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Was hab‘ ich?Lohfert-Preis für Patientenbriefe-Software von Ansgar Jonietz

Der diesjährige Lohfert-Preis wurde am 21. September an Ansgar Jonietz, Geschäftsführer und Mitgründer von „Was hab‘ ich?“, für das Projekt „Patientenbriefe nach stationären Aufenthalten“ in Kooperation mit dem Herzzentrum Dresden verliehen.

Ansgar Jonietz mit dem Vorstand der Lohnfert-Stiftung.

V.l.: Prof. Dr. Dr. Kai Zacharowski (Vorstand Christoph Lohfert Stiftung), Ansgar Jonietz (Lohfert-Preisträger 2022), Carolina Lohfert Praetorius (Vorstand Christoph Lohfert Stiftung).

Im Rahmen des 17. Gesundheitswirtschaftskongresses wurde am 21. September der Lohfert-Preis 2022 in Hamburg verliehen. Überzeugen konnte in diesem Jahr Ansgar Jonietz, Geschäftsführer und Mitgründer von „Was hab‘ ich?“, mit seiner Software für Patientenbriefe. Kooperationspartner ist das Herzzentrum Dresden.

Was kann das Projekt?

Das Projekt verbindet die leicht verständlichen Erläuterungen für Patientinnen und Patienten und die vollständig automatisierte Erstellung der Patientenbriefe mittels Software, die komplett ohne den Einsatz von Klinikpersonal auskommt.

„Durch die Automatisierung ist es uns gelungen, die Idee von verständlichen, patientengerechten Entlassbriefen praxistauglich zu verwirklichen. Denn eine Grundprämisse war es, eine Lösung zu finden, die ohne zusätzlichen Zeitaufwand funktioniert und somit an allen Kliniken in Deutschland eingesetzt werden könnte“, erklärte Jonietz.

Empfehlung der Briefe für die Regelversorgung

Dass die Idee funktioniert, zeigt der Einsatz der Patientenbrief-Software am Herzzentrum Dresden – hier erhalten Patientinnen und Patienten bereits seit drei Jahren leicht verständliche Patientenbriefe. Jörg Scharfenberg, Geschäftsführer des Herzzentrums Dresden, zeigt sich begeistert. Der Patientenbrief fördere das Verständnis für ärztliche Informationen und stärke die Gesundheitskompetenz der Patientinnen und Patienten.

„Was hab‘ ich?“ hatte, gefördert durch den Innovationsfonds der Bundesregierung, von 2019 bis 2020 eine umfangreiche Studie am Herzzentrum Dresden durchgeführt, evaluiert durch den Bereich Allgemeinmedizin der TU Dresden. Dabei zeigte sich als bedeutsamstes Ergebnis, dass die Patientenbriefe die Gesundheitskompetenz der Patientinnen und Patienten steigern. Daraufhin entschied der G-BA, die Patientenbriefe für die Regelversorgung zu empfehlen. Aktuell verhandeln die Partner und Partnerinnen des Rahmenvertrags Entlassmanagement über die Umsetzung der Empfehlung.

Ohnehin werden für die automatisierte Erstellung der Patientenbrief-Software bereits in der Klinik vorhandene Daten genutzt – wie die ICD- und OPS-Codes, welche standardmäßig individuell für alle Patientinnen und Patienten pro Aufenthalt erfasst werden. Die Software greift selbstständig auf diese Daten zu und verbindet sie mit leicht verständlichen Textbausteinen. Die fertigen, individuellen Patientenbriefe fallen dann aus dem Drucker und können den Patient:innen übergeben werden.

Lohfert-Preis 2023

Im kommenden Jahr steht der Lohfert-Preis unter dem Titel: „Medizin neu denken - Zukunftsfähige Konzepte für eine nachhaltige Gesundheitsversorgung“. Projekte können ab Ende Oktober bei der Christoph Lohfert Stiftung eingereicht werden.

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