kma-Preisvergabe

Ansgar Jonietz ist „Manager des Jahres“

Das Gesundheitswirtschaftsmagazin kma hat Ansgar Jonietz, Gründer, Alleingesellschafter und Geschäftsführer von „Was hab‘ ich?“ am Donnerstagabend auf der Gala des Clubs der Gesundheitswirtschaft (cdgw) zum Manager des Jahres gekürt.

Foto: Stickforth

Preisträger Ansgar Jonietz (r.), Gründer und Geschäftsführer von „Was hab‘ ich?“, und Hartmut Fandrey, Georg Thieme Verlag.

Das Start-up „Was hab' ich?“ übersetzt mit Hilfe ehrenamtlicher Medizinstudenten und Ärzte Befunde für Patienten in laienverständliche Sprache. Seit Gründung 2011 haben rund 1.500 Freiwillige 30.000 Übersetzungsanfragen bearbeitet. „Diese Idee ist naheliegend und doch einzigartig“, heißt es in der Begründung der Jury. Sie hilft Patienten, ihre Krankheit besser zu verstehen und dem Arzt die richtigen Fragen zu stellen. Diverse Studien haben gezeigt, dass eine solche Informiertheit häufig das Behandlungsergebnis verbessert.

 

„Hier passiert etwas Disruptives“

„Was hab' ich?“ ist außerdem ein Meilenstein in der Patientenkommunikation: Die vielen zumeist jungen Ehrenamtlichen werden durch ihre Übersetzungserfahrung und die spezielle Schulung in dem Dresdner Unternehmen auch künftig Patienten im Stationsalltag aufmerksamer begegnen. „Hier passiert etwas Disruptives, man rüttelt am Informationsmonopol der Ärzte“, sagte Alexander Schachtrupp, Geschäftsführer der B.Braun Stiftung und Jonietz‘ Laudator auf der cdgw-Gala. Jonietz arbeite ergebnisorientiert, lobt Schachtrupp. "Er will einen Mehrwert schaffen. Er ist ein Unternehmertyp mit der Fähigkeit zur Abstraktion und zum Querdenken."

Das Unternehmen ist gemeinnützig und lebt vor allem von Spenden. Durch kluges Netzwerken hat Ansgar Jonietz es geschafft, die wichtigsten Protagonisten des Gesundheitswesens für sich zu gewinnen. So schießt die Kassenärztliche Bundesvereinigung jährlich 50.000 Euro hinzu, der AOK-Bundesverband unterstützt das Start-up ebenfalls regelmäßig. Hinzu kommen Spenden von Patienten; im Mittel überweist ein Drittel durchschnittlich 21 Euro im Nachhinein. Eine solide Summe in die Kasse gespült hat auch der Befunddolmetscher, den die Dresdner im Auftrag der Weissen Liste erarbeitet haben.  

Zum Porträt von Ansgar Jonietz in der aktuellen kma-Ausgabe geht es hier.

 

cdgw-Gala ist unentschieden

Interessant für Ansgar Jonietz: Auf der cdgw-Gala wurden die Gäste befragt, ob sie bereit wären, als Patient für die Befundübersetzung zu bezahlen. Ergebnis: 56 Prozent antworteten mit "Ja" und 44 Prozent mit "Nein". Auf die Frage, ob sie als Klinikmanager für diesen Service Geld ausgeben würden, war die Stimmungslage ähnlich unentschieden: 57 Prozent sagten" Ja", 43 Prozent "Nein".


BMG-Förderung für den Patientenbrief

Auch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe ist auf „Was hab‘ ich?“ aufmerksam geworden. Sein Haus fördert ein neues, weiterführendes Projekt der Dresdner: den Patientenbrief. Es handelt sich um einen Entlassbrief für Patienten, in dem Krankheit, Diagnostik, Therapie und Prävention je nach Indikation auf bis zu 15 Seiten ausführlich erklärt werden. In der Paracelsus-Klinik Bad Ems läuft seit knapp eineinhalb Jahren ein Pilotprojekt dazu. Der Patientenbrief wäre für „Was hab‘ ich?“ eine Möglichkeit, mit der Befundübersetzung langfristig Geld zu verdienen. Denn in diesem Fall würden die Kliniken die Leistung finanziell honorieren.  

 

Lange Riege der Preisträger: Paeger, Wandschneider, Gürkan & Co

Die kma hat den Preis „Manager des Jahres“ zum 13. Mal vergeben. Die Jury setzt sich aus den Herausgebern der kma, Verlagsmitarbeitern und jährlich wechselnden Juroren zusammen. Erster Preisträger (2004) war Ameos-Chef Axel Paeger, weitere Persönlichkeiten aus der Gesundheitswirtschaft folgten.


Die Preisträger im Einzelnen:
2004: Axel Paeger, Vorstandsvorsitzender Ameos AG
2005: Norbert Klusen, Vorstandsvorsitzender der Techniker Krankenkasse
2006: Ulrich Wandschneider, Vorstandsvorsitzender Mediclin AG
2007: Erich Reinhardt, Vorstandsmitglied Siemens AG
2008: Wolfgang Pföhler, Vorstandvorsitzender Rhön-Klinikum AG
2009: Hans-Georg Näder, Geschäftsführender Gesellschafter Otto Bock GmbH
2010: Ines Manegold, Vorstandsdirektorin Kabeg
2011: Bernd Weber, Gründer und Vorstandsvorsitzender Agaplesion gAG
2012: Stefan Dräger, Vorstandsvorsitzender Drägerwerk AG
2013: Anton J. Schmidt, Vorstandsvorsitzender BVBG
2014: Irmtraut Gürkan, Kaufmännische Direktorin Uniklinik Heidelberg
2015: Joachim Prölß, Pflegedirektor der Uniklinik Hamburg-Eppendorf
2016: Ansgar Jonietz, Gründer von „Was hab‘ ich?

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