team zu formen, sodass das Miteinander funktioniert und jeder Einzelne über sich hinauswächst“, erklärt die heute 37-Jährige. Wie gut ihr das gelingt, belegen auch die Geschäftserfolge der vergangenen Jahre. So hat sich die Dauer vieler Untersuchungen halbiert. Seit 2014 konnten die Charité und Vivantes durch die Zentralisierung vieler Untersuchungen Kosten von über 30 Millionen Euro einsparen. Gleichzeitig wächst die Zahl der externen Kunden, die die Leistungen von Labor Berlin in Anspruch nehmen.

Der Umsatz beläuft sich inzwischen auf über 70 Millionen Euro. Nach Ansicht der Jury ist der Erfolg von Nina Beikert auf ihre hohe fachliche Kompetenz und ihre Offenheit für Veränderungen zurückzuführen: „Dank ihrer Bereitschaft, neue und unkonventionelle Ideen aufzugreifen, zu entwickeln und auszuprobieren, ist das Labor Berlin inzwischen Europas größtes Krankenhauslabor und über die Landesgrenzen hinweg als zukunftsweisendes Unternehmen bekannt.“

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