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Digitale PflegeschuleSana Kliniken gewinnen Deutschen Change Award 2020

Mit ihrem Konzept für Home-Schooling in der Pflege hat die Sana Kliniken AG den Deutschen Change Award 2020 erhalten. Innerhalb von drei Wochen hat die Krankenhausgruppe ihre Pflegeschulen digitalisiert.

Thomas Lemke
Initiative Change-Management im Gesundheitswesen

Thomas Lemke, Vorstandsvorsitzender der Sana Kliniken AG und der Deutsche Change Award 2020.

Zahlreiche Veränderungsprojekte wurden zu dem nun im vierten Jahr in Folge verliehenen Deutschen Change Award eingereicht. Das Rennen hat letztlich die Sana Kliniken AG mit dem Projekt „Sana-Pflegeschulen: Vom Analog-Unterricht zum Home-Schooling“ gemacht. Seit Ende April 2020 erhalten 1600 Schüler der 18 Pflegeschulen der Sana Kliniken AG von ihren 400 Lehrern Fernunterricht. Dafür wurden 80 Klassenräume simuliert: Im Rahmen von Videokonferenzen, Materialbereitstellung, gemeinsamem Arbeiten an Dokumenten und dem Stellen sowie Korrigieren von Aufgaben wird der Lernstoff vermittelt.

Der Wandel vom analogen Unterricht zum Home-Schooling wurde in einer Rekordgeschwindigkeit von drei Wochen vollzogen. Ein Zeitraum, der vor der Pandemie undenkbar gewesen wäre. Denn der mit dem Change verbundene Abbau der klassischen Hierarchiestrukturen sowie der parallele Aufbau einer neuen Ablauf- und Aufbauorganisation in der Kürze der Zeit ist in der rund 40-jährigen Sana-Geschichte einmalig.

Ermöglichung von Abschlussprüfungen 

„Durch die Digitalisierung des Unterrichts ist es uns gelungen, den Unterricht anzubieten und die Abschlussprüfungen in der regulär geplanten Zeit in diesem Jahr durchführen zu können“, sagt Helene Maucher, Bereichsleiterin Unternehmensstrategie Pflege der Sana Kliniken AG.

Der Geschäftsführer der Sana IT, Bernd Christoph Meisheit, ergänzt: „Damit Home-Schooling möglich ist, mussten die richtigen Werkzeuge besorgt und angewendet werden. Das reicht von der Kommunikationssoftware bis hin zu Cloud-Services. Kommunikationsnetzwerke wie VPN müssen funktionieren, die Sicherheit muss gewährleistet sein und die Bandbreite, ob beim Serverstandort oder bei den Mitarbeitern zu Hause, muss ausreichen. Noch vor ein paar Monaten wäre es ein schwer vorstellbarer Schritt gewesen, quasi über Nacht Home-Schooling für unsere vielen Schulen einzuführen.“

In fünf Stufen zur neuen IT-Struktur

Die Sana Kliniken AG entschied sich, die bevorstehenden tiefgreifenden Änderungen im Bereich der Pflegeschulen mit Unterstützung des 5-Stufen-Modells von Wilfried Krüger vorzunehmen, das alle von den Verantwortlichen gewünschten Voraussetzungen erfüllt und die Besonderheit der Corona-Phase berücksichtigt. Bestärkt hat die Entscheidung, dass sich das 5-Stufen-Modell bei der Einführung neuer IT-Strukturen bereits in der Vergangenheit bewährt hatte.

„Wer Krankenhäuser zukunftsfähig machen möchte, muss frühzeitig Kompetenzen aufbauen.“ Sagt Thomas Lemke, Vorstandsvorsitzender der Sana Kliniken AG. „Hierzu zählt ohne Zweifel die Digitalisierung, wohl aber auch eine hohe Prozesskompetenz verbunden mit einer nachhaltigen Umsetzungs-Expertise.“

Waldkliniken Eisenberg und UKE ebenfalls nominiert

Neben dem Gewinner, der Sana Kliniken AG wurden auch zwei weitere Projekte nominiert. Die Waldkliniken Eisenberg mit dem Konzept: „Interne Krisenkommunikation“ bei dem es um die Einführung einer Mitarbeiter-App zu Beginn der Corona-Pandemie ging. Außerdem das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) mit dem Konzept: Implementierung eines Notfallstufenkonzepts und einer Pflegerischen Kompetenzmatrix für den kurzfristigen Aufbau von Intensivkapazitäten der Klinik für Intensivmedizin (KIM) am UKE im Rahmen der Covid-19-Pandemie.

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