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InterviewKlar in Führung mit Interim-Management

Wie gehen Sie vor, wenn Sie in ein Unternehmen geholt werden? 

Die wichtigste Voraussetzung muss die Unternehmensleitung klären, indem sie meine Aufgabe und meine Rolle klar in alle Abteilungen kommuniziert. Das ist sozusagen mein Entrée. Danach folgt das Kennenlernen: Ich spreche mit allen Beteiligten, um neben allen Zahlen, Daten, Fakten zu einer realistischen Einschätzung der Gesamtlage zu kommen. Bei allen Schritten, die nun folgen, ist der Austausch mit den Mitarbeitern fundamental. Sie so einzubinden, dass wir an einem Strang ziehen, bedeutet offen zu sein, ansprechbar zu sein und das, was umgesetzt werden soll, nachvollziehbar zu machen.

Trotzdem dürfte die Verunsicherung der Mitarbeiter ein großes Thema sein, wenn sich ein Unternehmen im Umbruch befindet. 

Das ist in der Tat so. Dennoch starte ich unter positiven Vorzeichen, denn meine Aufgabe besteht ja darin, eine Krise zu bewältigen, eine Situation zu verbessern. Diesen Aspekt versuche ich kontinuierlich und in den ersten Tagen und Wochen besonders immer wieder zu verdeutlichen. Dass Veränderungen nicht von allen Menschen gleichermaßen leicht angenommen werden, liegt auf der Hand. Deshalb gehört zu den wichtigsten Maßnahmen, Vertrauen aufzubauen und Zuversicht zu erzeugen, ohne das Ziel dabei aus den Augen zu verlieren. Glaubwürdigkeit kann durchaus in schwierigen Zeiten erzeugt werden, wenn das, was ich denke, sage und tue, stimmig ist. Dann werden Mitarbeiter auch einen schwierigen Weg mitgehen und unbequeme Lösungen mittragen. Diese Erfahrungen habe ich immer wieder gemacht.

Welchen Vorteil hat ein Unternehmen, wenn es anstelle eines eigenen Mitarbeiters einen Interim-Manager einsetzt? 

Der Interim-Manager ist kein Ersatz für einen fest Angestellten in Leitungsposition. Denn ein Interim-Manager kommt, um auch wieder zu gehen.

Welchen Vorteil sehen Sie in Ihrer Handlungsweise als Interim-Managerin? 

Es ist der Blick von außen: Unvoreingenommen, keine hidden agenda, keine Machtspiele. Ich will einfach einen exzellenten Job machen und ihn nicht nur haben.

Gibt es eine aktuelle Entwicklung im Interim-Management, die Ihnen nicht gefällt? 

Die Bezeichnung „Interim Manager“ wird inzwischen inflationär gebraucht und ist genauso wenig geschützt wie der Begriff „Unternehmensberater“. Jeder kann sich so nennen. Als professionelle Interim-Managerin bin ich in erster Linie Unternehmerin. Also denke ich auch als Unternehmerin. Dieser Punkt ist extrem wichtig, um meinen Kunden auf Augenhöhe zu begegnen.

Erschienen in kma 5/20  Jetzt kaufen!

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