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13. Gesundheitswirtschaftskongress

Wie Digitalisierung die Gesundheitsbranche verändert

Medizin 4.0 erlaubt es künftig, Patienten entsprechend ihren speziellen Bedürfnissen zu behandeln. Das ändert nicht nur die ärztlichen und pflegerischen Tätigkeiten, sondern betrifft auch alle Bereiche der Administration und Medizintechnik.

Gesundheitswirtschaftskongress 2016

Foto: WISO

2016 diskutierte Heinz Lohmann (2.v.l.) auf dem Gesundheitswirtschaftskongress u.a. mit kma Herausgeber Axel Ekkernkamp (li) und UKSH-Vorstandschef Jens Scholz (re)

Die Gesundheitswirtschaft hat keine andere Wahl: Sie muss sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen, denn letztlich werden die Patienten das erzwingen. Alle Gesundheitsanbieter sind daher gut beraten, diesen Weg rechtzeitig einzuschlagen, um diesen Veränderungen schnell Rechnung tragen zu können. Denn die Patienten sind längst dabei, sich mittels innovativer Angebote der digitalen Welt aus den Fängen der Experten zu befreien. Sie werden es künftig nicht mehr akzeptieren, wenn Ärzte und Kliniken sich nicht in der Lage sehen, ihre jahrelang aufgezeichneten Vitaldaten auszuwerten. Wer hingegen digitale Intelligenz zur Bewältigung komplexer Diagnostik und für die Verbesserung der Qualität des digitalen Workflows einsetzt, darf auf Vorteile im sich verschärfenden Wettbewerb hoffen. An der Erfüllung der Wünsche der Patienten führt künftig kein Weg vorbei!

Konsequente Modernisierung

Voraussetzung für Medizin 4.0 ist die kleinteilige Strukturierung der Behandlungsabläufe. Wer mit deren Einführung seine Klinik nicht lahmlegen will, muss auch alle sonstigen Arbeitsbereiche den gestiegenen Anforderungen entsprechend neu gestalten. Zu Medizin 4.0 gehören Einkauf 4.0, Logistik 4.0, Abrechnung 4.0 und vieles mehr. Natürlich wird der notwendige Wandel nicht auf einen Schlag erfolgen, sondern in den kommenden Jahren Schritt für Schritt. Es muss aber jede Baumaßnahme, ja, jede Ausschreibung und Beschaffung genutzt werden, um erste Weichen für ein durchgängig digitales Gesundheitsunternehmen zu stellen. Einfach nur das Altbekannte erneut bestellen, darf es nicht mehr geben. Gleiches gilt auch für die bisherigen Servicepartner, die heute intensiv danach befragt werden müssen, ob sie auf das Medizin 4.0-Zeitalter vorbereitet sind und ihre Lösungen, Produkte und Dienstleistungen auch den künftigen Herausforderungen gerecht werden. Weiter so ist daher keine Option.

Auch Pflege 4.0?

Medizin 4.0 – und nun auch die Pflege? In vielen Krankenhäusern gibt es nicht einmal überall Wlan, Tablets haben Seltenheitswert und viele Krankenpflegekräfte müssen sich einen PC teilen. Aber trotz allem werden Patienten zunehmend zu Konsumenten, die gerade die pflegerischen Leistungen bei der Bewertung der Behandlungs- und Versorgungsqualität als immer bedeutsamer wahrnehmen. Im Umkehrschluss erfordert dies für die Pflege eine konsequente Fokussierung auf die Bedürfnisse der Patienten und ihrer Angehörigen, ohne den Druck auf die Kosten aus den Augen zu verlieren. Die notwendigen Veränderungen machen insbesondere auch wegen der bereits eingetretenen Belastung der beruflich Pflegenden, den Übergang vom „schneller“ zum „anders“ Arbeiten unerlässlich. Pflege 4.0 steht deshalb jetzt ohne Wenn und Aber auf der Tagesordnung.

Der 13. Gesundheitswirtschaftskongress findet am 20. und 21. September 2017 in Hamburg statt.

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