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New Chapter-GruppePersonalberatung Dobrindt schlägt neues Kapitel auf

Seit über einem Vierteljahrhundert steht ihr Name für Personalberatung im Gesundheitswesen – jetzt übergibt Silvia Dobrindt ihr Unternehmen an die Gründerin von New Chapter, Dr. Anne Wichels-Schnieber. Damit erweitert sich das Portfolio der Gruppe um den Bereich der Krankenhäuser: Ziel ist es, Führungskräfte in Medizin und Verwaltung langfristig auf ihrem Karriereweg zu begleiten.

Dr. Anne Wichels-Schnieber und Silvia Dobrindt
Juliane Herrmann/New Chapter

Silvia Dobrindt (re.) übergibt ihre Personalberatung an Dr. Anne Wichels-Schnieber.

Warum haben Sie sich jetzt zu diesem Schritt entschieden, liebe Frau Dobrindt?

Dobrindt: dobrindt. ist und war mein Herzensprojekt. 27 Jahre lang – also einen erheblichen Teil meines Berufslebens – hat sich für mich alles um dieses Unternehmen gedreht. Heute schaue ich mit Stolz auf dobrindt. und mein Team. Uns ist es gelungen, eines der führenden Personalberatungsunternehmen im Gesundheitswesen zu werden. Das ist ein guter Zeitpunkt, um an die Zukunft zu denken und meine Nachfolge zu regeln. Und mit Anne Wichels-Schnieber habe ich einen Glücksgriff getan – wir arbeiten bereits seit einigen Monaten zusammen und das ganze Team ist überzeugt, dass wir eine hervorragende Nachfolgerin gefunden haben, die das Unternehmen, gemeinsam mit meiner bisherigen Co-Geschäftsführerin Ann Katrin Glasemacher und eine Zeitlang sicher auch noch mit mir, in die Zukunft führen wird. So oder so: Ich bleibe dem Unternehmen eng verbunden und stehe Klienten und Mitarbeitenden weiterhin zur Verfügung.

Frau Dr. Wichels-Schnieber, man kennt Sie als erfahrene Beraterin im Gesundheitswesen und Ihre Personalberatung New Chapter hat sich mittlerweile gut etabliert. Jetzt übernehmen Sie mit dobrindt. eine weitere Personalberatung. Was reizt Sie an dieser Aufgabe?

Wichels-Schnieber: Zunächst ist es eine großartige Chance, ein junges dynamisches Unternehmen wie New Chapter mit einem so fest im Markt verankerten Spieler wie dobrindt. zu kombinieren. Wir haben in den vergangenen Monaten schon festgestellt, wie hervorragend die beiden Kulturen sich ergänzen.  Auch inhaltlich passen wir gut zusammen: Bei New Chapter lag der Schwerpunkt bisher auf Medizintechnik, Pharma und Digital Health; darüber hinaus haben wir zahlreiche Mandate im ambulanten Bereich. Mit der Übernahme von dobrindt. rückt auch der Krankenhausbereich in den Fokus. Ich freue mich darauf, noch stärker Führungspositionen im kaufmännischen und medizinischen Bereich der deutschen Kliniklandschaft zu besetzen.

Das klingt einleuchtend und die Branche hat sicher in Anbetracht des Personalmangels erheblichen Bedarf für kompetente Beratung in Personalfragen. Aber wie fühlt sich der Verkauf für Sie persönlich an, Frau Dobrindt?

Dobrindt: Anne und ich kennen und schätzen uns schon bald zehn Jahre. Sie ist Ärztin, u.a. durch ihre Zeit bei Russell Reynolds auch eine sehr erfahrene Personalberaterin. Darüber hinaus war sie in den letzten Jahren in Führungspositionen bei digitalen Start-ups in der Healthcare-Branche aktiv. Das ist genau die richtige Expertise, um dobrindt. – gemeinsam mit mir und Ann Katrin Glasemacher – fit für die neuen Herausforderungen zu machen, denen sich auch Krankenhäuser inzwischen stellen müssen.

Wichels-Schnieber: Die Mischung macht's! Wir verstehen die Bedürfnisse und Anforderungen der traditionellen klassischen Unternehmen, aber auch die von digitalen Champions und Start-ups. Gleiches gilt für die Kandidaten: Wir sprechen die Sprache der erfahrener Manager*innen, aber auch die von jungen Digital Natives und Ärzt*innen. Dadurch können wir die notwendige Transformation, die in vielen Unternehmen und Kliniken jetzt ansteht, optimal begleiten. 

Was bedeutet der Verkauf für die Mitarbeiter*innen und Klient*innen von dobrindt.?

