Diese zehn Tage bedeuten für die Klinik 16 000 Euro weniger Erlöse für den Patienten. Zudem hat der Patient das Bett zehn Tage länger belegt als erforderlich, was ebenfalls Kosten verursacht hat und eine Neubelegung in dieser Zeit ausschloss. Bleibt zu erwähnen, dass der MDK hier durchaus noch mindestens 15 weitere Tage aufgrund organisatorischer Mängel hätte kürzen können. Dabei ist noch nicht einmal berücksichtigt, dass durch die schlechte Organisation das Personal zusätzlich gebunden wurde.
Engmaschige Abstimmung und Kommunikation
Dieser Fall ist nur einer von vielen, der zeigt, dass für gute medizinische Versorgungsqualität mit Beachtung der Kostensicht engmaschige Abstimmung und Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Berufsgruppen unabdingbar sind. Jeder Klinik-Chef kann sich ausrechnen, was solche Fälle für sein Haus bedeuten. Dazu ist es erforderlich, Prozesse zu analysieren und Schwachstellen zu identifizieren. Neben organisatorischen Mängeln innerhalb einer Klinik gibt es aber auch Gründe, die eine Entlassung verzögern und von der Klinik nicht beeinflusst werden können. Das sind z. B. fehlende Pflegeplätze, sowohl in der vollstationären als auch in der Kurzzeitpflege, gut ausgelastete Reha-Kliniken oder häufig lange Bearbeitungszeiten der Kostenträger. Daher ist es umso wichtiger, dass Kliniken zumindest die hauseigenen Prozesse optimieren (siehe Kasten).
Mit einem guten Verweildauer- und Entlassmanagement können möglicherweise auch sog. Drehtür-Effekte reduziert werden. Laut einer Studie aus dem Jahr 2015 gab es bei rund 14 Prozent aller Krankenhausfälle eine Wiederaufnahme von Patienten innerhalb der ersten 30 Tage nach ihrer Entlassung. Häufig bedeutet dies für die Kliniken eine Fallzusammenführung und damit einen Mindererlös. Neben dem finanziellen Aspekt ist dies auch ein Hinweis auf einen nicht gut versorgten Patienten. Das aktuelle Thema Patientensicherheit wird in Bezug auf Verweildauer- und Entlassmanagement noch zu wenig beachtet. Dabei ist auch das ein Qualitätsmerkmal einer Klinik und wird künftig sicherlich Berücksichtigung in den Qualitätsberichten finden.
Dieser Artikel ist Teil der kma Klinik Management aktuell (Ausgabe Oktober 2018).





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