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WissenschaftsratMedizinische Fakultät Mannheim soll neuen Forschungsbau bekommen

Das von der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg beantragte Center for Cardiovascular Disease Control (CCDC) wird vom Wissenschaftsrat zur Förderung empfohlen. Geplanter Schwerpunkt: die vas­kulär-fokussierte Präventivmedizin.

Kardiologie
Yodiyim/stock.adobe.com

Symbolfoto

Im Rahmen seiner Frühjahrssitzung hat der Wissenschaftsrat das von der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg beantragte Center for Cardiovascular Disease Control (CCDC) mit dem Prädikat „sehr gut bis herausragend“ bewertet und empfiehlt daher seine Förderung. Ein solches Zentrum mit einem Schwerpunkt in vaskulär-fokussierter Präventivmedizin gibt es bislang weder in Deutschland noch in Europa oder den USA.

Der Forschungsbau ist mit einer Fördersumme in Höhe von insgesamt rund 66,2 Millionen Euro verbunden, wobei sich der Bund zu 50 Prozent beteiligt. Die restlichen 50 Prozent teilen sich die Medizinische Fakultät Mannheim und das Land Baden-Württemberg.

Einzigartiges Forschungsinstitut

Mit dem CCDC soll ein deutschlandweit einzigartiges und international sichtbares Forschungsinstitut geschaffen werden, das die Rolle des die Organe versorgenden Gefäßsystems als Ausgangspunkt kardiovaskulärer Erkrankungen, aber auch insgesamt in der Steuerung von physiologischen und pathologischen Prozessen, in den Mittelpunkt seiner Forschung stellt: Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Diabetes und Bluthochdruck stellen mit 35 Prozent aller Todesfälle die führende Todesursache in Deutschland dar. So seien fast alle schwerwiegenden Organerkrankungen auf Fehlfunktionen des Gefäßsystems zurückzuführen.

Interdisziplinäre Foschungsprogrammatik

Mit dem Sonderforschungsbereich 1366 „Vaskuläre Kontrolle der Organfunktion“ nehmen die Medizinerinnen und Mediziner der Medizinischen Fakultät Mannheim eine international sichtbare Führungsrolle auf diesem Forschungsgebiet ein. Dabei verfolgt das Center for Cardiovascular Disease Control (CCDC) mit einer hochspezialisierten personellen und technologischen Infrastruktur eine interdisziplinäre Forschungsprogrammatik.

Auf einer Fläche von rund viereinhalbtausend Quadratmetern werden in dem geplanten Forschungsbau mehr als 200 Forschende unterschiedlicher Fachrichtungen ihre Expertise bündeln. Gemeinsam wolle man das Potenzial zur Identifizierung neuer prädiktiver vaskulärer Biomarker heben und eine neue Qualität der kardiovaskulären Präventivmedizin auf der Basis evidenzbasierter, personalisierter Interventionsstrategien schaffen.

Der Spatenstich für den Forschungsbau ist für den Sommer 2023 geplant, im Laufe von fünf Jahren soll das Center for Cardiovascular Disease Control den Forschungsbetrieb aufnehmen.

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