Dobrindt: Bewährtes bleibt, viel Gutes kommt dazu. Die Dynamik, die der Zusammenschluss  mit New Chapter mit sich bringt, ist für uns in den letzten Monaten deutlich spürbar geworden. Wir haben im gemeinsamen Auftritt bereits tolle Mandate gewonnen, die wir als Einzelunternehmen vielleicht nicht bekommen hätten. Darüber hinaus können wir eine größere Anzahl an Aufträgen bearbeiten, zusammengenommen besteht unser Team aus über 20 Mitarbeitenden. Der Zuwachs an Kompetenz und die zusätzlichen Mandate machen richtig Spaß.

Welche weiteren Chancen sehen Sie noch in der Kombination der Unternehmen?

Wichels-Schnieber: In Zeiten des Fachkräftemangels sind die Unternehmen im Gesundheitswesen erfolgreich, die qualifiziertes Personal für sich gewinnen können. Kaum ein Unternehmen hat Auftragsmangel, vielen fehlt es aber an den Mitarbeitenden, die diese Aufträge umsetzen. Das gilt insbesondere für Krankenhäuser. Der erfolgreichen Vermittlung von klinischem Personal kommt daher inzwischen noch mehr Bedeutung zu. Dabei müssen mittlerweile – neben der medizinischen Qualifikation – zahlreiche weitere Aspekte berücksichtigt werden: Das Berufsbild ändert sich stark, ebenso wie der Führungsstil. Neue Arbeitsmodelle wie Telemedizin oder geteilte Stellen spielen eine erhebliche Rolle. Und digitale Kompetenzen werden gefordert. Das alles wollen sowohl Klienten als auch Kandidaten berücksichtigt sehen.  

Dobrindt: Viele unserer Kund*innen – insbesondere aus ländlichen Regionen – wenden sich an uns, weil sie seit längerer Zeit vergeblich versuchen, Positionen zu besetzen. In diesen Fällen muss unsere Beratung deutlich über die reine Kandidatensuche hinaus gehen. Wir wollen gemeinsam mit dem Klienten kreative und nachhaltige Lösungen finden und sehen uns daher nicht nur als reiner Dienstleister, sondern als „Trusted Advisor“ bzw. als Partner auf Augenhöhe. Dabei hilft uns die medizinisch-inhaltliche Kompetenz von Anne und ihrem Team natürlich besonders.

Wichels-Schnieber: Auch die Bedürfnisse der jungen ÄrztInnen sind nicht mehr dieselben wie vor einigen Jahren. Die Ansprache und Betreuung ist informeller. Man sagt eher Du als Sie und wünscht sich nicht nur eine Vermittlung, sondern eine längerfristige Begleitung auf dem gesamten Karriereweg. Dafür wollen wir Strukturen und Netzwerke schaffen. Und das auch branchenübergreifend: New Chapter begleitet in anderen Branchen, z.B. Pharma, Medizintechnik und auch außerhalb des Gesundheitswesens viele sehr erfahrene Führungskräfte. Wenn wir hier einen Austausch ermöglichen, können junge Ärzt*innen so ihre Führungskompetenzen erweitern.

Wenn man auf die Homepage der beiden Unternehmen schaut, macht es den Eindruck, als ob Diversität in Ihren Teams eine große Rolle spielt. Gilt das auch für die Arbeit mit Klienten?

Dobrindt: Wir sehen in unserer gemeinsamen Aufstellung eine große Bereicherung: Das kombinierte Team besteht aus verschiedenen Nationalitäten und kulturellen Hintergründen. Insgesamt werden bei uns fast 20 Sprachen gesprochen. Das bildet die gesellschaftliche Realität im Gesundheitswesen hervorragend ab und hilft uns natürlich dabei, Klienten und Kandidaten optimal zu betreuen.

Gibt es weitere Themen, denen Sie sich künftig verstärkt widmen wollen?

Wichels-Schnieber: Eine Sache liegt uns beiden besonders am Herzen: Im ärztlichen, aber auch im kaufmännischen Bereich, sind weibliche Führungskräfte noch immer stark unterrepräsentiert. Weil der Karriereweg von Frauen oft weniger gradlinig verläuft, z.B. viel häufiger als der von Männern durch Elternzeit etc. unterbrochen ist, brauchen sie auf dem Weg in Führungspositionen eine andere, intensive Unterstützung. Und die vielen erfolgreichen Frauen im Gesundheitswesen, die es natürlich auch jetzt schon gibt, sind leider immer noch zu wenig sichtbar. Unser Ziel ist es, das zu ändern. Wir werden Kandidatinnen längerfristig in ihrer Karriereentwicklung begleiten und auch außerhalb der Vermittlung unterstützen. Unsere starken Netzwerke werden wir aktivieren, um Frauen im Gesundheitswesen auch sektorenübergreifend zu vernetzen, sie darin zu bestärken, sich aktiv auf Führungspositionen zu bewerben, sichtbar zu sein und sich gegenseitig zu fördern.

Ich verrate sicher nicht zu viel, wenn ich sage, dass wir dazu in den nächsten Monaten z.B. ein größeres Event planen, das es in dieser Form in Deutschland noch nicht gibt.

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