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KliniktransformationKlinikverbund Südwest erhält cdgw-Zukunftspreis 2026

Wachstum in der Krise: Der Klinikverbund Südwest wird mit dem cdgw-Zukunftspreis 2026 ausgezeichnet. Statt defensiver Sanierung wählte der Verbund den mutigen Weg nach vorn – mit 1,5 Milliarden Euro Investitionen und konsequenter Digitalisierung.

cdgw-Zukunftspreis 2026 Klinikverbund Südwest
Florian Selig/cdgw
Das Gewinner-Team vom Klinikverbund Südwest mit Geschäftsführer Alexander Schmidtke (M.) und cdgw-Präsident Peter Herrmann (rechts daneben).

Der Klinikverbund Südwest (KVSW) wurde für seinen wegweisenden Transformationsprozess mit dem cdgw-Zukunftspreis 2026 ausgezeichnet. Die Verleihung fand am 22. Juni im Rahmen des traditionellen Events „cdgw trifft Hauptstadtkongress“ in Berlin statt, bei dem Geschäftsführer Alexander Schmidtke und sein Team die Auszeichnung entgegennahmen. In diesem Jahr stand der Preis unter dem Motto „Wachstum in der Krise“ und würdigt die außergewöhnlichen Leistungen des Klinikverbunds in einem Umfeld tiefgreifender wirtschaftlicher und struktureller Herausforderungen.

Transformationsprozess als Blaupause für die Branche

Der KVSW, einer der größten kommunalen Klinikverbünde Süddeutschlands, hat in den vergangenen Jahren einen umfassenden Sanierungs- und Transformationsprozess durchlaufen. Ausgangspunkt war die radikale Akzeptanz der Realität: ein Defizit von über 60 Millionen Euro, gewachsene Doppelstrukturen und ein massiver Investitionsstau. Statt einer defensiven Sanierung entschied sich der Verbund für eine mutige Vorwärtsstrategie. Die Grundlage bildete ein integriertes Drei-Säulen-Modell, bestehend aus der Medizinkonzeption 2030, der Fusion der Klinikgesellschaften und einem umfassenden Ergebnisverbesserungsprogramm, das bereits die Hälfte des ursprünglichen Defizits abbauen konnte.

Mit Investitionen von rund 1,5 Milliarden Euro für Neubau- und Strukturprojekte, darunter das Flugfeldklinikum Böblingen und der Gesundheitscampus Calw, schafft der Verbund die infrastrukturellen Voraussetzungen für moderne Medizin in der Region. Besonderes Augenmerk legte der KVSW zudem auf die Digitalisierung und die intersektorale Vernetzung. Innerhalb der nächsten fünf Jahre will der Verbund vollständig digital arbeiten. Durch den gezielten Einsatz von KI und Robotik sollen die Mitarbeiter von Routineaufgaben entlastet werden, um die Patientenversorgung weiter zu verbessern.

Jury hebt Mut und Kreativität hervor

Die Jury des cdgw-Zukunftspreises lobte den KVSW als „couragierten Macher“, der strukturelle Probleme nicht verdrängt, sondern entschlossen angegangen sei. Cdgw-Präsidiumssprecher Peter Herrmann betonte, dass der Verbund beispielhaft zeige, wie wirtschaftliche Stabilität und hochwertige Patientenversorgung keine Gegensätze seien, sondern einander bedingen. Der Transformationsprozess des KVSW sei ein Modell für die gesamte Gesundheitswirtschaft und beweise, dass kommunale Klinikverbünde nicht nur überlebensfähig, sondern Innovationstreiber sein können.

Wir möchten vor allem den Mut zur Veränderung, die Kraft zur Umsetzung und die Verantwortung für die Zukunft unseres Gesundheitswesens anerkennen und sehen in dem, was dort geleistet wurde, ein nachahmenswertes Beispiel. 

Erfolgsfaktoren für die Zukunft

Auf der Bühne des Spreespeichers präsentierten Alexander Schmidtke und sein Team die wichtigsten Erfolgsfaktoren für den Transformationsprozess: eine klare Vision, der Mut zur Veränderung und die Fähigkeit, zahlreiche Stakeholder mitzunehmen. „Zukunft entsteht nicht durch Abwarten, sondern durch aktive Gestaltung“, betonte Schmidtke. 

Zukunft entsteht nicht durch Abwarten, sondern durch aktive Gestaltung.

Der Erfolg des KVSW zeige, dass auch unter komplexen politischen Rahmenbedingungen tiefgreifende Veränderungen möglich sind.

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